Fluorocarbon überzeugt beim Angeln durch zahlreiche geniale Eigenschaften. Es ist unter Wasser unauffällig, da der Lichtbrechungsindex dem des Wassers sehr ähnlich ist. FC liefert auch eine beeindruckende Abriebfestigkeit. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. In Sachen Knoten(-festigkeit) zeigt Fluorocarbon leider ein paar Schwächen. Damit die Verbindungen halten, müssen ein paar Dinge beachtet werden.

Bild: G. Bradler
Fluorocarbon: Die geringe Sichtbarbeit und hohe Abriebfestigkeit machen es zum idealen Vorfachmaterial – zum Beispiel beim Spoonangeln am Forellensee.
Knoten für Fluorocarbon: Keep it simple!
FC ist im Vergleich zu herkömmlicher Nylon-Mono eher hart. Das ist gut für die Abriebfestigkeit, beeinflusst aber auch die Weise, wie sich Fluorocarbon beim Knoten verhält. Weniger ist bei FC tatsächlich oft mehr, denn wenn sich ein komplizierter Knoten wegen der Steifigkeit nicht mehr zuzieht, ist auch nichts gewonnen – und sei der Knoten noch so gut.
Die meisten FC-Schnüre in handelsüblichen Durchmessern lassen sich aber grundsätzlich noch gut knoten. Besonders gut geeignet sind hier einfache Knoten wie der Clinch- oder Uniknoten. Damit sich die Knoten auch ordentlich schließen, sollte man sie aber mit weniger Windungen als bei Mono binden. 3-5 Windungen sind bei FC ausreichend.

Bild: F. Pippardt
Die Faustformel lautet auch bei FC: Je dicker das Material, desto weniger Windungen. Simple Knoten funktionieren mit FC generell am besten.
Dickes FC: Klemmen statt Knoten
Bei sehr dickem FC, etwa in hechtsicherer Stärke oder beim Meeresangeln, kommen auch die einfachsten Knoten an ihre Grenzen. Hier greift man dann oft besser sogar zu Klemmhülsen und Crimping-Tool. Aluklemmhülsen sind sicherlich am besten für FC (oder Mono).

Bild: W. Stoltenberg
In hechtsicherer Stärke oder bei dicken Meeresschnüren ist auch das Verarbeiten mit Klemmhülsen eine gangbare Option bei FC.
Extratipp: Für maximale Tragkraft kann man das überstehende Fluorocarbon, nachdem man es durch die Klemmhülse gefädelt hat, zu einem Knubbel verschmoren und diesen vor dem Klemmen an die Hülse heranziehen. Dann rutscht garantiert nichts mehr durch!
Fluorocarbon Vorfach knoten: Besser als Wirbel!
Eine häufige Situation ist, dass man Fluorocarbon als Sicht- und Abriebschutz vor die (geflochtene) Hauptschnur schaltet. Sei es beim Spoonangeln am Forellensee oder beim Zander-Jiggen im Strom. Klar, kann man für die Verbindung einen Wirbel oder einen Pitzenbauerring nutzen und erhält schlanke, unauffällige Verbindungen. Der Nachteil an solche Verbindungen ist jedoch, dass sie die Rutenringe beschädigen können, wenn der Wirbel unabsichtlich in die Ringe gekurbelt wird. Das ist bei Knoten nicht der Fall.
Knoten für Geflochtene an Fluorocarbon
Für dünnere FC-Durchmesser können Verbindungsknoten wie der „Slim-Beauy“ oder Doppelter Grinner verwendet werden.

Bild: M. Wiebeck
Einfache Verbindungsknoten, wie der Doppelte Grinner reichen für viele Standartsituationen aus, können aber nicht ganz mit Tragkraft und Durchmesser von Slim Beauty oder FG mithalten.
Gerade bei größeren Durchmessern bietet sich aber insbesondere der FG-Knoten an. Beim FG wird das Fluorocarbon selbst gar nicht geknotet, sondern das Geflecht wird im Prinzip in Kreuzwicklungen um das FC gelegt. Somit spielt der Durchmesser des Fluorocarbon hier keine Rolle. Selbst dicke, hechtsichere Vorfächer können problemlos direkt an die Haupschnur geknotet werden.

Bild: F. Pippardt /KI
Der FG-Knoten ist der wohl haltbarste Verbindungsknoten zu Geflecht überhaupt – und auch für Fluorocarbon ist er perfekt.
Das weiche Geflecht umarmt das FC und hält es sicher. Ein FG-Knoten ist wie eine chinesische Fingerfalle, der sich unter Last zuzieht und hält das Vorfach allein durch die enorme Reibung – mit einer Tragkraft von nahezu 100%. Ein weiterer Vorteil des FG-Knotens ist der dünne Querschnitt. Der FG gleitet sanft durch die Rutenringe und erlaubt beliebig lange Vorfächer.

Bild: F. Pippardt
Wer der Tragkraft durch Reibung beim FG trotz allem nicht vertraut, kann das Ende der Fluorocarbon-Schnur noch als Durchrutsch-Versicherung zu einem Knubbel verschmoren.
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