Für den ersten Eindruck gibt es ja bekanntlich keine zweite Chance. Und die braucht die Orvis-Fliegenrute Recon auch definitiv nicht. Die 5er liegt angenehm in der Hand und ist, was ihre Aktion betrifft, ein gut durchdachter Mittelweg zwischen den beiden Helios-4-Varianten D und F. Ein Weg, der gerade die 5er zu einer Top-Allround-Rute macht.
Orvis Recon – Eine Fliegenrute für alles?
Sie fühlt sich sehr leicht an und wirkt auch durch ihr gesamtes Erscheinungsbild sehr akkurat und modern. Die Rute beeindruckt durch ihr feines und dennoch kraftvolles Taper. Sie wirft den Streamer genau wie eine schwere Nymphe oder eine leichte Trockenfliege sauber an ihr Ziel.
Sie bleibt im Wurf stabil, und man hat nie das Gefühl, sie würde irgendwo „einknicken“. Das Taper ermöglicht sehr saubere, feine und präzise Würfe, wobei das mit einer Schnur mit einer längeren Keule – Long Belly – die vielleicht einen Hauch schwerer ist als eine normale 5er-Schnur (gibt es ja am Markt), noch besser gelingt.
Kraftvoll und doch flexibel
Die 9-Fuß-Recon ist eine großartige Rute mit einem breit gefächerten Spektrum und „Arbeitsbereich“. Eine Art Rute für „alles“, die auch unterschiedlichen Techniken im Fliegenfischen mehr als gerecht wird. Sie liefert erstaunliche Kraftreserven bei längeren Würfen, knickt bei viel Leine in der Luft nicht ein, baut Geschwindigkeit sauber und optimal auf und ist dennoch auf ihre Art und Weise sehr sensibel im Nahbereich, also die in der Praxis so relevanten 10 bis 15 Meter.
„Die Recon ist ein echtes Arbeitstier, eine Rute, mit der man an verschiedenen und unterschiedlichen Gewässern bestens zu rechtkommt.“
– Thomas Wölfle, Fliegenfischen-Experte –
Klar, für die ultrafeine und taktische Fischerei ist sie etwas überdimensioniert, aber da fische ich ja so wieso nie mit einer Rute der Klasse 5. Diese Rute hat ihre starken Seiten in der großen Bandbreite, die sie abdeckt, und wer nur eine Rute sucht, um damit viel zu fischen, der macht mit dieser Recon nichts verkehrt. Im Gegenteil.

Bild: Orvis
Ein Allround-Talent: Die vierteilige Fliegenrute Orvis Recon. In unserem Test war die Klasse-5-Ausführung intensiv am Wasser.
Die dritte Generation dieser Rutenserie ist ein Treffer im gehobenen Mittelklasse-Segment. Ruten, die sich deutlich von der zweiten Recon-Generation abheben. Da ist Orvis ein „Wurf“ gelungen, der auch der hochpreisigen Helios 4 gefährlich werden kann. Aber das ist wie immer und so oft Geschmacksache.
Eigentlich kann man sie, und da vor allem die 5er, wie Orvis das so nett bewirbt, durchgehend im Auto lassen und ist allzeit bereit, das, was einem der Fluss oder See dann an fischereilichen Möglichkeiten anbietet, optimal zu nutzen.
Wurf- und Drilleigenschaften der Orvis Recon
Nicht ganz unwichtig ist auch ihr Verhalten im Drill. Da hat sie Schläge von großen Forellen fein kompensiert und abgefedert, und auch bei etwas feineren Vorfächern konnte man Forellen noch sicher ausdrillen, wenn auch mit mehr Bedacht.
Aber auch hier sei noch mal gesagt: Eine 18er Mini-Nymphe fischt man ja selten mit einer 5er Fliegenrute. Aber die Präsentation einer 12er oder 14er Pheasant Tail mit Tungstenperle stromauf an der Isar samt Drill war ein Gedicht mit dieser Rute. Die Recon wird in einem sehr hübschen Cordura-Rohr geliefert, bei mir nicht mehr ganz so hübsch, weil sie ja ständig zwischen Wathose und Schuhen liegt und im Auto mitfährt.

Bild: Orvis
Sowohl am Fluss als auch am See ließ die neue Orvis-Gerte keine Wünsche offen. Geliefert wird das Gerät im schmucken Cordura-Rohr.
Technische Details und Preis der Orvis Recon Fliegenrute
- Als Süß- oder Salzwasserausführung erhältlich
- Rollenhalter aus schwarz eloxiertem Aluminium mit Holzinlage
- Verchromte Schlangenringe und Einlaufring mit SiC-Einsatz
- Matt-olivfarbener Blank mit honigfarbenen Akzenten
- Rutenfutteral mit Nylonbezug
- 25 Jahre Garantie
- Preis beim Hersteller: 698 Dollar (etwa 600 Euro)
Ein rundum gutes Gefühl mit der Orvis Hydros Fliegenrolle
Zur Recon passt die neue Orvis Hydros natürlich wie die Faust aufs Auge. Diese Rolle ist eine Art Update des so erfolgreichen Vorgängermodells und ebenfalls im mittleren Preissegment angesiedelt. Gefertigt aus anodisiertem Aluminium hat die Rolle nun ein komplett geschlossenes Bremssystem und ist damit auf Langlebigkeit ausgerichtet. Außerdem braucht man jetzt auch kein Werkzeug mehr, um die Rolle von Rechts- auf Linkshand umzustellen, und die Spule ist etwas größer, was zum schnelleren Schnureinholen beiträgt.
Die Bremse läuft fein und sauber, und gerade in der Farbe Oliv macht sie sich mehr als gut an der Recon. Die Fliegenrolle gibt es in vier verschiedenen Farben und drei Größen. Insgesamt ist dieses Outfit mehr als stimmig und macht Laune am Wasser, immer in der Gewissheit, dass man vom Streamer auf die Trockenfliege wechseln kann und umgekehrt … und was noch schöner ist: mit einem guten Gefühl.

Bild: Orvis
Geschlossenes Bremssystem und größerer Schnureinzug: Die neue Orvis Hydros Fliegenrolle ist eine sinnvolle Weiterentwicklung.
Technische Details und Preis der Orvis Hydros Fliegenrolle
- In drei Größen erhältlich
- In vier Farben verfügbar
- Rahmen und Spule aus eloxiertem Aluminium
- Griff aus gefrästem Aluminium
- Werkzeugloser Wechsel zwischen Links- und Rechtshandbetrieb
- Preis beim Hersteller: 279-319 Dollar (etwa 240-275 Euro)
Rute und Rolle gibt es im gut sortierten Fachhandel und unter: orvis.com
Auch interessant
- FliegenfischenDas kleine 1x1 der Fliegenrollen









