Fliegenfischen: So fängst Du mehr am Bergsee!

Am Bergsee haben Sie Platz, um sich als Anfänger an größere Wurfweiten heranzutasten. Mit etwas Glück und Geschick fangen Sie dabei sogar Ihren ersten Bergseefisch. Housi Schwab zeigt, wie faszinierend das Fischen an Bergseen ist – perfekt für Einsteiger und alle, die sich endlich daran wagen wollen.

Bergsee

Bild: Housi Schwab

Am Bergsee haben Sie Platz, um sich als Anfänger an größere Wurfweiten heranzutasten. Mit etwas Glück und Geschick fangen Sie dabei sogar Ihren ersten Bergseefisch.

Sie stehen mit der Spinnrute an einem glasklaren Bergsee – doch die Salmoniden ignorieren hartnäckig Ihre Lieblingsköder. Dabei sind schöne Fische zu beobachten und die Oberfläche ist voller Steigringe. Ein klarer Fall für die Fliegenrute. Mehr braucht es beim Fliegenfischen am Bergsee nicht als eine leichte Rute mit Rolle, Schnur, Vorfach und ein paar Fliegen – und schon lässt sich diese besondere Fischerei problemlos bis hinauf zum höchstgelegenen Bergsee erleben.

An hoch gelegenen Bergseen fressen auch die sonst eher am Grund orientierten Namaycush Insekten an der Oberfläche.

Bild: Housi Schwab

An hoch gelegenen Bergseen fressen auch die sonst eher am Grund orientierten Namaycush Insekten an der Oberfläche.

Vorbereitung ist das A & O

Etwas Fitness gehört dazu, damit aus der Tour keine Tortur wird – auch wenn viele Seen bequem mit der Bergbahn erreichbar sind. Für den Einstieg empfehle ich einen Wurfkurs und ein paar Übungsstunden mit einem erfahrenen Werfer. Er erkennt typische Anfängerfehler und hilft Ihnen, sie von Anfang an zu vermeiden. Denn einmal falsch Gelerntes, ist später schwer zu korrigieren.

Üben können Sie fast überall: auf einer Wiese oder am Wasser. Am besten mit einem Wollfaden oder einer hakenlosen Fliege, um Bewegungsabläufe zu verinnerlichen. Unsere Muskeln haben ein Gedächtnis, sagen die Wurfgurus.Beginnen Sie mit 12 bis 15 Metern Wurf­distanz. Wenn das sitzt, steigern Sie sich langsam. Anfangs werden Sie sich bei weiteren Würfen ab und zu verheddern – das gehört dazu. Nach 10 bis 20 Stunden Training flutschen die Würfe wie von selbst. Bravo! Nun sind Sie fischreif.

Mit welchem Gerät zum Fliegenfischen an den Bergsee?

Eine Fliegenrute mit 9 Fuß (rund 2,7 m) in der Schnurklasse 5 bis 6 reicht für die meisten Situationen beispielsweise an einem Schweizer Bergsee. Auf die Rolle kommt eine schwimmende Schnur (Floating), vorne verdickt als WF-Profil (weight forward). Daran befestigen Sie das sich verjüngende Vorfach. Damit dieses Vorfach durch häufiges Fliegenwechseln nicht zu kurz und damit dick wird, binden Sie am dünnen Ende ein sogenanntes „Ringerl“ (Mikroöhr) an. Daran knüpfen Sie schliesslich das 80 bis 100 cm lange Vorfach (0,14 bis 0,18 mm) mit der Fliege. So können Sie mit etwas Geschick sogar eine ganze Saison lang mit einem einzigen Vorfach fischen.

Kontrollieren Sie die Schnur regelmäßig auf Knoten und Beschädigungen – das erspart Ihnen Ärger und bringt mehr gelandete Fische. Lassen Sie sich vom Fachgeschäft oder Wurflehrer beraten und bestellen Sie besser kein „Top-Fly-Set“ im Internet. Viele dieser Sets enthalten unpassende oder untaugliche Teile.

Hoch hinaus mit der Fliegenrute: Bergseen lohnen sich zum Fliegenfischen.

Bild: Housi Schwab

Hoch hinaus mit der Fliegenrute: Bergseen lohnen sich zum Fliegenfischen.

Auf zum Fisch!

Wählen Sie für die ersten Versuche ein Gewässer mit ausreichend Platz und realistischen Chancen auf Bisse: beispielsweise einen Weiher mit Rotfedern, ein Put and Take-Gewässer oder ein Fly only-Gewässer. Sie werden elektrisiert sein, wenn Ihre Fliege zum ersten Mal mit einem „Plopp” verschwindet – und Sie vor Staunen den Anhieb verpassen. Beim nächsten Biss reagieren Sie wie eine gespannte Feder.

Vielversprechende Stellen sind die Übergänge von hellem zu dunklem Wasser, große Steine, Krautfelder. Entdecken Sie eine Reihe von Steigringen, schätzen Sie die Richtung – und platzieren Sie Ihre Fliege dort, wo dieser Fisch als nächstes nach Insekten Ausschau halten könnte. Wenn er schließlich an Ihrer Fliege hängt, haben Sie ein Gerangel mit Einziehen und Landen. Petri! Zur Krönung können Sie ruhig auch mal einen Bergseefisch mitnehmen, ihn sorgfältig zubereiten und genießen.

Gar nicht mal so selten an alpinen Seen: steigfreudige Weißfische wie diese Schwarzfeder aus dem Lej da Staz.

Bild: Housi Schwab

Gar nicht mal so selten an alpinen Seen: steigfreudige Weißfische wie diese Schwarzfeder aus dem Lej da Staz.

Bergsee-Salmoniden lassen sich alle mit der Fliege fangen: Saiblinge, Namaycush, Bach- und Seeforellen, Regenbogenforelle. Forellen

Bild: Housi Schwab

Die Salmoniden der Bergseen lassen sich alle beim Fliegenfischen fangen: Saiblinge, Namaycush, Bach- und Seeforellen, Regenbogenforelle.

Welche Fliegen braucht man zum Fliegenfischen am Bergsee?

Die Auswahl an Fliegen ist riesig und kaum ein Fliegenfischer kennt alle, auch nicht die Profis. Und teuer sind sie obendrein. Machen Sie es sich zum Anfangen einfach: Drei Muster in den Hakengrößen 12 bis 16 reichen für 80 % der Fälle. Wählen Sie die Größe nach den Insekten, die auf dem Wasser treiben. An den Bergseen treten oft die großen geflügelten Ameisen auf, häufig aber auch winzige schwarze. Halten Sie die Augen offen und probieren es einfach aus.

Die Trockenfliegen „Ameise” und „Red Tag” sowie schwarze Nassfliegen (sinken leicht in die Oberfläche ein) mit weichen Hecheln funktionieren fast immer. Ich persönlich könnte eine ganze Bergseesaison lang nur mit einer schwarzen Ameise in der Größe 16 fischen. Damit die Trockenfliegen optimal auf der Oberfläche treiben, imprägnieren Sie diese mit Schwimmöl – aber achten Sie darauf, dass kein Fett ans Vorfach gelangt, auch nicht von der Sonnencreme! Als Anfänger verzichten Sie besser auf beschwerte Nymphen und Streamer – denn deren Wurf ist heikler und birgt Verletzungsgefahr.

Eine Handvoll Fliegen findet in fast allen Fällen Abnehmer an der Wasseroberfläche: die Trockenfliegen Ameise und Red Tag sowie schwarze Nassfliegen mit weichen Hecheln in den Größen 12 bis 16.

Bild: Housi Schwab

Eine Handvoll Fliegen findet in fast allen Fällen Abnehmer an der Wasseroberfläche: die Trockenfliegen Ameise und Red Tag sowie schwarze Nassfliegen mit weichen Hecheln in den Größen 12 bis 16.

Die Herausforderungen beim Fliegenfischen am Bergsee

Ein leer wirkender See ist oft trügerisch. Fressphasen am Bergsee sind kurz, aber intensiv. Kaum hat man nach stundenlangen vergeblichen Würfen zusammengepackt, ist die Oberfläche plötzlich voller Ringe … Starker Wind kann das Werfen verleiden – aber leichter Wind ist unser Freund: Er verschleiert Vorfach und Schnur. Schwierig wird es bei Windstille in Kombination mit praller Sonne oder wenn das Wasser eiskalt ist. Dann reagieren die Fische kaum auf unser Angebot, selbst wenn viele Insekten unterwegs sind.

Fehlen ein paar Meter Wurfdistanz zu den Steigringen hilft manchmal nur Warten – oder Waten. Und genau das macht den Reiz aus: Wer sich auf diese besondere Fischerei einlässt, wird nicht nur mit Fischen belohnt, sondern mit unvergesslichen Momenten in einer der schönsten Kulissen, die das Angeln zu bieten hat.

Auch interessant


12 x Blinker

+ Fanatik Köderbox

Cover der AngelWoche 14/2026: Rapfen auf Raub!

AngelWoche

AngelWoche ist die aktuellste und meist verkaufte Angelzeitung auf dem deutschen Markt. News aus der Industrie, aktuelles von den Angelgewässern, reich bebilderte, kurz und verständlich gehaltene Artikel, verbunden mit einer großen Themenvielfalt charakterisieren die AngelWoche.

Ihre FliegenFischen Ausgaben

in einem einzigartigen Nachschlagewerk

JETZT SAMMELN!

 

Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

Next Prev
Blinker
AngelWoche
FliegenFischen
Kutter & Küste