Fangen mit Schwarm

„Baitball-Concept“, nennen die Amis die neuen Wobbler, die den Räubern, gleich mehrere kleine Fischchen vortäuschen. Dass dieses Konzept aufgeht, davon konnte sich André Pawlitzki mit Fischschwarmwobblern von Jenzi überzeugen.

Die Wasseroberfläche ist nur leicht gekräuselt, als ich den ersten Wurf mit einem Fischschwarmwobbler vom Boot aus mache. Ich habe einen schlanken Wobbler im Barschdekor montiert, weil Barsche an meinem Vereinssee die Hauptbeutefische der größeren Räuber ausmachen. Das Interessante an diesem Köder aber ist, dass in eine durchsichtige Wobblerhüllle mit Tauchschaufel, die lebensechten Silhouetten zweier Brutbarsche eingebaut wurden. Das soll diese Wobbler besonders reizvoll für Hecht, Barsch und Co. machen.

Hechtlein beim zweiten Wurf

Der erste Wurf erfolgt ohne Biss. Den zweiten Wurf platziere ich direkt an der Schilfkante. Und kaum habe ich die ersten drei Kurbelumdrehungen an der Rolle gemacht, bekomme ich einen Biss. Am Haken hängt ein Grashecht, kaum doppelt so lang wie der 13 Zentimeter lange Wobbler. An der kräftigen Hechtrute kann ich ihn problemlos ins Boot heben. Wenn schon so kleine Räuber den Schwarmwobbler mögen, müssten doch auch größere Fische beißen.

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Klein, aber bissig. Schon beim zweiten Wurf attackierte dieser Grashecht den Fischschwarm-Wobbler. Foto: A. Pawlitzki

Dass Schöne an den Schwarmwobblern, die es sowohl im schlanken Minnow-Design als auch im bauchigen Crankbait-Dekor gibt: Man braucht keine komplizierte Führungstechnik. Da es sich bei beiden Ködern um schwimmende Wobbler und nicht um Schwebewobbler, sogenannte Suspender handelt, muss man keine Spinnpausen einlegen, um zu fangen, sondern kann die Wobbler einfach mal langsamer, mal schneller einkurbeln. In Spinnpausen poppen die Schwarmwobber zur Oberfläche hoch.

Eine halbe Stunde vergeht ohne Biss. Dann sehe ich als ich kurz vorm Boot, wie ein Barsch den Wobbler verfolgt. Leider dreht er wieder ab, als der Wobbler an der Oberfläche angekommen ist. Wenig später ein zarter Anfasser. Ein weiterer Barsch hängt, fällt aber beim Landen wieder vom Drilling ab. Doch wo bleiben die besseren Fische?

Mit dem Ruderboot habe ich nun einen Platz an einer Scharkante angefahren, an der das tiefere Wasser gleich vorm Schilf beginnt. Erneut schicke ich meinen Schwarmwobbler auf Reisen. Und dann bekomme ich einen guten Biss. Zuerst fühle ich nicht die Größe des Fisches, weil dieser direkt auf mich zuschwimmt. Doch fünf Meter vorm Ufer taucht der Fisch dann steil in die Tiefe, versucht unterm Boot hindurch zu flüchten. Doch der schweren Hechtrute muss er sich schnell geschlagen geben. Der Bauchdrilling des Fischschwarmwobblers hat mit allen drei Haken gefasst und hängt sicher. Wenig später landet der Hecht im Kescher. Er misst 75 Zentimeter. Der Schwarmwobbler hat seinen Test bestanden.

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Attacke von unten. Dieser Hecht stürzte sich voll auf den Bauchdrilling und wurde sauber gehakt. Foto: A. Pawlitzki

Fischschwarm-Wobbler von Jenzi gibt es übrigens in unterschiedlichen Längen: 9 und 13 cm (schlanke Minnow-Wobbler) sowie 6 und 8 Zentimeter (bauchige Crankbait-Modelle).

 

 

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