Geldstrafe für Catch and Release: Welsangler verurteilt

Ein 20-jähriger Mühlheimer veröffentlichte seine Welsfänge in einer Tageszeitung. Dort gab er an, die Fische nach dem Fang wieder schwimmen gelassen zu haben. Nun muss er eine Geldstrafe für das Catch and Release zahlen.

Geldstrafe für Catch and Release: Weil er seine Waller nach dem Fang wieder schwimmen ließ, muss nun ein Angler eine Geldstrafe zahlen. Foto: BLINKER/O. Portrat

Weil er seine Waller nach dem Fang wieder schwimmen ließ, muss nun ein Angler eine Geldstrafe zahlen. Foto: BLINKER/O. Portrat

Catch and Release ist in Deutschland verboten. Zumindest wenn man keinen vernünftigen Grund vorweisen kann, dass man die Fische wieder freigelassen hat. Das ist nun einem Welsangler zum Verhängnis geworden. Der Vorfall ereignete sich bereits 2015. Dort gingen dem 20-Jährigen Angler zwei Welse in der Ruhr an den Haken, die er anschließend wieder frei gelassen hat. Auf die Fänge ist anschließend eine Tageszeitung aufmerksam geworden, die darüber berichtete. Dort erzählte der Angler stolz von den spannenden Drills der zwei Welse mit einer Länge von je 1,73 und 1,85 Meter, sowie, dass er die Fische anschließend wieder schwimmen ließ. Und genau das wurde ihm jetzt zum Verhängnis. Denn der Artikel sorgte nicht nur bei den Lesern für Aufmerksamkeit, sondern auch beim Veterinäramt der Stadt Mühlheim an der Ruhr.

Geldstrafe für Catch und Release

Als die Behörde von dem Fang erfuhr, lud sie den Angler auf ein Gespräch ein. Dort sollte er sich zum Vorfall äußern und gab zu, dass er die Fische nach dem Foto wieder frei gelassen hat. In diesem Fall ist der der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt, weil die Fische nicht aus einem vernünftigen Grund gefangen und sinnvoll verwertet, sondern freigelassen wurden. „Da er nicht vorbestraft und zum Zeitpunkt der Fänge 17 beziehungsweise 18 Jahre alt war, entschieden wir uns für eine Geldstrafe in Höhe von 528,50 Euro.“, so Volker Wiebels von der Pressestelle der Stadt Mühlheim gegenüber BLINKER.de. Es hätte jedoch für den 20-jährigen Mühlheimer aber auch noch schlimmer kommen können. Wäre der Fall nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als Straftat geahndet worden, dann wäre der Angler vor Gericht gekommen, die Geldbuße wäre deutlich höher ausgefallen und er wäre jetzt vorbestraft. Doch zum Glück für den Mühlheimer ist es nicht so weit gekommen.

Die Ruhr ist sehr abwechslungs- und fischreich. Foto: BLINKER/ S. Bialk

Die Ruhr ist sehr abwechslungs- und fischreich. Foto: BLINKER/ S. Bialk

Angelverein drohte mit Maßnahmen gegen den Angler

Als der Angelverein des 20-Jährigen von den Vorkommnissen erfuhr, haben sie ihn aufgefordert, aus dem Verein auszutreten und seinen Angelschein abzugeben. Doch durch ein klärendes Gespräch mit dem Vorsitzenden konnte ein Rauswurf am ende doch noch abgewendet werden. Nun darf der er weiterhin im Angelverein bleiben und seinem Hobby an der Ruhr nachgehen. Ob er jedoch weiterhin seine Fänge mit dem Zusatz „Catch und Release“ in einer Tageszeitung veröffentlichen möchte, steht nicht im Raum.

4 Kommentare0 Antworten

  1. Profilbild von helge4u

    Als Angelanfänger stelle ich mir da einige Fragen. Ich kenne so einige Welsangler am Rhein und am Main. Alle wollen den Drill-Thrill mit grossen(!) Welsen. Da werden Welse von 1,80m und mehr gefangen. Und was dann tun mit dem Wels, nach dem obligatorischen Erinnerunsfoto? Zum Essen taugt der nicht, den würde nicht einmal der Hund noch fressen, sagte mir einer. Zurücksetzen ist aber verboten. Begraben? Einen Fisch von 1,80m Länge? Leider keinen Bagger dabei gehabt – und ob das erlaubt wäre sei mal in den Raum gestellt. Ab in die Bio-Tonne? Mal ehrlich, und jeder weiss es: Es gibt kaum einen Wels-Angler, der seinen Fang NICHT zurücksetzt. Mir sagte sogar einer durch die Blume, es sei geradezu ein Verbrechen an allen Wels-Anglern, einen kapitalen Wels nicht zurück zu setzen, auf dass sie auch den Spass haben können, ihn zu drillen. Allenthalben höre ich aber die Klagen der Nicht-Wels-Angler, dass diese Viecher die anderen Fischbestände ruinieren. Was also tun? Der Gesetzgeber hat mal wieder etwas bestimmt, ohne die Konsequenzen zu bedenken. Wenn es darum geht, übermässig viele Welse zu dezimieren, könnte der Gesetzgeber ja eine Prämie dafür ausloben, kapitale Welse bei Ordnungsbehörden abzugeben. Aber dann wäre zu befürchten, dass kapitale Welse gezüchtet werden, um die Prämie zu kassieren. Darum meine Frage: Muss man das alles gesetzlich regeln?

  2. Profilbild von muenchner99999999

    naja, wenn z.B in der Karte steht aufgrund des hohen Welsbestandes muss jeder Wels entnommen werden, damit eine gute Bewirtschaftung des Gewässers gewährleistet ist und das Gewässer nicht kahlgefressen wird, dann wäre es verbrecherisch diese zwei welse gegen den willen der Bewirtschafter freizulassen, fertig jetzt das gejammere der wels freunde finde ich als angler peinlich…als gewässerwart würde mir das kotzen kommen, wenn so welche leute für die welsplage mitverantwortlich sind

  3. Profilbild von hagar

    Unglaublich,
    Ich verfgolge euch von Frankreich wzil ich daß Magazin mag aber diese Catch and Realeas Regelung in Deutschland ist völlig Mittelalterisch. Es gibt sicher schwerere Straftaten die von den Behörden verfolgt werden sollten. Jetzt verstehe ich besser warum so viele Deutsche in den Grenz Regionen nach Frankreich zum angeln kommen.


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