Langsam auf Hecht: In der Ruhe liegt die Kraft
Mit „Ruhe“ sind bei diesem Sprichwort Tempo und Pausen beim Spinnfischen gemeint. Und „Kraft“ steht für den Fangerfolg. Man könnte also sagen: Wer seinen Köder beim Spinnfischen langsam und sogar mit Pausen führt, fängt auch besser. Denn man ehrlich, jeder von uns kennt das doch: Wenn man den ganzen Tag wirft und wirft und wirft, steigert man dabei häufig ganz unbewusst das Führungstempo. Der Köder läuft dann viel zu schnell. Hört sich vielleicht komisch an: Aber wirklich langsam zu angeln, ist gar nicht so einfach. Klar: wenn man eine neue und womöglich richtig „heiße“ Stelle anwirft, ist man normalerweise hoch fokussiert und konzentriert und macht dann auch alles richtig. Aber wenn es mehrere Stunden keinen einigen Biss gibt, wird ein hoch konzentriertes und langsames Spinnfischen auf Hecht irgendwann ein gelangweiltes und zu schnelles Einleiern. Das ist normal: Wichtig ist nur, dass man sich dessen bewusst ist, so dass man sich selbst dabei ertappt und dann immer wieder das Führungstempo reduziert.
Wichtiger Beißreflex beim Spinnfischen auf Hecht
Wer einen Hecht mal beim Fressen beobachtet hat, weiß, dass er sich einem Beutefisch oft nur nähert und ihn dann anvisieren. Der Hecht steht dann in Zustoß-Position vor dem sich nicht bewegenden Fisch. Und sobald der kleine Fisch sich nur ein bisschen regt, stößt der Hecht blitzschnell zu. Und genau dieser Beißreflex wird durch langsames Spinnfischen auf Hecht mit Pausen ausgelöst. Man muss dabei ebenfalls bedenken, dass Hechte einem Köder nicht immer hinterherschwimmen. Das kommt zwar vor, ist aber nicht der Regelfall. Normalerweise lauern Hechte irgendwo und stoßen dann aus der Deckung heraus vor. Und wenn sie den Fisch verfehlt haben, ziehen sie sich wieder in ihre Deckung zurück. Wenn eine Beute, also unser Kunstköder, zu schnell vorbeiläuft, ist er oftmals schon wieder aus dem Aktionsradius des Hechtes verschwunden, eher dieser überhaupt die Chance hatte, zuzustoßen. Eine langsame Köderführung erhöht somit die Chance auf einen Biss enorm. Und die Pause triggert dann den Beißreflex des Räubers.
Immer auf langsames Spinnfischen achten!
Dazu muss natürlich gesagt werden, dass sich nicht alle Kunstköder durch langsames Spinnfischen auf Hecht immer und überall auch langsam und mit Pausen führen lassen. Klar: So genannte Suspender-Köder, die also so austariert sind, dass sie bei einem Stopp in ihrer Lauftiefe stehen bleiben, sind ideal für diesen Führungsstil. Die kann man auch mal 5 Sekunden stehen lassen. Wenn aber je nach Wassertiefe und Strömung mit schweren und sinkenden Ködern geangelt wird, können die nicht immer langsam und mit Pausen geführt werden, weil sie sonst zum Grund durchsacken und womöglich hängen bleiben. Oder schwimmende Wobbler, die bei einem Stopp wie ein Korken an die Oberfläche aufsteigen. Bei solchen Ködern müssen die Pausen dann eben etwas kurzer ausfallen. Denn kurze Spinnstopps von nur einer Sekunde sind immer noch besser als keine Stopps! Bei der Wahl eines Köders sollte deshalb immer gecheckt werden, ob er sich auch mit Pausen führen lässt. Lieber einen hässlichen, aber langsamen Köder, als einen schönen und schnellen! Wie gut aktuell gefangen wird, kann man sehr gut an den Fangmeldungen bei den Angelmasters verfolgen.

Bild: AW
Wer viele Stunden kurbelt und kurbelt, wird unbewusst häufig immer schneller.

Bild: AW
Beim Spinnfischen immer konzentriert zu bleiben und den Köder langsam und mit Pausen zu führen, ist gar nicht so leicht.

Bild: Schlichting
Gummifische mit schweren Jigköpfen sacken bei Pausen zu schnell ab.
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