Einsteiger unterschätzen häufig die Bedeutung von einem hochwertigen Kescher beim Spinnfischen. Fakt ist jedoch: Die Wahl des richtigen Modells hat großen Einfluss auf Komfort, Mobilität und Fischschonung. Doch worauf kommt es bei einem Kescher für das Spinnfischen wirklich an?
Die wichtigsten Anforderungen an einen Kescher zum Spinnfischen
Ein guter Kescher zum Spinnfischen muss mehrere Eigenschaften gleichzeitig erfüllen. Anders als beim stationären Ansitzangeln steht beim Spinnfischen die Mobilität im Vordergrund. Der Kescher sollte daher leicht, handlich, kompakt und schnell einsatzbereit sein.
Geringes Gewicht
Spinnangler legen oft viele Lauf-Kilometer am Gewässer zurück. Jeder zusätzliche Ballast macht sich hier bemerkbar. Moderne Kescher bestehen deshalb häufig aus leichtem Aluminium oder Carbon. Carbon-Modelle überzeugen durch ihr besonders geringes Gewicht bei gleichzeitig hoher Stabilität, kosten allerdings dafür auch etwas mehr als Alu-Modelle.

Bild: A. Pawlitzki
Spart Gewicht: Auch beim Kescherstab ist Carbon das Material der Wahl, wenn man Leichtigkeit und Stabilität wünscht.
Schnell bereit für den Einsatz
Nach einem Platzwechsel möchte man keine Zeit verlieren und direkt weiterangeln. Ein guter Kescher sollte sich daher mit wenigen Handgriffen öffnen und nutzen lassen. Die meisten Spinnfisch-Kescher sind mit einem Klapp-Mechanismus ausgestattet und daher im Nu bereit für die Landung.

Bild: Schlichting
Bei den Keschern gibt es unterschiedliche Mechanismen: zum Stecken, Falten oder Klappen. Wichtig ist, dass der Zusammenbau möglichst schnell vonstatten geht.
Fischschonendes Netz
Egal, ob man bewusst Catch and Release praktiziert oder nicht – fischschonende Netze sind immer eine gute Idee. Es kann jederzeit eine geschonte Art, ein untermaßiger oder außerhalb des Fangfensters liegender Fisch beißen. In solchen Fällen entscheidet eine schonende Handhabung des Fisches stark darüber, wie hoch die Überlebenschancen nach dem Fang sind.

Bild: Schlichting
Solche gummierten Maschen schonen die Schleimhaut der Fische.
Gummierte Netze sind hierbei die erste Wahl (und teilweise sogar vorgeschrieben!). Sie verhindern effektiv Verletzungen an der Schleimhaut des Fisches. Aber das ist nicht alles. Gummierte Maschen nehmen auch kaum Wasser auf, sind dadurch leicht zu reinigen und müffeln deutlich weniger. Ein gummiertes Netz reduziert zudem das Risiko, dass sich Haken im Netz verfangen, was die Versorgung des Fisches enorm beschleunigen kann. Denn, wer schon einmal einen Wobbler mit 2 oder 3 Drillingen aus einem Keschernetz operieren musste, weiß, wie nervig und langwierig dieser Vorgang sein kann.

Bild: Andy Mielke/Alen Hirsch
Fast jeder kennt diesen Albtraum. Weiterer Vorteil der gummierten Maschen ist, dass sich Haken hier viel seltener verfangen.
Ausreichende Größe
Der beste Kescher nützt wenig, wenn der Zielfisch ganz einfach nicht hineinpasst. Die Größe sollte daher immer an die anvisierte Fischart angepasst werden. Während für Barsche und Forellen kleinere Modelle ausreichend sind, benötigen Hechtangler deutlich größere Kescherköpfe. Im Zweifel lieber zu einem etwas größeren Kescher greifen, als hinterher das Nachsehen zu haben.

Bild: W. Krause
Klar ist: Der Kescher muss zum Zielfisch passen. Forellenangler haben andere Ansprüche als Hecht- oder Zanderangler!
Kescher zum Spinnfischen: Bloß nicht zu kurz!
Beim Bootsangeln genügen in der Regel schon recht kurze Kescher, da man sich hier sehr nah am Wasser befindet. Beim Spinnfischen vom Ufer kann es aber durchaus vorkommen, dass eine große Distanz bis zum Wasser überbrückt werden muss. Ist der Kescher schlichtweg zu kurz, wird die Landung zum Drahtseilakt. Wer von erhöhten oder schlecht zugänglichen Standorten aus angelt, sollte daher immer einen ausreichend langen Kescher mitführen.
Aus dem Streetfishing Bereich gibt es mehrere Meter lange Kescher. Perfekt für das Angeln von Häfen, Kais, Spundwänden und Steinpackungen. An manchen Spots ist aber selbst der längste Kescher noch zu kurz. Dann führt kein Weg an einem Spundwandkescher vorbei, mit dem sogar Höhenunterschiede von einigen Metern kein Problem sind.

Bild: S. Boer
Extralange Streetfishing-Kescher, wie hier, passen schon für die allermeisten Spots, selbst wenn man beim Angeln etwas erhöht steht.

Bild: Schlichting
An manchen Spots führt kein Weg an einem Spundwandkescher vorbei…
Welche Keschergröße ist die richtige?
Die optimale Größe hängt – wie bereits erwähnt – maßgeblich von der Zielfischart ab. Als Orientierung passen folgende Kescher zu den entsprechenden Zielfischen:
Barsch und Forelle
Ein Kescherkopf mit 40-50cm Durchmesser reicht meist aus.
Zander
Modelle mit einer Breite von etwa 60 Zentimetern bieten ausreichend Reserven, um auch größere Zander sicher einzunetzen.
Hecht
Beim gezielten Hechtangeln sollte immer ein großer Kescher mit von der Partie sein, denn man weiß nie, wann der Meter fällt. Es empfiehlt sich ein Kescherkopf von mindestens 70 Zentimetern Breite mit tiefem Netz.
Gemischte Raubfischangelei
Wer flexibel auf verschiedene Fischarten angelt, fährt mit einem mittelgroßen Allround-Modell und einer Breite um die 60 cm meist am besten. Es gilt jedoch immer: ein großer Kescher kann auch kleine Fische landen, andersherum wird es jedoch schwierig.
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