Angeln in der Müritz: Traumrevier mit kapitalen Aussichten

Voller Komfort voraus! Das Angeln in der Müritz bedeutet nicht nur die Chance auf den Fisch des Lebens, sondern auch Entspannung und traumhafte Naturschauspiele. Lars Berding und Johannes Radtke waren mit dem Hausboot auf Deutschlands größtem Binnengewässer unterwegs.

Mit einer Länge von 29 km und einer maximalen Tiefe von 31 Meter ist die Müritz der größte See, der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt. Hier warten einige kapitale Fische.

Bild: Fotolia

Beim Angeln in der Müritz hat man zahlreiche gute Mit einer Länge von 29 km und einer maximalen Tiefe von 31 Meter ist die Müritz der größte See, der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt. Hier warten einige kapitale Fische.

Unser Hausboot ist ein schwimmender Palast. Mit verschlafenen Augen stehe ich auf der Terrasse, die locker die Abmessungen meines heimischen Wohnzimmers sprengt. Neben mir dampft ein frischer Kaffee. Es muss kurz nach sechs sein. Die Jungs schlafen noch. Die Sonne hat sich gerade so vom Horizont gelöst und der erste Barsch hängt bereits beim Angeln in der Müritz am Haken. Was für ein Start in den Tag.

Der Jagdeifer ist erst einmal befriedigt, und so kann ich in aller Ruhe in der Kombüse verschwinden und meinen Mitbewohnern ein kräftiges Frühstück machen. Rührei, Speck, frische Brötchen aus dem Ofen, frisch gepresster Orangensaft – das volle Programm.

5 Tipps zum Angeln auf der Müritz von Hecht-Fachmann Stefan Dast

  1. Wer auf der Müritz erfolgreich sein will, muss kein Frühaufsteher sein. Die Mittags- und Abendstunden sind äußerst produktive Phasen.
  2. Von Juni bis Oktober über den Krautfeldern mit flachlaufenden Wobblern fischen – hier rappelt’s.
  3. Man braucht nicht unbedingt XXL-Köder um große Hechte zu fangen, auch kleinere Wobbler verleiten die großen Hechte zum Biss.
  4. Angelt man mit Gummifisch über einem Krautfeld, sollte man den Köder bis knapp übers Grünzeug absinken lassen und ihn dann anliften.
  5. Das Wasser der Müritz ist ziemlich klar, deshalb sollte man zu natürlichen Dekoren bei Kunstködern greifen.

Angeln in der Müritz mit Hausboot

Wir haben uns für zwei Tage auf einem Hausboot auf der Müritz eingemietet. Diese Kombination aus schwimmendem Ferienhaus mit allem Komfort und einem der spannendsten Angelreviere Europas ist einzigartig. Die Müritz mit ihren Nebengewässern ist das größte Seengebiet Deutschlands. Der Bodensee ist zwar flächenmäßig etwas größer, doch an ihm haben auch Österreich und die Schweiz ihren Anteil. Gleichzeitig ist die Müritz eines der fischreichsten Binnengewässer Deutschlands. Ob Friedfisch oder Raubfisch: Das Angeln in der Müritz nimmt in dieser Region traditionell einen hohen Stellenwert ein.

Schwimmende Wohlfühlzone: Mit dem Hausboot kann man die besten Plätze ansteuern und direkt vom Deck aus angeln.

Bild: J. Radtke

Schwimmende Wohlfühlzone: Mit dem Hausboot kann man die besten Plätze ansteuern und direkt vom Deck aus angeln.

Unsere Reise beginnt an der „Kuhnle-­Werft“ in der Marina Müritz. Die Hausboote sind eigentlich weniger Boote als echte Schiffe. Es stehen an der Müritz viele verschiedene Modelle zur Verfügung, passend für Geldbeutel und Personenzahl. Unser Schiff hat Platz für bis zu neun Personen, besitzt drei getrennte Schlafzimmer (jeweils mit eigenem Bad), eine voll ausgestattete Küche mit zwei Kühlschränken, Gasherd und Backofen – kurz: Es mangelt uns an nichts!

Das eigentliche Leben findet zumindest bei gutem Wetter auf Deck statt. Die voll möblierte Sonnenterrasse mit Bimini-­Verdeck und Steuerstand ist riesig, das Boot selbst über zwölf Meter lang! Ein Führerschein ist zwar gerne gesehen, jedoch dürfen die Boote tatsächlich auch ohne ein Kapitänspatent gesteuert werden – eine entsprechende vorherige Einweisung ist allerdings Pflicht.

Wir lassen den Anker herunter und legen uns in Wurfentfernung vor einen Schilfgürtel. Es schreit nach Hecht!

Bild: L. Berding

Wir lassen den Anker herunter und legen uns in Wurfentfernung vor einen Schilfgürtel. Es schreit nach Hecht!

 

Faktencheck Müritz

  • Die Müritz liegt in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Das Gewässer ist mit einer Fläche von über 110 Quadratkilometern Deuschlands größtes Binnenmeer.
  • Die tiefste Stelle liegt bei 31 Metern, die durchschnittliche Tiefe beträgt rund sechs Meter.
  • Urlaub auf dem Wasser hat in dieser Region eine lange Tradition.
Die Seenplatte mit der Müritz sind für Angler ein absolutes Traumrevier.

Bild: BLINKER

Die Seenplatte mit der Müritz sind für Angler ein absolutes Traumrevier.

360 Grad Angeln

Wir fischen direkt vom gesamten Boot. Ob vom Schiffsbug, von der Badeplattform am Heck oder von der Terrasse finden sich ringsherum ideale Plätze. Auch wenn wir an dieser ersten Stelle zunächst schneidern, fühlen wir uns wie im ­Paradies. Wir ver­legen das Boot mehrfach und lernen dabei dieses wunderschöne, weitläufige Ge­wässersystem näher kennen. Das Angeln in der Müritz ist ein Traum! An jeder Ecke, nach jeder Kurve, in jedem neuen Abschnitt warten neue Hotspots auf uns. Wir wissen gar nicht, welchen wir als nächstes ansteuern sollen.

Wir ankern, wir driften, alles ganz wie mit einem normalen Kleinboot auch. Letzteres haben wir übrigens auch noch dabei. Am Heck angebunden ziehen wir unser Dingi hinterher. Von diesem aus können wir auch flache Bereiche und kleine Seitenarme befischen, für die unser Hausboot zu groß ist oder zu viel Tiefgang hat (der allerdings auch nur einen knappen Meter beträgt).

Mit einem kleinen Beiboot lassen sich auch die ganz flachen Gewässerbereiche befischen.

Bild: L. Berding

Mit einem kleinen Beiboot lassen sich auch die ganz flachen Gewässerbereiche befischen.

Am Abend hat man die Qual der Wahl: Anlegen am Pier im Hafen oder im freien Gewässer ankern. Genug Wasser ist an Bord. Dank ausreichendem Gasvorrat und Zusatzbatterien ist man locker für eine ganze Woche in der Lage, autark zu sein. Allerdings sollte man das Boot einige Stunden am Tag bewegen, damit die Batterien immer ausreichend geladen sind. Und so legen wir uns in den drei Nächten an die schönsten Plätze der Müritz und ­genießen die Zeit auf dem Wasser. Ein absoluter Traum, auf diese Art seinen Angelurlaub zu verbringen. ­Apropos: In der ­Nebensaison sind die Boote durchaus ­erschwinglich.

Ausrüstung zum Angeln in der Müritz:

  • Schwere Spinnrute zum Hechtangeln (WG 60 bis 100 Gramm)
    große Gummi­fische, Wobbler
  • Leichte Spinnrute für Barsch (WG 10 bis 20 Gramm)
    Spinner, Wobbler, Dropshot-Montagen
  • Leichte Matchrute für Weißfische (WG bis 20 Gramm)
    Pose, Bleischrote, Haken

Die Müritz ist ein großes Gewässer mit vielen Kapitalen

Die Müritz ist der größte See, dessen Wasserfläche sich komplett in Deutschland befindet. Der Name Müritz kommt übrigens aus dem Slawischen und bedeutet „Kleines Meer“. Eine durchaus passende Bezeichnung für dieses Gewässer mit seiner Fläche von über 110 Quadratkilometern. In ganz Deutschland ist die Müritz, die zur Mecklenburgischen Seenplatte gehört, für seinen enormen Bestand an Großhechten bekannt. 20- und 30-Pfünder werden regelmäßig gefangen und sogar 40-pfündige Räuber wurden schon erbeutet.

Stefan Dast befischt die Müritz regelmäßig – wegen der dicken Hechte.

Bild: S. Dast

Stefan Dast befischt die Müritz regelmäßig – wegen der dicken Hechte.

Ganzjährig Hecht

Die Hechtangler profitieren davon, dass es für die Müritz keine Hechtschonzeit gibt. Man kann also 365 Tage im Jahr dem Esox nachstellen. Auch wenn es in der Müritz viele Großhechte gibt, so springen sie einem doch nicht in den Kescher. Wer an diesem Gewässer angreift, sollte über ein Boot verfügen, denn die See-Ufer sind häufig mit Schilf bewachsen und die vom Ufer aus befischbaren Bereiche fallen oft sehr flach aus.

Angeln in der Müritz vom Boot

Wer vom Boot angelt, hat deutlich mehr Möglichkeiten. Ist der schwimmende Untersatz noch mit einem Motor ab 5 PS und einem Echolot ausgestattet, kann man den See nach Hotspots absuchen. Und die gibt es reichlich: Die Müritz wird von mehreren Rinnen durchzogen. Hier liegt die Gewässertiefe bei bis zu 20 Metern. Es gibt aber auch ausgeprägte Flachwasserzonen mit viel Kraut.

Angelschein für die Müritz

In Mecklenburg-Vorpommern ist ein sogenannter Touristenfischereischein erhältlich. Dieser Fischereischein wird für einen Zeitraum von 28 Tagen ausgestellt und kann bei Vorlage der Erstausstellung im Kalenderjahr auch mehrfach verlängert werden. Erwerben kann ihn jedermann, der das 14. Lebensjahr vollendet hat.

Erhältlich ist der Touristenfischereischein in Angelfachgeschäften, bei Touristeninformationen, Kurverwaltungen, Campingplatzbetreibern und Binnenfischern. Weitere Infos zum Touristenfischereischein und eine Liste der Ausgabestellen findet man unter www.angeln-in-mv.de

Für die Müritz sind Tageskarten (12 €), Wochenkarten (33 €), Monatskarten (63 €) und Jahresscheine (160 Euro) erhältlich. Fürs Schleppangeln braucht man eine zusätzliche Erlaubniskarte. Die Karten erhält man auf Campingplätzen, in Angelgerätefachgeschäften oder bei der Fischerei Müritz-Plau GmbH.

Über die Website www.mueritzfischer.de kann man die Erlaubnisscheine auch online erwerben. Die Fischerei Müritz-Plau verleiht führerscheinfreie Boote mit Außenbordmotor (teilweise mit Echolot) und organisiert geführte Angeltouren.

Darüber hinaus findet man große Muschelbänke. Bei den Methoden hat man an der Müritz die freie Wahl: Schleppen mit Wobblern oder das fächerförmige Absuchen interessanter Stellen mit Gummiködern oder Wobblern. Wo das Kraut hoch wächst, sollte man sein Glück mit dem Blinker versuchen. Neben Hechten kann man in der Müritz auch schöne Barsche fangen.

Immer schön auf Kurs bleiben! Der Stichkanal zwischen der Müritz und dem Kölpinsee.

Bild: J. Radtke

Immer schön auf Kurs bleiben! Der Stichkanal zwischen der Müritz und dem Kölpinsee. Foto: j. Radtke

Die gestreiften Räuber lassen sich sehr gut an den Barschbergen im See überlisten. Barsch-Spezialisten entlocken der Müritz regelmäßig Räuber bis 45 Zentimeter Länge. Top-Köder sind Gummifische und Twister. Ab August sind „stechende Möwen“ gute Wegweiser zu fängigen Stellen. Wo die Vögel auf Kleinfischjagd gehen, sind auch die Barsche nicht weit. Aale lassen sich in der Müritz sogar tagsüber fangen, und zwar am besten in tiefen Löchern. Ein saftiger Tauwurm an der Grundmontage bringt Bisse.

Hinter vorgehaltener Hand wird auch über richtig große Karpfen in der Müritz gesprochen. Da das Uferangeln allerdings nur eingeschränkt möglich ist, müssen Erfolg versprechende Stellen vom Boot befischt werden. Wer dieses Großgewässer befischt, sollte allerdings nicht nur ans Angeln, sondern auch an seine Sicherheit denken: Ab Windstärke 4 können sich tückische Wellen aufbauen. Deshalb sollte man unbedingt den Wetterbericht im Auge behalten. Auch bei Nebel ist die Müritz nicht zu unterschätzen, weil man schnell ohne GPS und Kompass die Orientierung verliert.


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ANGELSEE-aktuell 03/2019

Das Magazin für Forellenangler

ANGELSEE aktuell ist das einzige Magazin im deutschsprachigen Raum für die stetig wachsende Zahl der Angler, die an Angelseen, auch Forellenteiche genannt, ihre Köder auswerfen.
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