Durchlaufblinker: DER Meerforellenköder bei Wind und Wetter!

Bei windigen Bedingungen und bedecktem Himmel setzt Johannes Radtke auf Durchlaufblinker fürs Meerforellenangeln. Die Vorteile sind für ihn klar!

Der Traum jedes Küstenanglers: Einmal einen Blankfisch wie diesen fangen, in dessen Maul selbst ein Durchlaufblinker von 30 Gramm klein wirkt. Foto: A. Aggerlund / Westin Fishing

Bild: A. Aggerlund / Westin Fishing

Der Traum jedes Küstenanglers: Einmal einen Blankfisch wie diesen fangen, in dessen Maul selbst ein Durchlaufblinker von 30 Gramm klein wirkt.

Aufgrund ihrer schwerwiegenden Vorteile gegenüber klassischen Küstenblinkern finden sich in meiner Küsten-Köderbox immer mehr Durchlaufblinker. Diese Vorteile liegen neben den tollen und vielseitigen Laufeigenschaften vor allem in ihren Hakeigenschaften. Der Haken läuft dem Köder sauber hinterher – besonders, wenn er ohne Sprengring montiert wird. Deshalb verzichte ich fast immer auf ihn und knote den Haken lieber direkt an die Vorfachschnur. Insbesondere bei stark hin- und herpendelnden Ködern ist es entscheidend, dass der Haken in einer Flucht mit dem Köder läuft, sonst kommt es oft zu unsauber oder gar nicht gehakten Fischen.

Hängt der Fisch dann, kommt der zweite Vorteil des Durchläufers zum Tragen: Der Fisch kann sich wesentlich seltener wieder befreien. Schüttelt sich die Forelle, schießt der Köder geradezu nach oben auf dem Vorfach und die listige Mefo hat keinen guten Hebel mehr, um sich einfach abzuschütteln. Natürlich kommt es auch trotz dieser Eigenschaften immer mal wieder zu Aussteigern, doch die gehören beim Küstenfischen dazu.

So montieren Sie den Durchlaufblinker

Allzu kompliziert ist die Montage nicht unbedingt, doch ein paar Dinge sollten Sie beherzigen. Zuerst sollten Sie den Schnurkanal überprüfen – selbst bei teuren Blinkern gibt es hier manchmal hässliche Grate, die man mittels einer passenden Nadel entfernen muss. Besonders durchdachte Modelle haben inzwischen ein schnur-schonendes Plastikröhrchen im Inneren.

Der direkt an die Schnur geknotete Drilling läuft auch bei stark wedelndem Lauf des Durchlaufblinkers sauber auf seiner Spur. Foto: F. Pippardt

Bild: F. Pippardt

Der direkt an die Schnur geknotete Drilling läuft auch bei stark wedelndem Lauf des Durchlaufblinkers sauber auf seiner Spur.

Der Knoten am Haken ist durch ständiges Werfen und die Rotationen des Blinkers enormen Belastungen ausgesetzt. Daher wird er hier durch ein kurzes, relativ weiches Plastikröhrchen geschützt. Zudem sorgt es dafür, dass Knoten und Haken stets gut ausgerichtet sind, er also genau in Köder-Flucht zeigt. Würde der Blinker direkt an dem weichen Röhrchen reiben, wäre sein Spiel etwas eingeschränkt. Abhilfe schafft wiederum eine Perle aus recht hartem Plastik. So rotiert der Blinker fast uneingeschränkt und der Knoten ist geschützt.

Als Vorfach für den Angeln mit dem Durchlaufblinker wähle ich abriebfeste, durchsichtige Schnur (z. B. 0,50er Fluorocarbon). Der Haken sollte ein rostfreier, hochwertiger Drilling (Größe 4 bis 10) oder ein Einzelhaken (Größe 1 bis 4) sein.

Köderführung: Vorsicht vor dem Tennisarm!

Je nach Modell eigenen sich die Durchlaufblinker für unterschiedliche Einholgeschwindigkeiten. Grundsätzlich kann man sagen, dass schlanke Modelle eine schnelleres Tempo erlauben. Im Vergleich zum normalen Spinnfischen im Süßwasser sollten Sie aber alle Küstenköder ziemlich schnell führen. Nur dann durchschaut die Forelle den Schwindel nicht allzu leicht und packt eher zu. Eine weitere Grundregel: Je wärmer das Wasser, desto schneller muss man kurbeln. Im Frühjahr kann noch relativ „normal” schnell gekurbelt werden – und so ziemlich alle Blinker-Modelle fangen jetzt. Ab Mai kann das Einholen dann geradezu in Arbeit ausarten: Tennisarmgefahr!

Die Form verrät, wie man den Durchlaufblinker führen kann. Je schlanker, desto schneller! Foto: F. Pippardt

Bild: F. Pippardt

Die Form verrät, wie man den Durchlaufblinker führen kann. Je schlanker, desto schneller!

Glauben Sie mir, wenn ich Ihnen sage, dass Sie mit handelsüblichen Rollen unmöglich zu schnell für eine Meerforelle kurbeln können. Zu dieser extremen Einholgeschwindigkeit passend, fangen die schlankeren Blinker jetzt besser. Zu jeder Jahreszeit empfiehlt es sich, regelmäßig Spinnstopps beim Einholen einzulegen. Diese müssen nicht lang ausfallen, um eine Forelle zum Zuschnappen zu überreden. Normalerweise streue ich pro Wurf zwei, drei Stopps ein – einen, wenn der Köder fast vor meinen Füßen ist. Gibt es nur Bisse in den Stopps und sind viele davon nicht zu verwandeln, sollten Sie zu Fliege und Sbiro wechseln.

Grundsätzlich sollten Sie Ihre Köder eher schnell als langsam führen – das gilt sowohl für Durchlaufblinker als auch für Fliegen. Foto: J. Radtke

Bild: J. Radtke

Grundsätzlich sollten Sie Ihre Köder eher schnell als langsam führen – das gilt sowohl für Durchlaufblinker als auch für Fliegen.

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Tipp: Stopper vor dem Durchlaufblinker

Einige Küstenköder neigen dazu, im Stopp auf dem Vorfach nach vorne zu rutschen. Beißt die Forelle jetzt zu, ist es Glückssache, ob sie am Haken hängen bleibt. Abhilfe schafft ein oberhalb des Blinkers oder Wobblers aufgezogener Gummistopper. Eine kleine, harte Perle sorgt dafür, dass das Gummi des Stoppers den Köder beim Absinken nicht im Spiel stört.

Der Tuwob-Küstenwobbler wird durch den Stopper im Absinken am Haken gehalten – und so noch fängiger. Foto: F. Pippardt

Bild: F. Pippardt

Der Tuwob-Küstenwobbler wird durch den Stopper im Absinken am Haken gehalten – und so noch fängiger.


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