Zollbestimmungen Norwegen 2018: Neue Regeln zur Fischmitnahme

Neue Zollbestimmungen in Norwegen ab 2018. Dann darf wieder etwas mehr Fisch nach Deutschland eingeführt werden, als die bisherigen 15 Kilogramm. Doch das trifft nicht auf alle Angler zu. Wir zeigen Dir, was sich genau bei der Fischmitnahme ändert.

Neue Zollbestimmungen in Norwegen 2018. Dann dürfen je nach Touristenfischereibetrieb 20 Kilogramm bzw. 10 Kilogramm Fisch nach Deutschland eingeführt werden. Foto: BLINKER/R. Schwarzer

Neue Zollbestimmungen in Norwegen 2018. Dann dürfen je nach Touristenfischereibetrieb 20 Kilogramm bzw. 10 Kilogramm Fisch nach Deutschland eingeführt werden. Foto: BLINKER/R. Schwarzer

Bislang galt beim Angeln in Norwegen: Wer seinen frisch gefangenen Fisch aus Norwegen mit nach Deutschland nehmen will, darf nicht mehr als 15 Kilogramm Meeresfisch pro Person über die Grenzen ausführen. Dieses Gesetz wurde im Jahre 2006 von der norwegischen Regierung beschlossen und diente dazu, dass der Raubbau an den Fischbeständen verhindert werden sollte. Denn immer wieder wurden bei Kontrollen Angler kontrolliert, die mit mehreren hunderten Kilo Fischfilets das Land verlassen wollten – und das auf Kosten der einzigartigen Fischbestände der norwegischen Gewässer. Durch diese Regelung wurde auch dem illegalen Fischverkauf ein Riegel vorgeschoben. Nun sollen die Zollbestimmungen in Norwegen zur Mitnahme von Fisch gelockert werden, wovon aber nicht nur Angler, sondern auch Touristenfischereibetriebe und vor allem die Fischbestände profitieren.

Zollbestimmungen Norwegen 2018: Das ändert sich für Angler

Ab dem 01. Januar 2018 tritt die neue Zollbestimmung in Norwegen in Kraft. Dann ist die Mitnahme von Fischen auf 20 Kilogramm bzw. 10 Kilogramm beschränkt. Wie das neue Gesetz definiert ist und welche Punkte für die Ausfuhr erfüllt werden sein müssen, erfahrt Ihr in den folgenden Punkten:

  • Wer seinen Angelurlaub mindestens 7 zusammenhängende Tage in Norwegen bei einem registrierten Touristenfischereibetrieb verbracht hat, darf 20 Kilogramm Fisch ausführen. Die registrierten Touristenfischereibetriebe zeichnen sich dadurch aus, dass sie bei der Behörde gemeldet sind und die Fangzahlen (Fischart und Menge) ihrer Gäste an diese zuständige Behörde weiterleiten. Wer mindestens 7 Tage nach seinem ersten Angelurlaub einen weiteren Angelausflug in Norwegen plant, darf weitere 20 Kilo Fisch ausführen. Jedoch muss zwischen beiden Aufenthalten diese 7 Tage eingehalten werden.
  • Die Mitnahme eines Trophäenfisches, wie es sonst üblich war, fällt nach der neuen Zollbestimmung weg.
  • Sollten Angler ihren Urlaub in keinem registrierten Touristenfischereibetrieb abhalten, dürfen nur noch 10 Kilogramm Fisch ausgeführt werden. Auch hier ist die Mitnahme eines Trophäenfisches untersagt.
  • Die neuen Zollbestimmungen zur Mitnahme von Fischen aus Norwegen betrifft nur Salzwasserfische.
    Süßwasserfische, zu denen auch Lachse, Meerforellen und Saiblinge zählen, werden zu der neuen Zollbestimmung nicht zugerechnet und dürfen demnach ohne weitere Beschränkungen ausgeführt werden.

Diese neue Zollbestimmung kommt daher nicht nur uns Anglern entgegen, sondern auch den ansässigen Touristenfischereibetrieben – sofern sie bei den Behörden registriert sind. Aber auch der Fischbestand, um den es bei dieser neuen Regelung vorrangig geht, kann so noch besser kontrolliert werden und die Fischbestände werden nicht so sehr geschröpft, dass es am Ende vielleicht irgendwann mal heißen würde „Angelverbot in Norwegen“.

Wer in Norwegen angeln geht und fisch mktnehmen möchte, muss sich an die gesetzlichen Grundlagen halten. Foto: BLINKER/J. Radtke

Wer in Norwegen angeln geht und Fisch mitnehmen möchte, muss sich an die gesetzlichen Grundlagen halten. Foto: BLINKER/J. Radtke

Regeln für Angler in Norwegen

Das Angeln in Norwegen ist kostenlos. Sprich, eine extra Angelerlaubnis ist nicht nötig. Dennoch muss man sich neben der neuen Zollbestimmung auch weiterhin an die norwegischen Regeln halten. Diese lauten folgendermaßen:

  • Es dürfen ausschließlich handgehaltene Angelausrüstungen verwendet werden.
  • Auf folgende geschützte Arten darf nicht gefischt werden (Ganzjährig geschützt):Dornhai, Riesenhai, Heringshai, Blauleng, Hummer, Roter Thun, Seidenhai, Aal, Lippfisch
  • Geschützt während eines Teils des Jahres (siehe www.fdir.no oder fragt Euren Gastgeber):Schwarzer Heilbutt, Heilbutt, Seehase, Rotbarsch
  • Haltet die Mindestgrößenvorschriften für Fische ein (siehe Tabelle unten)
  • Der Verkauf des Fangs ist verboten.
  • Haltet beim Fischen einen Abstand von mindestens 100 Metern von Fischfarmen ein.
  • Bitte respektiert die Tierwelt und verschmutzt die Umwelt nicht. Tragt auf See stets eine Rettungsweste und achtet auf das Wetter – es kann sich schnell ändern.
ArtenMindestgröße
Nördlich von 62° N
Mindestgröße
Südlich von 62° N
Kabeljau (Dorsch)44 Zentimeter40 Zentimeter
Heilbutt80 Zentimeter80 Zentimeter
Rotbarsch32 Zentimeter32 Zentimeter
Steinbeißerkein Mindestmaßkein Mindestmaß
Seelachskein Mindestmaßkein Mindestmaß
Schellfisch40 Zentimeter31 Zentimeter
Wittling32 Zentimeter32 Zentimeter
Seehecht30 Zentimeter30 Zentimeter
Jakobsmuschel10 Zentimeter10 Zentimeter

Fischmitnahme aus Norwegen auch für Schmuggler interessant

Denn bevor dieses Gesetz in Kraft getreten ist, gingen den Zollbeamten in Norwegen immer wieder große Fische ins Netz. Gemeint sind aber nicht kapitale Dorsche & Co., sondern Schmuggler, wie diese Meldung zeigt: Einen ungewöhnlichen Fund machten norwegische Behörden bei einer Routinekontrolle eines Kleinbusses an der Grenze: In Kartons mit der Aufschrift eines Süßwarenherstellers fanden sie über 700 Kilogramm Fischfilets. Offenbar hatten drei Angler versucht, die Filets aus Norwegen nach Deutschland einzuführen. Das Filetieren und Verpacken dieser immensen Fischmenge muss wohl Tage gedauert haben. Gelohnt hat sich der Aufwand allerdings nicht – die Schmuggler mussten den Fisch abgeben und ein Bußgeld von rund 70.000 Kronen zahlen, was etwa 8.000 Euro entspricht.

 

Unglaubliche 700 kg Fischfilets wollten deutsche Angler aus Norwegen herausschmuggeln. Foto: nordlys.no/Zoll Norwegen

Unglaubliche 700 kg Fischfilets wollten deutsche Angler aus Norwegen herausschmuggeln. Foto: nordlys.no/Zoll Norwegen

2 Kommentare1 Antwort

  1. Profilbild von johan

    Die aussage ist so leider nicht ganz richtig. Sie schreiben wenn ich min 7 zusammen haengende tage in norwegen fische darf ich die besagten 20 kilo ausfuehren. Das ist falsch. Ich darf die besagten 20 kilo auch mit nur einem oder mit 3 tagen verweildauer in Norwegen ausführen. Ich darf das aber im gegensatz zur alten regelung nur einmal alle 7 tage machen. Vorher durfte ich die erlaubten 15 kilo aber alle 24 std ausfuehren.

  2. Profilbild von nixfaenger

    Alles schön oder doch nicht? Was mach ich nun mit dem großen Fisch der die 20 kg Grenze übersteigt und nicht mehr zurück zu setzen ist. Welche Landehilfen sind im Markt vertreten um Catch und Relase zu gestalten? ich möchte keinen Fisch zurücksetzen der gegafft wurde. Mir persönlich reichen 15 Kg Filet ohne wenn und aber aus zumal ich Gast in diesem Land bin. Ich fange aber auch Fische über der 20 kg Marke und möchte nicht am ersten Tag das Angeln einstellen weil ich keine vernümftige Verwertung mehr leisten kann. Was ist mit einer entgeltlichen Zollmarke die es mir erlauben würde auch einen Großfisch zu versorgen? Ich finde das nicht durchdacht.

    • Profilbild von johan

      Es gibt eigendlich nur 2 fischarten in Norwegen die es ermoeglichen mit einem gefangenen exemplar ueber 20 kg an filet zu erhalten. Zum einen ist das der Heilbutt. Dieser vertraegt ein zuruecksetzen in der regel recht gut. Zum anderen ist es der Leng. Hier wird es aber wirklich nur sehr sehr selten vorkommen einen in der notwendigen groesse zu fangen. Da bleibt dann nur sich im Urlaub ein ordentliches filet zu braten und nachbern sowie vermieter dazu ein zu laden. Einen Leng kann man leider nicht releasen da er den druckausgleich nicht verkraftet und nicht wieder auf tiefe kommt. Also als moewenfutter enden wuerde. Dieses problem ist aber keines das mit der begrennzung der ausfuhrmenge geschaffen wurde , sondern besteht seit es die menschen mit fischfang versuchen


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