Fangverbot für Dorsch in der östlichen Ostsee

Die EU-Kommission hat am Dienstag ein Fangverbot für Dorsch in der östlichen Ostsee erlassen. Betroffen davon ist derzeit die gewerbliche Fischerei.

Der Dorsch bzw. Kabeljau ist im gesamten Nordatlantik bedroht. Foto: Blinker / R. Korn

Bild: Blinker / R.Korn

Der Dorsch bzw. Kabeljau ist im gesamten Nordatlantik bedroht.

Der Dorsch ist ein beliebter Speisefisch. Durch Überfischung gab es allerdings in den letzten Jahren immer wieder Diskussionen um seine Zukunft. Jetzt wurde am Dienstag (23. Juli 2019) von der EU-Kommission in Brüssel ein Fangverbot für Dorsch in der östlichen Ostsee erlassen. Dieses Verbot betrifft allerdings nur gewerbliche Fischer, die mit Schleppnetzen in dem Gebiet unterwegs sind. Auch das Ausbringen von Stellnetzen in Wassertiefen ab 20 Metern ist in dem Verbot mit verankert. Das Fangverbot soll zunächst bis Ende des Jahres aufrecht erhalten werden. Damit will die Kommission einen drohenden Zusammenbruch des Dorschbestandes verhindern.

Wissenschaftliche Auswertung als Grundlage für Fangverbot für Dorsch in der östlichen Ostsee

Laut Wissenschaftlern ist nicht nur die Überfischung Schuld an dem rückläufigen Dorschbestand, sondern auch andere Einflüsse. Dazu zählen ein zu niedriger Salzgehalt, zu hohe Wassertemperaturen, zu wenig Sauerstoff sowie ein Befall von Parasiten. All diese Faktoren tragen dazu bei, dass es dem Dorschbestand in der Ostsee nicht gut geht. Aus diesen Gründen forderten die Wissenschaftler sogar ein komplettes Fangverbot für Dorsch in der östlichen Ostsee. Ausgenommen vom Verbot sind die Bodden- und Küstengewässer, sowie bestimmte kleinere Fanggebiete.

Nun bangen viele Fischer um ihre Existenz. Jedoch kann nur eine Sofortmaßnahme dazu beitragen, dass auch noch in vielen weiteren Jahren ein gesunder Dorschbestand vorhanden ist, von denen Fischer und Angler profitieren können. Denn wenn weiter so mit dem Bestand umgegangen wird wie bisher, wird der Dorsch mit großer Wahrscheinlichkeit in ein paar Jahren nicht mehr existieren. Im Oktober diesen Jahres will die EU-Kommission über weitere Maßnahmen beratschlagen.

Dorschkollaps schon längeres Problem

Wenn der Dorsch wüsste, für wie viel Aufregung er in den letzten Monaten gesorgt hat, würde er sich wahrscheinlich freiwillig aus der Ostsee entfernen. Schließlich gab es wegen Fangeinschränkungen und geplanten Schutzzonen Proteste, Demonstrationen, Petitionen und öffentliche Debatten. Vor kurzem hat gar der DAFV wegen dieser Probleme vor dem EU-Parlament gesprochen.

Am Beginn der ganzen Aufregung stand der drohende Kollaps des Dorschbestandes in der westlichen Ostsee. Fast der komplette 2015er Nachwuchsjahrgang war ausgefallen. Dieser sollte 2017 eigentlich einen Großteil der Fangmenge der Angler und Fischer ausmachen. Um den Bestand nicht zusammenbrechen zu lassen, mussten die verbliebenen Elterntiere geschützt werden.

Aufgrund dessen wurde am 28. Oktober 2016 durch den EU-Rat erstmals in der Geschichte der Ostseeangelei eine Dorsch-Fangbegrenzung für Angler festgelegt und die Quote für die kommerzielle Fischerei um drastische 56 Prozent gegenüber 2016 gesenkt. Die Regelung für Angler beinhaltet, dass pro Tag nur noch sieben maßige Dorsche entnommen werden dürfen (Tagesfangmenge = englisch „Bag Limit“). In einer festgelegten Schonzeit, die in die Laichzeit fällt (1. Februar bis 31. März), sind nur drei Dorsche pro Tag erlaubt.


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