Pop-Ups sind aus der modernen Karpfenangelei nicht mehr wegzudenken. Entscheidend ist: Ein Pop-up „schwebt“ über dem Gewässerboden. Wann lohnt sich das Angeln mit Pop-Ups, wie montiere ich die Köder richtig und wie kann ich meine Montage perfektionieren? Das erklären wir in diesem Artikel.
1. Angeln mit Pop-Ups: schwebend zum Karpfen
2. Immer gut präsentiert: Rigs und Montagen
4. Angeln mit Pop-Ups: Schwimmverhalten im Blick
Angeln mit Pop-Ups: schwebend zum Karpfen
Wann punkten Pop-Ups?
Beim Pop-Up ist der Auftrieb der entscheidende Faktor, der diese Köder von sinkenden Boilies und anderen Bodenködern unterscheidet. Im Idealfall hebt der Pop-Up den Haken stabil vom Gewässergrund ab und hält diese Position für viele Stunden. Dadurch, dass der Pop-Up nicht direkt auf dem Grund aufliegt, ist er für die Fische leichter zu finden. Außerdem kann der Haken so bei den meisten Rigs keine Blätter oder Dreck am Grund einsammeln – das verhindert Fehlbisse.

Bild: F. Pippardt
Ein Stück weit vom Boden entfernt versinkt ein Pop-Up nicht in Sediment, Falllaub oder Bodenkraut und ist für den Fisch immer gut sichtbar.
Außerdem sinkt ein Pop-Up nicht so tief ins Bodensediment ein – besonders relevant bei weichen Böden. Auch bei etwas (Boden-)Kraut oder andersweitig unsauberen Gewässerböden punkten Pop-Ups. Mit der richtigen Montage legen sich die Köderkugeln federleicht auf Kraut oder Falllaub ab, anstatt auf Nimmerwiedersehen in den Stukturen am Grund zu verschwinden. Wichtig ist auch: Pop-Ups wirken nicht nur als Soloköder, sondern auch in Kombination. Sinkende Köder können mit einem Pop-Up kombiniert und dadurch ausbalanciert werden, wodurch sie leichter vom Fisch aufgenommen werden können und optisch hervorstechen.
Die Wahl des richtigen Pop-Ups
Worauf kommt es bei der Wahl des richtien Pop-Ups an? Hier zählen vor allem 4 Dinge – Farbe, Größe, Geruch und Auftrieb. Die optische Komponente spielt bei Pop-Ups eine entscheidende Rolle. Einer der größten Vorteile des Pop-Ups ist, dass diese Köder durch die erhöhte Position knapp über Grund im Wasser viel besser gesehen werden als Bodenköder.
Pop-Ups senden starke optische Signale. Knalliges Pink, Fluo-Orange oder leuchtendes Gelb – diese Farben bringen nicht nur Leben ins Wasser, sondern machen den Köder auch bei trübem Wasser oder Dämmerung gut sichtbar und können den entscheidenden Extra-Fressreiz liefern. Bei vielbeangelten Fischen oder später im Jahr können aber auch gedeckte und farblich unaufälligere Pop-Ups die perfekte „Waffe“ sein.

Bild: Spro
Farbig auffällige Pop-Ups bieten neben dem Geschmack auch einen starken visuellen Reiz.
Neben der Farbe ist der Geruch ein weiteres Qualitätsmerkmal bei Pop-Ups. Attraktive Aromen, die lange und intensiv abgeben werden, ergänzen den optischen Reiz perfekt. In Sachen „Flavour“ verfolgt jeder Karpfenangler seine eigene Strategie. Mit Klassikern wie „Scopex“, „Squid“ oder auch süßen Aromen wie Ananas macht man eigentlich selten etwas falsch. Auch gibt es verschiedene Typen bei Pop-Ups. Neben normalen Pop-Ups existieren auch solche, die mit einer besonders schnell löslichen Außenhaut versehen sind (diese werden oft „activated“ oder „cultured“ Pop-Ups bezeichnet). Solche Pop-Ups setzen in kurzer Zeit besonders viele Aromastoffe in der Wassersäule frei.

Bild: T. Steinbrück
Wie auch bei den Boilies, gibt es auch bei den Pop-Ups eine breite Palette an erhältlichen Flavours.
Die Größe der verwendeten Pop-Ups richtet sich nach der Jahreszeit und nach dem Einsatz (Fischgröße/Rig). Im Frühjahr sind kleinere Pop-Ups in z.B. 12 oder 15mm oft perfekt. Auch, wenn man kleinere Karpfen und Schleien nicht ausschließen möchte, sind kleinere Formate ideal. Später im Jahr bieten sich beim gezielten Karpfenangeln gegebenenfalls auch größere (z.B. 18 oder 20mm) Formate an.

Bild: T. Steinbrück
Kleinere Pop-Ups werden auch von Schleien gerne angenommen!
Da der Auftrieb von Pop-Ups variiert, und manche mehr, andere weniger stark auftreiben, ergibt es Sinn, den fertig montierten Pop-Up am Rig im Flachwasser zu testen. So sieht man, wie die Montage den Köder später im Wasser präsentiert und kann gegebenenfalls nachjustieren. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Pop-Up nicht das ganze Vorfach anhebt, sondern möglichst nur knapp über dem Grund schwebt. Das erreicht man durch zusätzliche Beschwerung (falls nötig), etwa mit Tungsten-Putty.

Bild: J. Müller
Pop-Ups sind der Klassiker im Frühjahr. Bei noch kaltem Wetter konnte dieser Spiegler einem Pop-Up am Hinged-Stiff-Rig nicht widerstehen.
Die wichtigsten Eigenschaften eines Pop-Ups
| Eigenschaft von Pop-Ups | Wirkung |
|---|---|
| Farbe | Visueller Reiz, Fernwirkung auch bei schlechten Sichtverhältnissen, Fische werden schneller auf den Köder aufmerksam |
| Geruch | Lockwirkung, reizt Fische auch bei schlechter Sicht/nachts |
| Auftrieb | Ermöglicht eine reizvolle Köderpräsentation bei weichen/unsauberen Böden und das Ausbalancieren von Bodenködern |
| Härte | Pop-Ups sind in aller Regel sehr widerstandsfähig. Das macht sie zu selektiven Ködern, die nicht so leicht von Kleinfischen oder Krebsen geklaut werden können |
| Material | Je nach Sorte/Hersteller haben Pop-Ups mehr oder weniger Auftrieb. Spezielle „activated“ Pop-Ups setzen besonders schnell/viele Aromen im Wasser frei und sorgen für eine noch höhere Lockwirkung |
2. Immer gut präsentiert: Rigs und Montagen
Damit Pop-Ups ihr ganzes Fangpotenzial entfalten, ist die richtige Präsentation an der Montage wichtig. Pop-Ups funktionieren nur an entsprechenden Rigs wirklich gut. Einige Montagen enthalten auch spezielle Bauteile.

Bild: Nash Tackle
Bei Karpfenmontagen kommen mitunter nicht wenige spezielle Bauteile zum Einsatz. Die meisten davon haben englische Bezeichnungen.
Ein klein wenig Begriffskunde
Die wichtigsten Bauteile bei Pop-Up-Montagen im Überblick:
- Anti-Tangle-Tube: Kleines Stück Gummischlauch, verringert Verwicklungen mit dem Blei und sichert das Vorfach auf einem Quick-Change-Swivel.
- Bait-Screw: Kleine Kunststoff-Schraube, auf die der Pop-Up einfach aufgeschraubt wird
- Bait-Floss: Spezialschnur zum Montieren von Pop-Ups. Wird durch den Köder gezogen und mit einem Feuerzeug zu einem Knubbel verschmort, um den Köder zu fixieren. Auch Zahnseide eignet sich hierfür
- Boom/Boom-Section: Steifes Zwischenstück in der Montage. In der Regel aus steifem Mono/FC oder auch steifem Geflecht
- Chod-Filament: Besonders steifes Monofil für den Bau von Chod-Vorfächern
- Chod-Haken: Spezielle Haken für das Chod-Rig. Für steife Vorfächer konstruiert und daher in der Regel mit nach hinten zeigendem Öhr
- Coated Leader: Geflochtenes Vorfachmaterial mit einem weichen Kern aus Geflecht und einer entfernbaren, steifen Außenhaut. Damit lassen sich teilweise versteifte Montagen binden oder bewusst „Gelenke“ in die Montage einbauen
- Helikopter-Rig: Montage, bei der sich das Blei am Ende befindet, während das Vorfach selbst an einem Ring-Swivel montiert auf Leadcore oder Schnur, von Stoppern gestoppt, ein wenig hin und her gleiten kann. Ergibt hervorragende Wurfeigenschaften und meist weniger Verwicklungen als andere Montagen
- Heli-Buffer: Gummihülle, die bei Helikopter-Rigs über den Einhänger für das Blei gezogen wird
- Heli-Safe: Spezielles Einhänge-System, bei dem das Blei unter Belastung ausgeklinkt wird und dann bewusst verloren geht. Dadurch verliert man weniger Fische in Strukturen/Pflanzen und die Verletzungsgefahr für den Fisch sinkt (Das Blei befindet sich beim Chod-Rig beispielsweise sehr nah am Kopf des Fisches; besonders gefährlich, wenn der Fisch mit dem Kopf schlägt)
- Hook-Bead: Kleine Gummiperle, um eine Bait-Screw, Micro-Rig-Ring oder Micro-Ring-Swivel direkt auf dem Haken zu fixieren.
- Inline-Blei: Durchlaufblei, das direkt auf die Schnur gefädelt wird. Der Wirbel, an dem das Vorfach hängt, wird ein Stück in das Blei hineingezogen und hält dort fest genug, um den Fisch zu haken. Ergibt im Regelfall den direktesten Selbsthakeffekt
- Lead-Clip: Kleines Plastikteil zum Einhängen von Bleien mit Öse. Das Blei wird mit einem Gummi (Tail-Rubber) gesichert. Der Fisch kann damit nach einem Abriss das Blei loswerden. Wird der Tail-Rubber nicht ganz auf den Leadclip geschoben, kann man auch dafür sorgen, dass das Blei bewusst verloren geht (z.B. beim Angeln in hindernisreichen Gewässern)
- Leadcore: Schwere, sinkende geflochtene Schnur, um die Montage und den ersten Meter unserer Schnur an den Boden zu pinnen, damit Karpfen damit nicht in Kontakt kommen können. Klassische Leadcore verfügen über einen Bleikern, es gibt aber auch bleifreie Varianten.
- Micro-Rig-Ring: Kleiner Metall-Ring zum Montieren des Köders mittels Bait-Floss
- Micro-Ring-Swivel: Erfüllt denselben Zweck wie ein Micro-Rig-Ring, bietet jedoch durch den zusätzlichen Wirbel mehr Flexibilität
- Quick-Change-Swivel: Spezieller Wirbel mit Einhänger. Vorfächer können damit schnell gewechselt werden und werden mit einem Anti-Tangle-Tube gesichert
- Ronnie-Swivel/Spinner-Swivel: Spezieller Wirbel, in den direkt ein Haken eingehängt und mit einem Stück Schlauch gesichert wird. Oft auch mit zusätzlichem Ring für mehr Flexibilität. Elementar für Spinner- und Ronnie-Rig
- Snag-Leader: Bezeichnet die Schlagschnur, die als Abriebschutz vor die eigentliche Hauptschnur geschaltet wird. Besonders relevant bei hindernisreichen Gewässern oder z.B. Totholz oder Muschelänken. Meist aus Monofil ab 0,50mm, in der Regel ca. 10-15m lang (Faustregel: 3-fache Rutenlänge)
- Soft Leader: Weiches, geflochtenes Vorfachmaterial
- Stiff Leader: Steifes Vorfachmaterial, geflochten oder auch Mono/FC
- Tungsten-Putty/Knetblei: Knetmasse, mit Tungsten (Wolfram) angereichert. Lässt sich flexibel portionieren und an Montagen und Schnüren anbringen. Wird verwendet, um Schnüre abzusenken und Köder/Montagen auszubalancieren
- Wafter: Im Prinzip wie ein Pop-Up, jedoch mit weniger Auftrieb, sodass der Haken vom Auftrieb des Köders nicht vom Boden angehoben wird und der Köder somit praktisch schwerelos ist
Pop-Ups richtig montieren
Anders als Boilies und andere Bodenköder, werden Pop-Ups nur in Ausnahmefällen an einem klassischen Haar montiert. Unabhängig vom jeweiligen Rig (Außer KD) gibt es 2 gute Möglichkeiten: Die Montage mit Micro-Rig-Ring oder Mircro-Ring-Swivel und Baitfloss oder wahlweise einfach den Pop-Up anschrauben mit einer Köderschraube.
Montage mit Bait-Floss

Bild: F. Pippardt
1. Das Baitfloss durch den Wirbel beim Micro-Ring-Swivel fädeln, dann beide Stränge des Baitfloss mit einer Boilienadel durch den Pop-Up ziehen.

Bild: F. Pippardt
2. Ist der Pop-Up auf das Floss aufgefädelt, den Pop-Up ein Stück an den Wirbel heranziehen, sodass der Köer aber noch flexibel bleibt. Die beiden überstehenden Bait-Floss-Enden auf ca. 2cm Länge kürzen.

Bild: F. Pippardt
Die überstehenden Enden mit einem Feuerzeug zu einem Knubbel verschmoren und diesen mit dem Feuerzeug an den Pop-Up andrücken. Schon sitzt der Pop-Up schön fest an der Montage.
Montage mit Bait-Screw

Bild: F. Pippardt
Mit einer Köderschraube ist die Montage noch einfacher: Einfach den Pop-Up aufdrehen und fertig!
Die besten Pop-Up-Montagen

Bild: Korda
Mit Pop-Ups führen verschiedene Montagen zum Fisch – hier gilt es, herauszufinden was gefällt und funktioniert!

Bild: F. Pippardt
Mit der richtigen Montage wird der Köder optimal präsentiert, dann steigen auch die Chancen auf solche Großfische!
Wir zeigen ein paar der bewährtesten Pop-Up-Rigs:
Chod-Rig

Bild: T. Steinbrück
Beim Chod-Rig gleitet ein kurzes, extrem steifes Vorfach auf einem Leadcore. Dadurch kann sich dieses Rig perfekt an den Untergrund anpassen. Auch die Wurfeigenschaften sind hervorragend!
Beim Chod-Rig wird der mit Tungsten-Putty ausbalancierte Pop-Up an einem sehr kurzen, enorm steifen Vorfach (Chod-Filament) angeboten, das in der klassischen Variante an einem Ring-Swivel auf einem Leadcore gleitet. Durch die große Flexibilität kann sich dieses Rig auch schwierigen Untergründen anpassen.
Ein Chod-Rig präsentiert auch auf etwas Bodenkraut den Köder sauber. Perfekt, wenn man den Gewässergrund nicht genau kennt. Ein weiterer Vorteil dieses Rigs ist, dass es sich nach einem Fehlbiss oder Kleinfisch-Kontakt immer wieder resettet und auch danach fängig bleibt. Zudem bietet das Chod-Rig hervorragende Wurfeigenschaften und es verwickelt sich im Wurf so gut wie nie.

Bild: Imperial Baits
Sogar auf Kraut kann ein Pop-Up mit dem Chod-Rig präsentiert werden. Das Leadcore legt sich wie ein Balken auf das Grünzeug, der Haken wird dann darüber präsentiert.
Vorteile:
- Passt sich flexibel auch schwierigen Untergründen an
- Resettet sich nach Fehlbissen oder Kleinfischgezuppel und bleibt weiter fängig
- Perfekte Weitwurfeigenschaften
- Nahezu 100% verwicklungsfrei
Nachteile:
- Benötigt relativ viele spezielle Bauteile
- Selbsthakeffekt tritt nicht so direkt ein wie bei anderen Rigs
- Sollte möglichst an lockerer Schnur gefischt werden
- Eignet sich nur für kleinere Blei-Gewichte (bis ca. 70g), da bei hohen Gewichten die Verletzungsgefahr für den Fisch und die Aussteigerquote steigt (außer beim Einsatz eines Heli-Safe)
Naked-Chod-Rig
Der Unterschied von Chod-Rig zum Naked-Chod ist lediglich, dass beim Naked-Chod-Rig statt klassischem Leadcore Monofil oder Fluorocarbon ab ca. 0,40mm verwendet wird, welche mit ein paar Kügelchen Tungsten-Putty beschwert wird. Das Naked-Chod-Rig kann also direkt auf der Hauptschnur oder der Schlagschnur gefischt werden. Das macht das Rig günstiger, unauffälliger und fischschonender als die klassische Variante mit Leadcore.

Bild: J. Müller
Beim Naked-Chod läuft das kurze Hakenvorfach nicht auf einem Leadcore, sondern auf Mono/FC, die mit Tungsten-Putty beschwert wird, damit die Schnur sich gut am Grund ablegt – genauso wie ein Leadcore.

Bild: F. Pippardt
Das Heli-Safe ist ein spezieller Blei-Clip. Mit einem einstellbaren Widerstand öffnet sich nach dem Biss der Einhänger und das Blei geht verloren. Das erleichtert den Drill in vielen Situationen und schützt den Fisch.
Hinged-Stiff-Rig

Bild: F. Pippardt
Das Hinged-Stiff-Rig ist im Grunde ein Chod-Rig, das mit einer zusätzlichen Boom-Section verlängert wird.
Das Hinged-Stiff-Rig ist im Prinzip ein verlängertes Chod-Rig. Hier wird zwischen den Ring-Swivel, der auf dem Leadcore gleitet und dem Chod-Vorfach noch ein 10-15cm langes Stück steifes Material (Boom-Section) eingebaut. Durch die Verlängerung bekommt das Rig noch mehr Flexibilität als das klassische Chod-Rig und der Köder wird ein Stück weiter weg vom Leadcore präsentiert. Außerdem kann das Hinged-Stiff-Rig sowohl als Helikopter-Montage als auch an einem Lead-Clip oder Inline-Blei gefischt werden.
Vorteile:
- Schöne und unauffällige Köderpräsentation
- Maximale Flexibilität bei schwierigen Gewässergründen; besonders wenn als Helikopter gefischt
- Recht direkter Selbsthakeffekt; vor allem mit Inline-Bleien
- An verschiedenen Bleisystemen fischbar (Helikopter, Lead-Clip oder Inline-Blei)
Nachteile:
- Noch mehr Materialbedarf als das Chod-Rig
- Verwicklungswahrscheinlichkeit erhöht sich durch die Verlängerung
- Selbsthakeffekt tritt an der Helikoptermontage noch etwas später ein als beim Chod-Rig
Spinner-Rig

Bild: F. Pippardt
Das Spinner-Rig ist ein Favorit vieler Karpfenangler: Es ermöglicht schicke Präsentationen und hat durch den frei drehbaren Haken auch eine super Hak-Quote.
Das Spinner-Rig verfügt über einen 360° frei drehbaren Haken. Der Haken wird direkt in einen Wirbel (Ronnie-Swivel) eingehängt und mit einem (Schrumpf-)schlauch gesichert. Der Köder wird hier durch Putty am Ronnie-Swivel ausbalanciert. Entsprechend steigt der Pop-Up nur so weit vom Grund auf, wie der Wirbel + Haken lang sind.
Damit lassen sich Pop-Ups einfach sehr nah am Grund präsentieren (das Binden so kurzer Chod-Vorfächer ist beispielsweise nämlich sehr schwierig). Oft sind nah am Grund angebotene Pop-Ups viel erfolgreicher als wenn der Köder weit aufsteigt. Zwischen Blei und Ronnie-Swivel wird noch ein kurzes Boom aus steifem Material eingebaut. Das Spinner-Rig lässt sich an allen Bleisystemem fischen. Mit Hilfe eines Hook-Bead wird eine Bait-Screw, Rig-Ring, oder Micro-Ring-Swivel direkt auf dem Haken angebracht. Daran wird dann der Pop-Up befestigt.
Vorteile:
- Schöne Präsentation nur eine gute Hakenlänge über Grund
- Durch steifes Material recht verwicklungssicher
- Durch den Wirbel ist der Haken um 360° drehbar, das ergibt eine gute Hakquote
- Kann an allen Bleisystemen gefischt werden
Nachteile
- Benötigt relativ viele Bauteile
KD-Rig

Etwas ungewöhnlicher als die bisherigen ist das KD-Rig. Es besteht aus weichem Material und der Köder wird hier ausnahmsweise am Haar gefischt und auch ausbalanciert.
Das KD-Rig ist ein geniales wie einfaches Rig, das aus weichem Material gebunden wird. Der Haken steht hier in einem besonders aggressiven Winkel ab und hakt sich beim Biss wie eine Kralle in den Unterkiefer des Fisches. Die Besonderheit hier ist, dass der der Pop-Up über eine Beschwerung auf dem Haar (z.B Putty oder Bleischrot) ausbalanciert wird.

Bild: J. Müller
Hier sieht man, in welch aggressiven Winkel der Haken beim KD-Rig absteht. Damit hakt sich der Haken wie eine Kralle in den Unterkiefer des Fisches, wenn der Karpfen den Köder aufnimmt.
Vorteile:
- Extra aggressiver Hakenwinkel
- Unauffällige Präsentation
- Ohne Beschwerung auf dem Haar auch für Bodenköder geeignet
- Benötigt wenig Material für den Bau
Nachteile:
- Die richtige Hakenform, Haarlänge und ein gut ausbalancierter Köder sind hier besonders wichtig
- Verwicklungsanfälliger als andere Pop-Up-Rigs
- Haken liegt komplett am Grund auf und kann so Blätter und Dreck einsammeln
Multi-Rig

Bild: T. Seemann/ Pippardt
Schnörkellos, aber gut ist das Multi-Rig. Als Plus sind hier sogar einfache und schnelle Hakenwechsel möglich, da der Haken nur eingeschlauft wird.
Eines der einfachsten Pop-Up-Rigs, das aus beschichtetem Vorfachmaterial gebunden wird. Beim Multi-Rig wird der Haken in eine Schlaufe eingeschlauft und kann so sogar nach Bedarf gewechselt werden. Durch das Entfernen der steifen Außenhaut des Vorfachmaterials vor dem Schlaufenknoten wird hier eine Art Scharnier kreiert, das dem Köder Flexibilität verleiht.
Vorteile:
- Schnörkellos gut und einfach zu binden
- Benötigt wenig Material für den Bau
- Schnelle Hakenwechsel möglich
- An verschiedenen Bleisystemem einsetzbar
Nachteile:
- Bodennahe Präsenationen sind mit dem Multi-Rig schwierig
- Weniger verwicklungssicher als andere Rigs
3. Pop-Up-Praxis-Tipps
Pop-Ups: Nicht nur solo!
Der Einsatz von Pop-Ups beschränkt sich längst nicht nur auf den Einsatz als Soloköder. Sinkende Boilies, aber auch andere Köder wie Tigernüsse lassen sich hervorragend mit Pop-Ups kombinieren. Dadurch kann der Köder optisch hervorgehoben und ausbalanciert werden, sodass er nicht so weit ins Sediment einsinkt und von den Fischen leichter aufgenommen werden kann. Ob man Boilies mit Pop-Ups „halb und halb“ kombiniert, einem Boilie einen ganzen Pop-Up als Sighter aufsetzt („Schneemann“) oder Eine Maiskette mit einem Stück Pop-Up so ausbalanciert, dass sie verführerisch am Grund steht, statt zu liegen – die Einsatzmöglichkeiten sind enorm vielfältig.

Bild: S. Göhring
Nicht nur solo, auch in Kombination spielen Pop-Ups ihre Vorteile aus!
Pop-Ups: So klappt der Ansitz mit den auftreibenden Verführern

Bild: T. Steinbrück
Extrascharfe Haken sind besonders bei Helikopter-Montagen mit Pop-Ups immer eine gute Idee, da dort der Selbsthakeffekt etwas verzögert eintritt.
- Teste unterschiedliche Farben je nach Jahres-, Tageszeit und Wassertrübung: Ein pinker Fluo-Pop-Up kann bei Morgendunst Wunder wirken, während grelles Orange bei bedecktem Himmel auffällt. Manchmal ist auch eine gedeckte Farbe oder ein activated Pop-Up der Weg zum Fisch.
- Geschmack sorgt für Abwechslung: Experimentiere ruhig mit verschiedenen Flavours bei den Pop-Ups. Auch die Kombination z.B. ein fischiger Boilie mit süßem Pop-Up kann bei den Fischen gut ankommen.
- Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Teste das fertige Rig mit dem montierten Köder immer vorher im Flachwasser. Bei Pop-Up-Montagen ist nämlich die Balance alles entscheidend! Treibt der Pop-Up zu weit auf und zieht das ganze Vorfach nach oben oder liegt der Köder sogar komplett auf dem Gewässergrund, weil der Haken zu schwer ist? Dann musst du dringend nachjustieren! Benutze Komponenten wie Haken/Wirbel in der zum Köder passenden Größe und verwende Tungsten-Putty, um die Montage so auszubalancieren, dass der Köder sich beim Absinken sanft ablegt und dann nur knapp über Grund steht.
- Gerade bei Pop-Ups bieten sich ultrascharfe Haken an. Damit klappt der Selbsthakeffekt spielend leicht. Da der Köder ein Stück vom Grund entfernt ist, ist die Gefahr, dass er stumpf wird, oder Dreck einsammelt auch fast null. Sogar saure Bodensedimente, wie es sie in manchen Gewässern gibt, können empfindliche Hakenpitzen bei einer Pop-Up-Montage nicht angreifen und wegoxidieren.

Bild: Richard Opitz
Ein gut ausbalanciertes Spinner-Rig mit Pop-Up bestückt und für noch mehr Attraktivität noch ein PVA am Haken – so kann eigentlich nichts mehr schiefgehen!

Bild: B. Wagner
Schadet nie: Die fertig beköderte Montage im Flachwasser testen. So sieht man schnell ob die Balance stimmt oder noch Anpassungen nötig sind.
4. Angeln mit Pop-Ups: Schwimmverhalten im Blick
Beim Angeln mit Pop-Ups gibt es kein Patentrezept in Sachen Material. Die Rezepturen der Hersteller fallen ganz unterschiedlich aus – das entscheidet darüber, wie stark dein Pop-Up schwimmt, wie lange er Duft abgibt und wie robust er ist. Der Mix aus Mehlen bestimmt, wie schwer oder leicht der Köder wird. Proteinbasierte Mischungen, etwa mit Eggalbumin, sind bekannt für starken Auftrieb und lange Schwimmfähigkeit. Kohlenhydratmixe mit viel Weizen saugen sich dagegen schneller mit Wasser voll und werden schwerer. Viele Hersteller setzen auf Korkpulver, Kunststoff oder kleine Glashohlkugeln („Glasbubbles“), um den Pop-Up-Effekt zu verstärken. Gerade Kork ist ein altbewährtes Mittel. Die Schwimmfähigkeit hält lange an und kann individuell angepasst werden.

Bild: Nollert
Nur wenn das Rig den Pop-Up sauber präsentiert, ist er attraktiv für unsere Zielfische. Der Auftrieb variiert dabei von Sorte zu Sorte und Marke zu Marke.
Schlechte Schwimmer? So unterschiedlich schwimmen Pop-Ups!
Vielleicht kennst du das Problem: Kaum am Wasser, zeigt sich bei manchen Pop-Ups, dass sie nach wenigen Stunden absacken. Hier wirkt nicht so sehr die Wassertiefe als Einflussfaktor, wie oft vermutet wird. Viel entscheidender ist die Porosität des Materials. Mit der Zeit saugt sich ein minderwertiger oder poröser Pop-Up langsam mit Wasser voll und verliert nach und nach seinen Auftrieb.
Ein schwacher Auftrieb kann an der Mischung des Pop-Ups liegen: Manche Hersteller mengen zu wenig „Auftriebsmittel“ bei und die Pop-Ups haben dann von Haus aus nur sehr wenig Auftrieb. Andere Möglichkeit: Der Pop-Up saugt sich voll Wasser, wenn du ihn mit einer Boilienadel aufziehst oder an einem Micro-Ring-Swivel befestigst. Eine Alternative sind dann vielleicht Bait-Screws – diese hinterlassen nur ein Loch im Köder und verschließen es besser.
Wir merken uns: Pop-Up ist nicht gleich Pop-Up. Bevor neue Pop-Ups ans Wasser kommen, empfiehlt sich daher dieser Schnellcheck:
1. Je Sorte einen Pop-Up komplett montiert am Rig und perfekt ausbalanciert in ein Glas mit Wasser geben und einige Stunden beobachten.
2. „Schwimmer“ als solche auf der Dose markieren, unsichere Kandidaten mit nachlassendem Auftrieb ebenfalls kennzeichnen.
3. Auftriebsschwache Pop-Ups mit Korksticks aufrüsten.
4. Wichtig: Mit Korksticks eignet sich nur die Montage mit Bait-Floss. Eine Bait-Screw sorgt für Unsicherheit, da Kork und Pop-Up ja nicht fest miteinander verbunden sind und sich ggfalls im Wasser trennen können.
Was nicht schwimmt, wird schwimmend gemacht!
Korksticks sind eine einfache Rettung für schlecht schwimmende Pop-Ups. Diese kleinen Helfer steigern den Auftrieb auf einfache Weise enorm. So geht’s:
1. Pop-Up aufbohren bis etwa zur Hälfte. Ideal sind dafür Bohrer (das kann auch ein einfacher Bohrer aus dem Baumarkt sein) mit 6 oder 8mm Durchmesser (passend zum Durchmesser der Kork-Sticks)
2. Korkstick einsetzen
3. Überstand abschneiden – fertig!

Bild: B. Gierth
Mit Kork-Sticks kann man auch schlecht schwimmenden Pop-Ups ganz einfach „Schwimmflügel verleihen“ und den Auftrieb erhöhen.
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