Der Drau-Stau – Angeln am Völkermarkter Stausee

Bled? Kennt jeder. Aber wusstet ihr, dass nur eine Autostunde davon entfernt ein echtes Paradies liegt, das nur wenige auf dem Schirm haben? Der Völkermarkter Stausee im Südosten Österreichs ist ein einzigartiges und abwechslungsreiches Revier. Mario Hribernig ist Local und Guide – er befischt den Drau-Stausee schon eine Ewigkeit.

Der Völkermarkter Stausee staut die Drau. Hier zu sehen: Sein Herzstück inklusive zwei der drei Naturschutzgebiete.

Bild: M. Hribernig

Der Völkermarkter Stausee staut die Drau. Hier zu sehen: Sein Herzstück inklusive zwei der drei Naturschutzgebiete.

Der Stauraum wurde zu Beginn der 60er Jahre geflutet, und bot speziell in den ersten 20 Jahren einen sehr produktiven Lebensraum für sämtliche Fischarten. Speziell bei Zanderanglern wurde dieses Gewässer in ganz Europa als Geheimtipp gehandelt, und Fische bis fast 1,20 Meter kamen hier an Land. Doch leider wandelte rigorose Entnahme das Blatt. Heute, gute 30 Jahre später, sind diese Ausnahme-Zander nahezu gänzlich von der Bildfläche verschwunden. Die Karpfen schwimmen im Völkermarkter Stausee zum Glück noch immer herum!

Abseits des Radars der Karpfen­szene

Es dauerte über 20 Jahre, bis sich nahezu sämtliche Fischarten des Stauraumes auf dieses unglaubliche Überangebot an Naturnahrung eingeschossen hatten. Heute sind die Abwachsraten der Fische dadurch wieder einzigartig. Allen voran die der Karpfen. Der Karpfenbestand hat sich prächtig entwickelt – vor allem, weil er abseits des Radars der europäischen Karpfenszene in Ruhe gedeihen konnte. Bei den heimischen Anglern fanden andere Fischarten größeres Interesse, und die wenigen Karpfenangler der Region fokussierten sich anderweitig. Denn da der Völkermarkter Stausee regelmäßig wechselnde Bedingungen, sehr hohe Weißfischdichten und eine große Wasserfläche aufweist, wichen die Karpfenjäger in der Vergangenheit an die umliegenden Teiche und Seen aus.

Neben Schmelzwasser und Regenschauern beeinflussen einige Zuflüsse den Wasserstand und die Trübung des Sees.

Bild: M. Hribernig

Neben Schmelzwasser und Regenschauern beeinflussen einige Zuflüsse den Wasserstand und die Trübung des Sees.

Pro Hektar Wasserfläche des Stausees kann man mit etwa 25 bis 30 Fischen rechnen. Tendenz steigend! Der hervorragende Bestand wird durch die Wasserstandsregulierung der örtlichen Kraftwerksbetreiber sehr unterstützt. Sämtliche anderen Staubereiche der Drau erhöhen ihren Wasserstand bei massiven Niederschlägen. Der Völkermarkter Stauraum als größter wird jedoch abgesenkt, sprich Zuwachs des Bestandes von oberhalb findet bei jedem Anstieg statt – Abwanderung keine. Das Durchschnittsgewicht ist bei etwa 10 bis 14 Kilo festzulegen. Die Anzahl der Fische mit 15 bis 20 Kilo ist sehr gut. Ab 20 Kilo wird die Luft allerdings deutlich dünner. Die magische 25 Kilo-Grenze wurde hier bereits ein paar mal durchbrochen, bildet allerdings die absolute Ausnahme. Auch Fische bis ganz knapp unter 30 Kilo sind bekannt!

Karpfen wie dieser mit knapp unter 30 Kilo bilden die Obergrenze am Völkermarkter Stausee.

Bild: M. Hribernig

Karpfen wie dieser mit knapp unter 30 Kilo bilden die Obergrenze am Völkermarkter Stausee.

Ein Jahr am Völkermarkter Stausee

Ich will euch einmal die Saison zusammenfassen. In den Monaten März und April kann hier eine sehr effektive Fischerei durchgeführt werden. Mai und Juni können sich in der Kärntner Berglandschaft als sehr launisch gestalten. Die Schneeschmelze und die drei großen, ­stehenden Naturschutzgebiete tragen ihren Hauptteil dazu bei. Bis in den Sommer hinein befindet sich der absolute Großteil des Gesamtbestandes in der unmittelbaren Umgebung dieser drei Naturschutzgebiete im zentralen Bereich des Gewässers. Diese Gebiete dienen den Fischen nicht nur als Laichgebiet sondern auch als Rückzugsort bei jeder für sie negativen Wasserveränderung.

Ab Ende Juni verteilen sich die Fische wieder mehr, nahezu über den gesamten Stauraum, bei Wasser-Höchsttemperaturen von um die 25 Grad. Nun solltet ihr den Fokus auf die schmalere, von der Strömung durchzogene, alte Flussstrecke legen.

Die Flachzonen sowie Naturschutzgebiete sind bis Mitte Juni voll Fisch. Durch große Schmelzwasserflüsse der umliegenden Berge führt der Fluss oft lang kaltes und braunes Wasser, dem die Karpfen aus dem Weg gehen.

Bild: M. Hribernig

Die Flachzonen sowie Naturschutzgebiete sind bis Mitte Juni voll Fisch. Durch große Schmelzwasserflüsse der umliegenden Berge führt der Fluss oft lang kaltes und braunes Wasser, dem die Karpfen aus dem Weg gehen.

Mitte September beginnt erneut der Wechsel im Stauraum und die Fische begeben sich mehr in den zentralen Bereich des Gewässers. Hier ist die Durchschnittstiefe des alten Flussbettes bei um die 6 bis 8 Meter, und eine der besten Zeiten des Jahres für die gezielte Angelei beginnt. Ab etwa Ende Oktober befindet sich die Wassertemperatur bereits auf unter 10 Grad im Schnitt, und (je nach der Intensität der großen Herbstumschwünge in den Bergen) kann dann noch eine sehr erfolgreiche Fischerei bis etwa Mitte Dezember durchgeführt werden.

KARPFEN 02/2021

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