Die richtigen Rollen für den Forellensee

Michael Kahlstadt erklärt, worauf es bei Rollen für den Forellensee ankommt und warum Größe und Schnureinzug perfekt zur Angelmethode passen sollten.

Regenbogenforelle

Bild: Kahlstadt

Da hat alles gepasst – der dicke Saibling konnte der Bremskraft trotz dünner Schnur nichts entgegensetzen.

Die Rollen werden oft unterschätzt

Beim Kauf neuer Ausrüstung achten viele Forellensee-Angler zuerst auf die Rute. Verständlich , schließlich hat man sie ständig in der Hand. Doch gerade die Rollen entscheiden am Forellensee oft darüber, wie angenehm und erfolgreich ein Angeltag wird. Eine schlecht laufende Rolle, eine ruckelige Bremse oder zu viel Schnurdrall können einem den Spaß schnell verderben. Besonders an kommerziellen Forellenseen, wo häufig mit sehr feinen Schnüren, leichten Ködern und sensiblen Methoden gefischt wird, sollte die Rolle wirklich zur Angeltechnik passen. Ich nutze deshalb für die verschiedenen Methoden ganz bewusst unterschiedliche Rollentypen.

Rollen

Bild: Kahlstadt

Drei Rollen, drei Einsatzgebiete – ganz links eine 5500er für weite Würfe, in der Mitte eine 3000er für die stationäre Angelei und rechts eine leichte 1000er für das UL-Angeln.

Kleine Rollen für UL

Beim Ultraleicht-Angeln mit Spoons, kleinen Gummiködern oder Mini-Wobblern nutze ich 1000er oder 2000er Rollen am Forellensee. Oft handelt es sich sogar um dieselbe Rolle mit unterschiedlichen Spulen. Gerade beim UL-Fischen ist ein völlig ruckfreier Lauf extrem wichtig. Läuft die Rolle hakelig, hat man beim langsamen Einkurbeln ständig das Gefühl, Bisse zu bekommen. Deshalb sollte man auf gute Lager achten. Besonders wichtig ist ein Kugellager im Schnurlaufröllchen. Fehlt es dort, verdrallt die dünne Schnur schnell. Ebenso wichtig ist eine sauber arbeitende Bremse. Wer mit feinen Schnüren fischt, braucht eine Bremse, die weich anlaufen kann. Sonst geht der Fisch schnell verloren. Meine UL-Rollen wiegen (passend zu den leichten Ruten) meist zwischen 180 und 230 g. Der Schnureinzug liegt ungefähr bei 60 bis 65 cm pro Kurbelumdrehung.

Matchrollen für Tremarella und Schleppen

Beim Tremarella-Angeln und klassischen Schleppen kommen bei mir spezielle Matchrollen zum Einsatz. Typische Größen sind 4500er, 5500er oder 6500er Modelle. Diese Rollen für den Forellensee darf man nicht mit normalen Spinnrollen verwechseln, weder von der Kapazität noch vom Gewicht und der Auslegung. Die flachen Matchspulen sorgen für weniger Schnurdrall und weitere Würfe mit leichten Montagen. Trotz der großen Spule passen oft nur etwa 150 m 0,18er Monofil auf die Rolle. Genau das ist gewollt. Außerdem bringen größere Rollen lange Tremarellaruten oder Schleppruten besser ins Gleichgewicht. Kleine Rollen machen lange Ruten oft kopflastig und unangenehm. Auch hier ist eine gute Bremse wichtig, da meist mit feinen Vorfächern gefischt wird. Meine Matchrollen wiegen etwa 270 bis 320 g. Der Schnureinzug liegt bei ungefähr 70 bis 80 cm pro Kurbelumdrehung.

Große Rollen für Bombarden

Beim Bombardenfischen verwende ich ebenfalls große Matchrollen, allerdings nur die größten Modelle. Der Unterschied bei der Wurfweite dieser Rollen am Forellensee ist enorm. Zwischen einer kleinen 3000er Rolle und einer großen 6500er Matchrolle liegen mit einer 20-g-Bombarde locker 15-18 m Wurfweite. Die große Spule sorgt dafür, dass die Schnur deutlich leichter abläuft. Gerade an großen Anlagen oder bei vorsichtigen Forellen können diese zusätzlichen Meter entscheidend sein.

Rollen für stationäres Angeln

Beim stationären Forellenangeln sind die Anforderungen meist geringer, da nicht ständig eingeholt wird. An kleinen Teichen reichen einfache 2000er oder 3000er Modelle oft völlig aus. Anders sieht es an großen Baggerseen aus, besonders beim Fischen mit der Auftreibenden Montage auf Distanz. Dort dürfen die Rollen am Forellensee ruhig größer ausfallen. Ich persönlich bevorzuge für die stationäre Angelei 3000er Freilaufrollen, wobei ich beim Kauf besonders auf einen sehr weichen und leichten Schnurabzug in der Feilaufstellung achte. So spüren die Forellen beim Abziehen fast keinen Widerstand. Das Gewicht spielt hier kaum eine Rolle, da die Rute meist auf einer Ablage liegt. Meine Freilaufrollen wiegen in der Regel zwischen 300 und 400 g.

Freilauf 2

Bild: Kahlstadt

Freilauf offen – der Fisch kann (fast) ungehindert Schnur abziehen.

Freilauf 1

Bild: Kahlstadt

Freilauf geschlossen – jetzt kann gedrillt werden!

Schnureinzug beeinflusst die Köderführung

Viele Angler achten bei Rollen für den Forellensee nur auf das Übersetzungsverhältnis. Genauso wichtig ist aber der Spulendurchmesser. Eine große Spule holt pro Kurbelumdrehung automatisch mehr Schnur ein. Gerade beim Schleppen oder Tremarella-Angeln beeinflusst das unbewusst die Einholgeschwindigkeit. Wer plötzlich eine größere Rolle fischt, schleppt oft automatisch schneller, ohne es zu merken. Deshalb sollte man sich nach einem Rollenwechsel immer erst an die neue Geschwindigkeit gewöhnen.

Qualität zahlt sich aus

Natürlich muss nicht jede Forellenrolle ein Vermögen kosten. Wer jedoch regelmäßig aktiv fischt, sollte bei Rollen für den Forellensee auf einen ruhigen Lauf, eine gute Bremse und saubere Schnurverlegung achten. Gerade am Forellensee machen solche Details oft den Unterschied und sorgen am Ende für mehr Fisch und deutlich mehr Spaß am Wasser. Mehr dazu gibt es auf dem Youtube-Kanal Mikes-Big-Trouts von Michael Kahlstadt

Regenbogenforelle 1

Bild: Kahlstadt

Eine gut laufende 1000er Rolle mit weich arbeitender Bremse – dann klappt es auch mit der dicken Lachsforelle.

 

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