Plötzlich Frühling
Noch vor wenigen Wochen haben wir mit klammen Fingern am Wasser gestanden, und plötzlich fühlt sich alles nach Frühling an. Die Sonne hat Kraft, die Tage werden länger, und man merkt sofort: Jetzt passiert etwas, gerade an großen Forellenseen. Denn im Frühjahr entstehen dort durch Sonne und Wind kleine Temperaturzonen. Und genau dorthin ziehen die Forellen. Wer das Wasser aufmerksam liest, seine Methode anpasst und den Mut hat, im Gegenwind zu stehen, wird jetzt schnell merken, dass der unbequemste Platz oft der beste ist. Es ist zwar ungemütlich, wenn einem ein kalter Wind ins Gesicht weht, aber genau dort gibt es die Bisse. Im Windschatten dagegen tut sich an solchen Frühlingstagen oft gar nichts. Das ist kein Zufall, sondern ein klassisches Frühlingsmuster bei Wind am Forellensee.
Warme Inseln im kalten Wasser
Ein großer Forellensee reagiert träge bei Wind. Während kleine Teiche schnell wärmer werden, bleibt der tiefe See lange kalt. Zunächst erwärmt sich nur die oberste Wasserschicht, oft nur wenige Zentimeter. Der Wind schiebt dieses leicht erwärmte Wasser dann in bestimmte Bereiche: flache Buchten oder windzugewandte Ufer. Dort entstehen kleine „warme Inseln“ im ansonsten kalten See.
Die Forellen folgen dem Wind
Für Forellen sind schon wenige Grad Unterschied bei der Wassertemperatur entscheidend. Nach dem Winter suchen sie gezielt angenehmere Bereiche auf. Das bedeutet im Frühjahr fast immer, dass die Fische im Forellensee dort stehen, wo der Wind hinbläst. Auch wenn es unbequem ist, genau dort sollte man jetzt angeln. Wer im Windschatten bleibt, fischt oft am Fisch vorbei. Die Forellen sind jetzt deutlich höher im Wasser unterwegs, aber meist noch nicht direkt an der Oberfläche. Häufig ziehen sie etwa einen Meter darunter ihre Bahnen. Deshalb lohnt sich genaues Beobachten: Wo sind steigende Fische? Wo sind Ringe an der Oberfläche? Wo sind Schatten von Schwärmen? Diese Zeichen verraten oft den entscheidenden Bereich.
Ultraleicht und nah am Ufer
Stehen die Fische flach, ist die UL-Angelei mit Spoons oder Gummiködern ideal. So angelt man präzise, unauffällig und genau in der richtigen Tiefe. Sind sie etwas weiter draußen, so greife ich gerne zu sogenannten Durchlaufblinkern. Modelle zwischen 5 und 8 g sind genau richtig, vor allem, wenn Lachsforellen im See sind. Durchlaufblinker fliegen weit und erzeugen durch das große Blatt eine enorme Druckwelle, das ist bei Wind am Forellensee genau richtig.
Weiter draußen mit der Bombarde
Sind die Forellen weiter entfernt, führt beim Wind am Forellensee kaum ein Weg an der Bombarde vorbei. Langsam sinkende Modelle sind jetzt perfekt, um den Köder etwa 100 cm unter der Oberfläche zu präsentieren. Als Köder benutze ich in diesem Fall Spinnerblätter aus Forellenteig. Auch diese erzeugen ordentliche Druckwellen. Mit den Farben muss man experimentieren. An einigen Tagen fangen grelle Farben, wie Chartreuse oder Orange, an anderen sind unauffälligere Farben wie Weiß, Gelb oder Grün besser. Vor allem bei Sonnenschein setze ich dann auf dunkle Farben wie Braun oder Schwarz.
Die stille Rute
Zusätzlich lohnt sich eine zweite Rute mit schwimmender Bombarde und Pilotkugel (Manchmal ist diese auch fängiger als die aktive Rute). Wichtig: Man solltemit der Tiefe experimentieren. Je nach Erwärmung des Wasser kann alles zwischen 30 cm und 120 cm unter der Oberfläche richtig sein. Als Köder bieten sich Bienenmaden an. Auch ein Bündel von Fleischmaden (4-5 Stück) am dünndrahtigen Haken oder ein Dendrobeana Wurm können den Erfolg bringen. Gerade vorsichtige Fische lassen sich so oft überlisten.
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Bild: Kahlstadt
Für größere Distanzen: Montage schwimmende Bombarde, Stopper, schwimmender Wirbel Pilot, 15 mm Pilotkugel, 8er Haken mit Bienenmade.

Bild: Kahlstadt
Diese Forellen aus dem Waldsee Bad Laer suchten das warme Wasser in einer Flachwasserzone.

Bild: Kahlstadt
Durchlaufblinker wie den Omura Inline Maxi benutze ich gerne statt eines Spoons, wenn die Fische etwas weiter draußen stehen.

Bild: Kahlstadt
Manchmal lohnt es sich, am großen See im Frühjahr ein Thermometer zu benutzen, um herauszufinden, wo das Wasser am wärmsten ist. Schon 1 Grad Unterscheid kann fangentscheidend sein.









