Nitratbelastung: Warum Dürre und Starkregen zum Problem werden
Eine neue Studie des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) zeigt: Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch klimabedingte Veränderungen des Wasserhaushalts beeinflussen die Nitratbelastung von Flüssen, Seen und Grundwasser.
Die Forscher untersuchten mehr als 3.800 europäische Flussgebiete und kamen zu dem Ergebnis, dass sowohl starke Regenfälle als auch Dürreperioden die Auswaschung von Nitrat fördern können. Ursache sind Veränderungen der Fließgeschwindigkeit des Wassers. Fließt Wasser zu schnell durch die Landschaft, bleibt weniger Zeit für den natürlichen Nitratabbau. Bei langen Trockenphasen kann sich Nitrat dagegen im Boden anreichern und später bei Starkregen schlagartig in Gewässer gelangen.
Besonders kritisch sehen die Wissenschaftler die Entwicklung in Teilen Ost- und Südeuropas. Dort könnten steigende Temperaturen und zunehmende Trockenheit bis zum Ende des Jahrhunderts das Risiko einer Nitratbelastung deutlich erhöhen. Für viele Fischarten und Gewässerökosysteme stellt dies eine zusätzliche Belastung dar.
Nach Ansicht der Forscher lassen sich die Risiken durch eine angepasste Düngung, vielfältige Fruchtfolgen und eine bessere Abwasserbehandlung reduzieren. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Science veröffentlicht.
Tipp: Das IGB-Dossier „Dürre und Starkregen – neue Wasserrealitäten in Brandenburg“ zum Download fasst aktuelle Forschungsergebnisse zusammen und gibt Empfehlungen für den Umgang mit zunehmender Wasserknappheit.
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