Meerwalnuss in der Ostsee: Gefahr für Fischbestände wächst

Die aus Nordamerika eingeschleppte Meerwalnuss breitet sich weiter in der Ostsee aus. Die invasive Rippenqualle frisst Fischlarven und -eier sowie Zooplankton und könnte damit heimische Bestände zusätzlich belasten. Für Badegäste ist sie dagegen ungefährlich.

Meerwalnuss Ostsee

Bild: Symbolbild: KI-generiert

Die invasive Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi) stammt ursprünglich von der nordamerikanischen Atlantikküste. Die Rippenqualle breitet sich seit Jahren in der Ostsee aus und kann durch den Fraß von Fischlarven und -eiern heimische Bestände beeinträchtigen.

Die Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi) sorgt erneut für Aufmerksamkeit. Die ursprünglich an der nordamerikanischen Atlantikküste beheimatete Rippenqualle breitet sich seit Jahren in Nord- und Ostsee aus und gilt als eine der problematischsten invasiven Meeresarten Europas.

Erstmals wurde die Art im Jahr 2006 in der Ostsee nachgewiesen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass sie über das Ballastwasser von Handelsschiffen eingeschleppt wurde. Anders als heimische Quallen besitzt die Meerwalnuss keine Nesselzellen und ist für Menschen ungefährlich.

Warum ist die Meerwalnuss problematisch?

Die Rippenqualle ernährt sich vor allem von Zooplankton. Auf ihrem Speiseplan stehen jedoch auch Fischlarven und -eier sowie kleine Krebstiere. Dadurch konkurriert sie mit zahlreichen Fischarten um Nahrung und kann den Nachwuchs wichtiger Bestände zusätzlich dezimieren. Besonders betroffen sein können unter anderem Hering und Sprotte.

Hinzu kommt ihre enorme Vermehrungsfähigkeit. Unter günstigen Bedingungen können sich die Bestände innerhalb kurzer Zeit stark entwickeln. Sauerstoffarme Bereiche der Ostsee scheinen der Art dabei weniger Probleme zu bereiten als vielen anderen Meeresorganismen.

Schleim am Strand

Im Sommer geben Meerwalnüsse große Mengen an Ei- und Samenzellen ins Wasser ab. Dabei können gallertartige Schleimansammlungen entstehen, die gelegentlich an Stränden zu beobachten sind. Für Badende besteht nach heutigem Kenntnisstand jedoch keine Gesundheitsgefahr.

Hoffnung durch natürliche Feinde

Ganz schutzlos ist das Ökosystem allerdings nicht. Forschungen zeigen, dass es in Nord- und Ostsee natürliche Gegenspieler der Meerwalnuss gibt. Ob diese ausreichen, um größere Massenentwicklungen dauerhaft zu begrenzen, hängt von den jeweiligen Umweltbedingungen ab.

Stckbrief: Meerwalnuss (Mnemiopsis leidyi)

  • Herkunft: Atlantikküste Nordamerikas
  • Nachweis in der Ostsee: seit 2006
  • Nahrung: Zooplankton, Fischlarven und -eier
  • Gefahr für Menschen: keine
  • Problem: Konkurrenz zu heimischen Fischarten und Fraß an deren Nachwuchs


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