Nordsee und Ostsee deutlich zu warm
Nordsee und Ostsee haben sich im Sommer 2026 ungewöhnlich stark erwärmt. Das zeigen aktuelle Messungen des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH). Besonders hohe Wassertemperaturen wurden in der südlichen Nordsee, im Ärmelkanal und vor Helgoland gemessen.

Bild: NASA
Nordsee und Ostsee aus dem All: Satellitendaten fließen ebenfalls in die Auswertung der Oberflächentemperaturen ein.
Nordsee erlebt fünftwärmsten Sommer seit 1997
Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Nordsee betrug im Sommer 2026 15,6 Grad Celsius. Damit lag sie knapp ein Grad über dem langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2021. Es war der fünftwärmste Nordseesommer seit 1997.
Besonders warm waren die südliche Nordsee und der Ärmelkanal. Dort lagen die Temperaturen teilweise mehr als zwei Grad über dem langjährigen Mittel. In einigen Gebieten wurden sogar neue Höchstwerte gemessen.
Vor allem der Juni fiel ungewöhnlich warm aus: Die Temperatur lag mehr als 1,5 Grad über dem Durchschnitt. Auch der Juli war deutlich zu warm, während der August etwas kühler als üblich ausfiel.

Bild: BSH
Die Karten zeigen die Abweichungen der Oberflächentemperaturen vom langjährigen Mittel der Jahre 1997 bis 2021. Besonders die südliche Nordsee sowie Teile der Ostsee waren im Sommer 2026 deutlich zu warm.
66 Tage Hitzewellen vor Helgoland
An der BSH-Messstation Helgoland-RM wurden 2026 insgesamt 66 Tage mit marinen Hitzewellen registriert. Am 1. Juli lag die Oberflächentemperatur dort fast vier Grad über dem für diesen Tag üblichen Wert.
Von einer marinen Hitzewelle wird gesprochen, wenn das Meer an mindestens fünf aufeinanderfolgenden Tagen ungewöhnlich warm ist. Maßgeblich sind die Temperaturen, die zu dieser Jahreszeit normalerweise gemessen werden.
Solche Wärmeperioden können Meereslebewesen stark belasten. Mit steigender Wassertemperatur kann zugleich der Sauerstoffgehalt sinken. Für Fische bedeutet das zusätzlichen Stress. Einige Arten weichen deshalb in kühlere oder tiefere Gewässer aus.

Bild: BSH
Die roten Flächen zeigen, wann die Wassertemperatur vor Helgoland die Schwelle zu einer marinen Hitzewelle überschritt. 2026 wurden dort 66 Hitzewellentage registriert.
Auch die Ostsee war deutlich wärmer
Die durchschnittliche Oberflächentemperatur der Ostsee lag im Sommer bei 17,2 Grad Celsius und damit ebenfalls knapp ein Grad über dem langjährigen Mittel. Es war der siebtwärmste Ostseesommer seit 1997.
Besonders große Abweichungen gab es vor der schwedischen Ostküste, an der deutschen und polnischen Küste sowie im Norden der Ostsee. Dort war das Wasser teilweise mindestens 1,5 Grad wärmer als üblich.
Auch in der Ostsee stach der Juni hervor: Mit einer Abweichung von fast drei Grad war es der drittwärmste Juni seit Beginn der Messreihe. Im Juli und August lagen die Temperaturen dagegen weitgehend im normalen Bereich.
Was bedeutet das für Fische und Angler?
Anhaltend hohe Wassertemperaturen verändern die Lebensbedingungen im Meer. Kälteliebende Fischarten können Lebensraum verlieren oder in kühlere Gebiete abwandern. Gleichzeitig können sich wärmeliebende und nicht heimische Arten weiter ausbreiten.
Warmes Wasser kann außerdem Algenblüten und Sauerstoffmangel begünstigen. Dadurch verändern sich Lebensräume und Nahrungsnetze. Für Angler kann das bedeuten, dass sich Standplätze, Aktivitätszeiten und das Vorkommen bestimmter Fischarten verschieben.
BSH überwacht die Meerestemperaturen
Das BSH wertet wöchentlich die Oberflächentemperaturen von Nordsee und Ostsee aus. Dafür kombiniert es Satellitendaten mit Messungen von Stationen und Forschungsschiffen. Die Ergebnisse helfen dabei, langfristige Veränderungen zu erkennen und die Folgen des Klimawandels besser einzuschätzen.
Quelle: Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH)
Weitere Informationen
- zu den wöchentlichen Analysen der Meerestemperaturen beim BSH
- zur zukünftigen Entwicklung der Meerestemperaturen beim DAS-Basisdienst
- zum ExtremWetterKongress und zur KlimaManagementTagung in Hamburg
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