Es gibt wohl kaum eine andere Angelart, bei der sich in Sachen Köder, Methoden oder Gerät in den letzten Jahrzehnten so gut wie nichts verändert hat. Viel wichtiger sind die Wetter- und Wasser-Bedingungen. Und je nachdem, ob und wie weit diese Bedingungen zusammenfallen, kann man das Beißverhalten vom Aal sogar in 5 verschiedene Beiß-Level unterteilen.
Bild: Schlichting
Wie gut Aale beißen, hängt ganz entscheidend von den Wetter- und Wasserbedingungen ab.
Der Wurm ist der beste Köder auf Aal
Beim Karpfenangeln, beim Spinnfischen oder beim Stippen: Es gibt entweder ständig neue Köder, feinere Montagen und modernere Methoden. Manchmal sind es vielleicht nur Feinheiten, manchmal auch richtige Trends. Manche neue Methoden oder Köder sind plötzlich so angesagt, dass sie überall beworben werden und gefühlt alle davon sprechen. Beim Aalangeln gibt es das nicht wirklich: Der Tauwurm ist und bleibt der beste Köder und das klassische Grundangeln mit zum Teil schweren Bleien ist nach wie vor die effektivste Methode. das Beißverhalten vom Aal wird durch andere Faktoren beeinflusst.
Bild: Schlichting
Dieser Tauwurm ist über die komplette Länge auf Haken und Vorfach aufgezogen worden. Dadurch kann er nicht so leicht abgefressen werden.
Kleine Details beeinflussen das Beißverhalten
Aber auch bei solch traditionellen Ködern und Methoden, lassen sich durch kleine Details die Fänge durchaus optimieren. Man könnte beispielsweise den Widerstand des Bleies etwas reduzieren, den Wurm mit anders aufziehen oder den Köder mit einem Lockstoff besprühen. Worauf es beim Aalangeln aber in erster Linie ankommt, sind die Wasser- und Wetter-Bedingungen. Kaum ein anderer Fisch ist bei diesen beiden Punkten so wetterfühlig wie der Aal. Bei klassischem Aalwetter ist es schwülwarm und bedeckt. Und im Idealfall liegt sogar in Gewitter in der Luft. Es kann aber auch gerne etwas windig sein. Und im September muss es auch nicht mehr schwülwarm sein. Schlecht sind dagegen wolkenlose Nächte. Und beim Wasser ist es wichtig, dass es trübe und eventuell sogar leicht erhöht ist. Braunes Hochwasser nach starken Regenfällen ist ideal. Was Aale weniger mögen, ist glasklares und flaches Wasser.
Beiß-Level 5
Bei typischem Aal-Wetter, wenn es im Sommer schwülwarm ist und ein Gewitter in der Luft liegt, kann man schon fast mit hundertprozentiger Sicherheit davon ausgehen, dass die Aale auch „laufen“. Das ist der top Level 5, das absolut beste Beißverhalten vom Aal. Das heißt, dass theoretisch alle Aale des Gewässers gierig fressend umherziehen und ohne Zurückhaltung auf alles beißen, was ihnen vors Maul kommt. Egal, ob groß oder klein, egal ob harter oder weicher Widerstand. Das sind dann solche Nächte, in denen die Aale so brutal beißen, dass die Ruten sofort krumm sind und die Aalglocken gefühlt nonstop bimmeln. In Gewässern mit gutem Aalbestand kann es dann sogar passieren, dass man es gar nicht schafft, mit zwei Ruten zu angeln, weil es direkt nach dem Einwurf immer sofort Bisse gibt. Leider sind solche Nächte selten geworden. Möglich sind sie aber trotzdem.
Bild: Paul Munzinger
Wenn nahezu alle Aale im Wasser umherziehen, gibt’s in der Regel auch reichlich Bisse.
Beiß-Level 4
Aber selbst dann, wenn die Aale bei Level 4 nicht „wie wild laufen“, sondern nur im Wasser umherziehen, macht das Aalangeln immer noch richtig Spaß. Dann sind die Bisse vielleicht nicht so brutal wie bei Level 5, dass die Ruten also nicht gleich krumm sind, aber es sind zumindest fast alle Aale des Gewässers unterwegs und es gibt auch regelmäßig Bisse. Manchmal muss man dem Aal beim Beißverhalten nur etwas mehr Zeit geben, den Köder zu nehmen, weil er oft nur zaghaft knabbern.
Bild: Schlichting
Die Aalglocke ist nach wie vor ein super Bissanzeiger beim Aalangeln.
Beiß-Level 3
Wenn die Bedingungen nicht mehr wirklich perfekt sind, haben wir Level 3: Dann verlassen die Aale nur noch vereinzelt und ganz vorsichtig ihre Verstecke. Und wenn sie unseren Köder entdeckt haben, beißen sie nicht sofort zu, sondern knabbern nur vorsichtig. Bei diesem Beißverhalten ist zum Teil ganz viel Geduld erforderlich, bis der Anschlag beim Aal gesetzt werden kann. Das sind solche Nächte, in denen es dann wichtig ist, die Präsentation des Köders zu verfeinern. Da kann es dann ausschlaggebend sein, ob man mit einem ganzen oder halben Wurm angelt, aber er aufgesteckt oder mit einer Ködernadel aufgezogen wird, oder ob man auch ein Lockstoff verwendet. Auch die Hakengröße oder der Widerstand der Montage können bei diesem Level wichtig sein.
Bild: Schlichting
Wenn die Aal nicht so richtig wollen, kann es manchmal Winder wirken, den Wurm mit einem Lockstoff zu besprühen.
Beiß-Level 2
Wenn die Bedingungen auf Aal nicht optimal sind, bleibt der Aal in der Regel in seinem Versteck und guckt dann nur mit dem Kopf heraus. Das ist dann Level 2. Dann interessieren sie sich die Aale oftmals wirklich nur für das, was ihnen direkt vors Maul schwimmt. Spezis bezeichnen diese Fische dann als Standaale. Neben dem Feintuning von Köder und Montage ist es in solchen Nächten auch wichtig, den Köder regelmäßig neu auszuwerfen. Denn das erhöht die Chancen, dass man einem Aal den Köder direkt vors Maul wirft.
Bild: Herbert frei
Wenn Aal im Grund stecken und nur mit dem Kopf herausragen, muss man ihnen den Köder direkt vors Maul werfen.
Beiß-Level 1
Wenn sich fast alle Aale komplett in ihre Verstecken zurückgezogen haben, nicht mal mehr mit dem Kopf aus dem Boden ragen und somit auch nicht fressen wollen, sprechen wir von Beiß-Level 1. Da es selbst bei solchem Beißverhalten aber immer noch den einen oder anderen Aal gibt, der nicht irgendwo im Schlamm oder Sand steckt, besteht zumindest noch eine ganz geringe Chance, dass man zumindest mal einen Zufallsbiss bekommt. Wenn sich 2 bis 3 Stunden gar nichts getan hat, braucht man auch nicht mehr auf die große Beißphase zu hoffen und sollte besser einpacken.
Wie gut aktuell Aale gefangen werden, kann man immer sehr gut an den Fängen bei den AngelMasters verfolgen. Am besten gleich das AngelMasters-Logo herunterladen und mitmachen.
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