Angeln im Edersee: Kapitale an jeder Ecke

Das Angeln im Edersee in Hessen ist sehr vielseitig und anspruchsvoll. In jedem der vielen Sportboothäfen und an jeder Steganlage kann ein Kapitaler lauern. Wer die Räuber fangen möchte, darf bei den Methoden nicht zu festgelegt sein.

Beim Angeln im Edersee weiß man nie, was einem an den Haken geht. Foto: BLINKER/D. Schröder

Beim Angeln im Edersee weiß man nie, was einem an den Haken geht. Foto: BLINKER/D. Schröder

Mit einer Länge von 27 Kilometer und einem Stauinhalt von 223 Millionen Kubikmetern bei Vollstau kann man die Edertalsperre wirklich groß und mächtig nennen. Ihre schiere Größe macht es das Angeln im Edersee dafür aber nicht immer leicht, die Barsche zu finden. Aber je nach Jahreszeit haben sie auch hier ihre bevorzugten Plätze. So jagen sie zwischen März und Juni an folgenden Plätzen:

  • den Herzhauser Brücken vor Bringhausen und Rehbach
  • sowie in den flachen Bereichen der Waldecker Bucht.
  • Das Fürstental, die Banfe sowie Bringhausen und Rehbach sind auch im Sommer immer einen Versuch wert.

Wo einst im Mittelalter die Ritter in Nordhessen auf der Burg Waldeck ihre Kämpfe austrugen, kann man sich heute am Fuße der Burg mit anderen Rittern duellieren. Gemeint sind die Stachelritter in der Edertalsperre. Sowohl Barsche als auch Zander sind in dem Stausee, der sich auf einer Länge von 28 Kilometern zwischen Herzhausen und Hemfurth erstreckt, heimisch. Doch nicht nur die Fänge dieser beiden Fischarten sorgen hier immer wieder für Aufsehen. Große Hechte, fette Aale und vereinzelt sogar Welse lassen die Herzen der Raubfischangler ebenso höher schlagen. Aber auch Friedfischangler kommen beim Angeln im Edersee voll auf ihre Kosten.

Der Edersee in Hessen ist der ist mit 11,8 Quadratkilometer  Wasseroberfläche der drittgrößte Stausee in Deutschland. Grafik: BLINKER/L. Dainzer

Der Edersee in Hessen ist der ist mit 11,8 Quadratkilometer Wasseroberfläche der drittgrößte Stausee in Deutschland. Grafik: BLINKER/L. Dainzer

Angeln im Edersee mit schwankendem Pegel

Der Edersee, wie er im Volksmund genannt wird, wurde zum Hochwasserschutz des Eder- und Fuldatals und zur Wasserregulierung der Oberweser und insbesondere des Mittellandkanals angelegt. Deshalb ist der Wasserstand des Staus im Laufe des Jahres unterschiedlich hoch. Nach der Schneeschmelze im Frühjahr ist der See meistens randvoll, im Spätherbst dagegen ist dieser vielfach nur noch zu einem Viertel gefüllt. Diese Veränderungen haben natürlich auch Einfluss auf das Angeln im Edersee.

Niedrigwasser im Edersee. Foto: BLINKER/D. Schröder

Niedrigwasser im Edersee. Foto: BLINKER/D. Schröder

Der mit Abstand am häufigsten vorkommende Räuber ist der Barsch. Während in vielen Gewässern die Barsche bei einem recht hohen Bestand meist kleinwüchsig sind, sieht es an der Eder ganz anders aus. Über einen 35er-Barsch spricht hier eigentlich niemand mehr. Er gehört zum Alltag. Die kapitalen Exemplare zwischen 40 und 50 Zentimetern sind das eigentliche Ziel der Barschjäger in Nordhessen – und die Krönung stellt immer mal wieder ein Stachelritter über 50 Zentimeter Länge dar.

Die gestreiften Räuber kann man sowohl vom Ufer als auch vom Boot aus fangen. Bootsangler sind aber, wenn es um den Fang der richtig großen Fische geht, klar im Vorteil. Die Mehrzahl der Barschangler setzt auf Kunstköder, wobei sie Gummiköder eindeutig favorisieren. Aber auch Naturköder, wie tote Köderfische und der altbewährte Tauwurm sind als Köder nicht zu verachten.

Barsche wurmen

Der Tauwurm ist vor allem während der Hechtschonzeit der Topköder, da zu dieser Zeit der Einsatz von Kunstködern und Köderfischen nicht erlaubt ist. Eigentlich sind die Barsche allgegenwärtig in der Talsperre, doch es gibt auch hier einige Hotspots. Bei Vollstau lohnt sich das Angeln im Edersee zwischen der alten und der neuen Straßenbrücke oberhalb von Herzhausen, im oberen Bereich der Niederwerber Bucht, rund um die Liebesinseln bei Bringhausen, in der Rehbach, über den Hopfenbergen und in der Waldecker Bucht.

Je weiter der Wasserstand sinkt, desto mehr ziehen die Räuber in tiefere Regionen. Werft dann Eure Köder zum Beispiel zwischen dem Weißen Stein und der Rehbach, vor Bettenhagen, zwischen der Gelben Wand und Berich (hier aber unbedingt das Tauchgebiet beachten), an den Hopfenbergen, in der Waldecker Bucht und vor der Staumauer aus.

Räuber Nummer zwei ist der Zander. Auch für ihn stehen Gummifische in Längen zwischen acht und vierzehn Zentimetern weit oben auf der Köderliste. Nicht zu verachten ist auch ein kleines Rotauge oder noch besser ein Ukelei, der am Fireball-Jig vertikal angeboten wird.

Zander beißen zwar auch auf Gummifische, einheimische Angler setzen zum Fang der Stachelritter aber gerne auf einen Köderfisch an der Posenmontage. Foto: BLINKER/D. Schröder

Zander beißen zwar auch auf Gummifische, einheimische Angler setzen zum Fang der Stachelritter aber gerne auf einen Köderfisch an der Posenmontage. Foto: BLINKER/D. Schröder

Natur für Zander

Aber auch wer klassisch mit dem Köderfisch an der Grund- oder Posenrute ansitzt, wird nicht ohne Fangerfolg bleiben. Im Juni stehen die Räuber in den flacheren Seebereichen, zum Beispiel vor Herzhausen, Asel, im Fürstental oder vor Bringhausen. Ab August geht es dann auch hier in die tieferen Regionen. Die Fangplätze sind vielfach identisch mit denen, die bereits beim Barsch genannt wurden. Im Durchschnitt wiegen die gefangenen Zander hier knapp vier Pfund. Es gibt aber auch immer wieder Räuber, die mehr als sieben Kilo auf die Waage bringen. Einer der größten Zander der letzten Jahre hatte ein Gewicht von knapp 23 Pfund.

Zwar haben die Stachelritter dem Hecht, für den der Edersee jahrelang berühmt war, etwas den Rang abgelaufen. Doch auch heute lassen sich immer noch richtige Hecht-Granaten mit Längen bis zu 130 Zentimetern auf die Schuppen legen. Das durchschnittliche Fanggewicht der Hechte liegt bei zirka drei Kilo. Große Hechtdamen sind häufiger im Freiwasser anzutreffen. Aus diesem Grund ist das Schleppangeln die wahrscheinlich beste Fangmethode. Gut ausgerüstete Angelboote können am See gemietet werden.

Nicht weit von der Staumauer befinden sich verschiedene Bootsverleihe. Hier kann man auch Angelboote mieten. Foto: BLINKER/D. Schröder

Nicht weit von der Staumauer befinden sich verschiedene Bootsverleihe. Hier kann man auch Angelboote mieten. Foto: BLINKER/D. Schröder

Im Sommer lohnt sich in den Stunden der Dunkelheit auch der Ansitz auf den Aal. Es gibt die besagten Armdicken, die auf kleine Fischchen oder fette Würmer beißen. Immer mal wieder wird auch ein Wels gefangen, der größte brachte übrigens mehr als zwei Meter auf das Maßband und biss in der Banfebucht. Beifang beim Spinnfischen sind in den vergangenen Jahren auch immer mal wieder kampfstarke Rapfen gewesen. Einen solchen Kämpfer mit einem Gewicht von zehn Pfund 400 Gramm und einer Länge von 82 Zentimetern konnte ich im Sommer 2017 vor den Hopfenbergen auf einen Mepps-Spinner überlisten.

Füttern auf Friedfische

Der Friedfischbestand setzt sich zum größten Teil aus Brassen und Rotaugen zusammen. Egal, ob Ihr mit der langen Stippe, der Match- oder Feederrute angelt, diese beiden Arten lassen sich fast überall am See fangen. Wichtig für den Erfolg ist gezieltes Anfüttern, das mit entsprechendem Augenmaß passieren sollte. Beifang sind Rotfedern, Alande, Döbel und Güster sowie Ukelei. Letzteren, die in der Talsperre im Vergleich zu anderen Gewässern recht groß werden, wird oft nur wenig Beachtung geschenkt.

Raubfischangler kennen aber ihre Klasse, wenn es um einen guten Köderfisch für Barsch und Zander geht. Und auch so mancher gute Hecht biss bereits auf einen größeren Ukelei. Sonderlich schwer zu fangen sind die Silberlinge nicht. Meist reicht eine kurze Stippe und leichtes Oberflächenfutter, um sie zu angeln. Größter Friedfisch ist der Karpfen. Moosrücken über 50 Pfund wurden schon über den Kescher geführt. Allerdings ist der Bestand nicht besonders groß, sodass Karpfen kaum gezielt beangelt werden. Gleiches gilt für die Schleie.

Tolle Rotaugenstrecke: Solche Fänge sind mit der Kopfrute und Pose fast das ganze Jahr über möglich. Foto: BLINKER/D. Schröder

Tolle Rotaugenstrecke: Solche Fänge sind mit der Kopfrute und Pose fast das ganze Jahr über möglich. Foto: BLINKER/D. Schröder

Neben den genannten Arten kommen noch etliche andere im See vor, so zum Beispiel auch Quappen und Zährten, die in Hessen aber ganzjährig geschützt sind. Insgesamt tummeln sich rund 30 verschiedene Fischarten inklusive Bach- und Regenforellen im größten Stausee Hessens – einem wahren Angelparadies.Im Herbst, wenn der Wasserstand abgesenkt wird, ist auch an der Edersee Hochsaison auf Barsch, wobei besonders das Angeln vom Boot zu empfehlen ist. Bekannte Fangplätze sind zu dieser Zeit:

  • die Hopfenberge (hier werden aber auch Hechte und Zander gefangen)
  • der Weiße Stein
  • der Bereich vor dem Ederseemodell am Ende der Niederwerber Bucht
  • der Bereich vor der Staumauer.

Kleine, tote Rotaugen oder Barsche, welche an der Posenangel oder am Fireball angeboten werden, können dort so manchen dicken Fisch aus der Reserve locken.

Schöne Barsche werden immer wieder gelandet. 30-Zentimeter-Exemplare sind fast schon normal. Jedes Jahr werden aber auch einige kapitale Fische über 50 Zentimeter Länge gefangen. Foto: BLINKER/Archiv

Schöne Barsche werden immer wieder gelandet. 30-Zentimeter-Exemplare sind fast schon normal. Jedes Jahr werden aber auch einige kapitale Fische über 50 Zentimeter Länge gefangen. Foto: BLINKER/Archiv

Wer an die großen Hechte ran will, muss schleppen. Und zwar mit Kunstködern wie Wobblern oder Köderfischen am System. Tipp: Die Barsche am Edersee sind ziemlich ausgebufft. Oft kann man mit einem Köder einen Räuber aus dem Schwarm picken. Dann ist erst einmal Sendepause. Wer trotzdem weiter fangen will, muss den Köder wechseln. So lässt sich doch noch ein Räuber zum Biss verleiten.

des Edersees mit Steinpackungen befestigt. Foto: BLINKER/D. Schröder

Bei Herzhausen sind die Ufer
des Edersees mit Steinpackungen befestigt. Foto: BLINKER/D. Schröder

Wissenswertes rund um das Angeln im Edersee

  • Das Gewässer
    Stausee erbaut: von 1908 bis 1914
    Länge: 28 Kilometer
    Maximale Breite: 1.200 Meter
    Größte Tiefe bei Vollstau: 41,7 Meter
    Wasserfläche bei Vollstau: zirka 12 Quadratkilometer
    Stauvolumen: 225 Millionen Kubikmeter
    Länge der Staumauer: 400 Meter
    Höhe der Staumauer: 48 Meter
    Hauptzufluss: Eder
  • Erlaubnisscheinen (Stand September 2017):
    Tag: 10 Euro
    2 Tage: 18 Euro
    3 Tage: 25 Euro
    4 Tage: 31 Euro
    5 Tage: 36 Euro
    6 Tage: 39 Euro
    Woche: 40 Euro
    Saison (16. April – 15. Oktober): 120 Euro
    Jahr: 165 Euro
    Jugendliche/Jahr: 80 Euro.
  • Ausgabestellen:
    1. Angelshop und Shell Station Lohof, Itterstraße 11, 34516 Vöhl-Herzhausen, Tel. 0 56 35-3 28,
    2. Angelcenter P. Fleischer, Hafen­straße 6, 34125 Kassel, Tel. 05 61-57 21 78,
    3. Monis Bootsverleih, M. Vogel, Randstraße 11, 34549 Edertal-Hemfurth, Tel. 0 56 23-47 08 (nach tel. Rücksprache),
    4. Naturpark Kellerwald-Edersee, Geschäftsstelle, Laustraße 8, 34537 Bad Wildungen, Tel. 0 56 21-96 94 60,
    5. Bootsverleih Edership, An der Staumauer, 34549 Edertal-Hemfurth, Tel. 0 56 23-16 66.
    6. Weitere Ausgabestellen findet Ihr auf der Internetseite des Naturparks unter www.naturpark-kellerwald-edersee.de. Hier könnt Ihr auch Angelscheine online erwerben.
  • Bestimmungen:
    Am Edersee darf das gesamte Jahr über mit zwei Ruten geangelt werden. Zum Fang von Köderfischen ist zusätzlich eine Senke in einer maximalen Größe von 125 mal 125 Zentimetern erlaubt. Die Ruten dürfen von Sonnenaufgang bis Mitternacht ausgelegt werden. Das Schleppangeln mit dem Ruderboot ist vom 16. April bis 31. Januar erlaubt. Vom 1. Oktober bis zum 31. Januar ist auch das Schleppen mit Elektromotor gestattet. Während der Hechtschonzeit ist es verboten, mit Raubfisch-Montagen zu angeln. Auch das Eisangeln ist untersagt. Pro Tag dürfen maximal zwei Hechte und ein Zander entnommen werden. Für Schleien, Forellen und Karpfen ist die Entnahme auf jeweils drei Stück pro Tag festgelegt.
  • Anreise:
    Die Edertalsperre ist über die Bundesstraßen 252 und 485 sowie über die A 44 und A 49 zu erreichen.

Dieser Artikel stammt aus dem BLINKER-Magazin 11/2017

Blinker Magazin 11/17


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