Barsch-Alarm: Grundeln für Barsche

Für Johannes Dietel sind Grundeln aus TPE auf Barsche fast so effektiv wie die Dynamit-Fischerei. Er erklärt, warum er diese Gummiköder so sehr schätzt.

Grundel Duett

Bild: Dietel

Goby Duett, fertig und angelbereit montiert.

Kleiner Scherz. Das Ganze hat mit Dynamit-Fischen natürlich nichts zu tun. Ich stelle jetzt aber trotzdem mal die Behauptung auf, dass Barschangeln noch nie so einfach war wie mit diesen Ködern. Es handelt sich um ein unzerstörbares Grundel-Imitat in Verbindung mit einer schwarzen Murmel. Denn Barsche sind verrückt nach Grundeln! Sie sind so zahlreich und so einfach zu jagen, dass sich unsere Freunde da unten voll und ganz auf das „Grundelpflücken“ spezialisiert haben. Wobei „pflücken“ nicht das wirklich perfekte Wort ist. Denn die Barsche sammeln die Grundeln ein. Besonders die kleinen Exemplare nehmen sie einfach im Vorbeischwimmen mit. Große Grundeln hingegen werden von den Barschen oft vom Geröll oder Muschelbänken weginhaliert.

Grundeln mit Murmel

Unser Köder besteht aus 3 Komponenten: Zum einen ist da der Köder an sich. Der Finesse Gobi ist ein perfektes Grundel-Imitat. Markenzeichen sind ein relativ bulliger Kopf, eine gespaltene Rückenflosse, seitlich abstehende Brustflossen und ein schlanker Schwanz mit einer flachen Flosse. Für mehr Bewegung sind die Flossen dreigeteilt. Das weiche TPE-Material macht diese Finesse- Grundel auf Barsche extrem elastisch und damit unzerstörbar. Ihr könnt über 100 Barsche damit fangen, ohne dass der Köder dabei Schaden nimmt. Vor allem aber treibt TPE ja auf. Und diesen Auftrieb nutzen wir mit unserem System voll aus. Denn anstatt die Grundel einfach auf einen Jig zu stecken, ködern wir sie auf einen Offset-Haken mit großem Öhr und drehen diesen dann an eine Murmel. So hat unsere Grundel schön viel Spiel. Fischt das Rig immer in dem Bewusstsein, dass sich die Grundel ein bisschen aufrichtet, sobald ihr den Zug rausnehmt. Denn der Auftrieb ist so groß, dass der Köder den Freiraum im Gelenk ausnutzt, um den Fischen seine Schwanzflosse zu zeigen. Diese winkt die Barsche quasi zu sich ran. Und manchmal kommt der Biss dann auch in der Ruhephase. Öfter greifen die Barsche aber zu, wenn der Köder wieder loskriecht.

Zwei Grundel-Versionen

Die Grundeln für Barsche gibt es in 2 Versionen. Das kleine 7-cm-Modell ist für den kleinen City-Barsch gedacht, sammelt aber auch immer wieder gute Fische ein. Die große 8,5-cm-Grundel sortiert die größeren Fische raus. Der perfekte Haken ist ein Wide Gap Offset Hook in Größe 1/0 für die kleine Grundel und in Größe 3/0 für die größere. Die Haken kommen mit einer Spirale, die zwischen 2 schwarzen Knubbeln in der Offset-Biegung sitzt. Diese drückt Ihr erstmal raus und verwahrt sie für spätere Einsätze in Eurer Kleinkram-Box. Jetzt stecht Ihr den Haken in den Schlund, dreht ihn rum und schiebt dann den Goby über den unteren Knubbel. Dieser hält den Köder bombenfest. Jetzt geht der Haken wieder hinten durch den Körper. So ist die Hakenspitze in der Rückenflosse versteckt und sammelt wenig Kraut auf und produziert auch weniger Hänger. Was wichtig ist, denn wir angeln unser „Dynamit-Rig“ hart am Grund.

Einfache Führung auf Barsche

Wo wir bei der Köderführung angelangt wären. Die ist extrem simpel und sozusagen idiotensicher: Ihr müsst das Gespann einfach nur über den Grund kurbeln. Und zwar ganz easy mit der Rolle. Nur laaaaaaangsam müsst Ihr sein. Damit Ihr nicht zu schnell seid, wählt Ihr das Rushka-Gewicht am besten so leicht wie möglich. Am allerbesten so, dass Ihr beim Kurbeln gerade eben Grundkontakt halten könnt. So habt Ihr auch das Gewicht ermittelt, das am wenigsten Hänger kassiert. Eine Richtline für strömungsarme Gewässer: 3 g für 0,5 bis 2 m, 5 g für 2 bis 3 m, 7,5 Gramm für 3 bis 4,5 m, 10 g für 4,5 bis 6 m und 12,5 g für 6 bis 8 m. Wenn Strömung dazukommt, rechnet Ihr, je nach Strömungsstärke, noch ein bisschen was dazu. Und dann wird gekurbelt. Besonders spannend wird es immer, wenn die Rutenspitze dabei vibriert. Daran erkennt Ihr, dass Euer Köder über Muscheln oder Geröll schleicht. Und das ist dann auch der typische Grundel-Grund. Hier sitzen die kleinen Biester und ernähren sich von Kleinlebewesen, die sich zwischen Muscheln und Steinen ansiedeln. Und hier schlagen auch immer wieder die Barsche auf, um nach Grundeln zu suchen. Denn sie lieben Grundeln aus 2 Gründen. Erstens sind sie brutal fetthaltig und versprechen viel Energie. Zweitens müssen die Barsche wenig Energie investieren. Denn Grundeln können nicht sehr schnell schwimmen. Ein Entwischen ist kaum möglich. Einfach hinschwimmen und mitnehmen. Im übertragenden Sinne ist ein Muschelfeld vergleichbar mit einem Fastfood-Restaurant an der Autobahn. Hier kann man sehr leicht Beute machen. Es schmeckt zu gut, um dran vorbei zu kommen. Und danach hat man einen dicken Bauch.

Die Rute macht den Unterschied!

Das System mit den Grundeln ist wirklich tödlich für die Barsche. Sie nuckeln beim Durchkurbeln oft am Köder und bleiben dann entweder hängen oder knattern voll drauf. Ihr könnt die Barsche voll reinlaufen lassen und müsst wirklich gar nichts machen, wenn Ihr ein Rütteln am Köder bemerkt. Einfach weiterkurbeln, bis sich die Spitze richtig durchbiegt und Ihr das Gewicht des Barsches merkt. Mit einer weichen Vollcarbon-Spitze sitzen diese Art von Biss deutlich öfter als mit einer harten Rute. Deshalb empfehle ich Euch eine gute Solid-Tip-Rute. Wichtig ist dabei eine Dünne Geflochtene, die den direkten Kontakt zum Köder herstellt. Und dann natürlich ein Fluorocarbon-Vorfach (0,20 mm bis 0,30 mm), das schön abriebfest ist und von den Muscheln und Steinen nicht so leicht zertrennt wird eine dünne geflochtene Schnur.

Grundel „Dynamit“ mit Bedacht fischen!

Eine Bitte habe ich: Das Angeln mit Grundeln auf Barsche hat wirklich Sprengkraft. Wenn Ihr die Barsche jetzt im Herbst und später auch im Winter findet, könnt Ihr mit einer Session richtige Lücken in die Barschbestände fischen. Seid bitte maßvoll mit der Entnahme. Denkt mal drüber nach, wie lange ein großer Barsch gebraucht hat, um so groß zu werden. Macht Eure Tüten nicht ganz voll. Denn ich würde gerne weiter solche Systeme für Euch entwickeln. Aber dazu brauchen wir auch weiterhin viele Barsche im Wasser! Mehr dazu gibt es auf der Homepage Barsch-Alarm von Johannes Dietel.

Dietel Barsch

Bild: Dietel

So sehen Grundelbarsche aus! Gnadenlos beim Biss und zurzeit auch voll im Saft was die Power angeht.

Gummigrundel

Bild: Dietel

Der Gnubbel vor dem Hakenöhr ist der perfekte TPE-Baitholder.

Gummi-Grundel

Bild: Dietel

Goby montiert. Man sieht sehr schön, wie beweglich der Köder im Gelenk hängt und wie die beiden Gnubbel am Haken den Köder in Position halten.

Schwarze GRundel

Bild: Dietel

Der schwarze Goby imitiert eine Laichgrundel. Das ist ganz besonders leichte Beute für Räuber.

Kraut

Bild: Dietel

Das Steinkraut am Haken zeigt es an: Dieser Barsch wurde vom Stein weggezupft.


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