Neue Regeln in MV: Nur noch 1 Hecht am Tag und 15 Barsche!

Mecklenburg-Vorpommern ändert seine Küstenfischereiverordnung. Für Angler bringt das spürbare Änderungen an Bodden und Ostsee: Ein Entnahmefenster sowie ein strenges Bag-Limit für Hechte, neue Mindestmaße für Meerforellen und erstmals eine Fangbegrenzung für Barsche.

Boddenhecht

Bild: Philipp Roser

Neue Regeln an der MV-Küste: Angler dürfen nur noch einen Hecht pro Tag entnehmen. Das Entnahmefenster liegt bei 60 bis 90 Zentimetern.

Für Angler und Berufsfischer gelten ab sofort neue Regeln in MV, genauer gesagt: in den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns. Das Land hat die Küstenfischereiverordnung angepasst, um Fischbestände langfristig zu sichern. Die Neuregelungen basieren laut dem Schweriner Umweltministerium auf mehrjährigen wissenschaftlichen Untersuchungen sowie Konsultationen mit Verbänden.

Die neuen Regeln in MV: maximal ein Hecht und 15 Barsche

Besonders tiefgreifend fallen die Bestimmungen für die Boddengewässer aus. Seit Jahren schlagen Angler wegen spürbar einbrechender Hechtfänge Alarm, was wissenschaftliche Untersuchungen seit 2019 untermauern. Als Konsequenz führt das Land ein verbindliches Entnahmefenster für Hechte ein. Das Mindestmaß klettert auf 60 Zentimeter, während nach oben hin bei 90 Zentimetern Schluss ist.

Die neuen Regeln in MV sollen den Bestand der Hechte in den Bodden schützen.

Bild: Blinker/Chris Chew

Die neuen Regeln in MV sollen den Bestand der Hechte in den Bodden schützen.

Im Klartext: Hechte über 90 Zentimetern dürfen weder von Handanglern entnommen noch aus Reusen angelandet werden. Denn gerade die großen Rogner sind für den Erhalt der Population unverzichtbar. Flankiert wird dies durch ein strenges Tageslimit: Angler dürfen pro Tag lediglich noch einen einzigen Hecht entnehmen!

Welche Regeln haben sich außerdem geändert?

Auch für Barschangler gibt es künftig ein festes Tagesfanglimit von maximal 15 Fischen pro Person und Tag. Außerdem gelten an der offenen Küste neue Bestimmungen: Das Mindestmaß für Meerforellen wird auf 48 Zentimeter angehoben. Beim Steinbutt entfällt hingegen die bisherige landesrechtliche Schonzeit, womit Mecklenburg-Vorpommern seine Verordnung an das übergeordnete EU-Recht angleicht.

Dazu der Experten-Tipp von Michael Werner, Blinker-Chefredakteur: „Ein Entnahmefenster zwischen 60 und 90 Zentimetern, gepaart mit einem Bag-Limit von einem Hecht, ist eine überfällige Notbremse für die Bodden. Doch wer jahrelang miterlebt hat, wie die Bestände einbrachen, während unzählige Großhechte (auch vor und während der Laichzeit!) in den Kisten der Fischer landeten, weiß, woran es wirklich hakte. Wenn Du künftig am Bodden fischst, stell Dich mental und materiell um: Große Kescher mit gummiertem Netz, eine lange, kräftige Lösezange und ein Maßband, das flach auf einer nassen Abhakmatte oder direkt an der Bordwand liegt, sind Pflicht. Miss den Fisch nach Möglichkeit schonend im Wasser oder hebe ihn nur kurz an Bord. Ein 92er Hecht gehört sofort wieder in sein Element. Behandle jeden Fisch so, als wäre er der letzte Laichfisch Deines Hausgewässers – denn jeder große Hecht ist für den Fortbestand der Boddenhechte extrem wertvoll.“

Quelle: Umweltministerium MV, Pressemitteilung vom 29.09.2026, LALLF: Angelerlaubnis für Küstengewässer, Wissenschaftliche Managementempfehlungen zum Boddenhecht, 2023 (PDF)

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