Gerade noch schwimmt die Trockenfliege sauber auf der Oberfläche und bringt den erhofften Fisch – doch schon beim nächsten Wurf will sie plötzlich nicht mehr oben bleiben. Feuchtigkeit, Fischschleim und Schmutz haben der Fliege zugesetzt. Schwimmpräparate für Trockenfliegen können jetzt helfen, das Muster wieder zuverlässig schwimmfähig zu machen.
Welche Schwimmpräparate für Trockenfliegen gibt es?
Bevor eine Fliege imprägniert wird, sollte sie allerdings zunächst möglichst gut getrocknet werden. Anschließend stehen dem Fliegenfischer Floatant-Gels, Liquids, Pasten oder Trockenmittel zur Verfügung, um das Muster wieder schwimmfähig zu machen.
Tipp für bereits gefischte Fliegen – aus Alt mach Neu
Auch eine bereits stark beanspruchte Trockenfliege muss nicht gleich ausgemustert werden. Verschmutzte und verklebte Muster lassen sich häufig erstaunlich gut aufbereiten.
Dazu die Fliege zunächst in einem Wasserbad mit etwas Spülmittel gründlich reinigen und anschließend trocknen lassen. Danach wird sie über heißen Wasserdampf gehalten. In vielen Fällen richten sich Fibern und Grannen wieder in ihre ursprüngliche Form auf.
Nach erneutem Trocknen können Fliegenkörper und gegebenenfalls die Schwänzchen sparsam mit Fliegenfett oder einem Floatant-Gel imprägniert werden. Ein kleiner Spritzer Silikonspray beziehungsweise Liquid auf Behechelung oder Flügel – und so manche mitgenommene Fliege sieht nicht nur wieder besser aus, sondern schwimmt auch wieder zuverlässig.
Wenn die Fliege nicht sinken will
Bei Nassfliegen, unbeschwerten Streamern oder Nymphen ist häufig genau das Gegenteil gefragt: Sie sollen möglichst zuverlässig unter die Wasseroberfläche gelangen.
Das klappt nicht immer auf Anhieb. Federmaterialien besitzen natürliche Fettanteile, hinzu kommen beispielsweise Dubbing-Wachs oder Trennmittel aus der Herstellung von Vorfachmaterialien. All das kann unerwünschten Auftrieb erzeugen.
Spezielle Sinkmittel wirken in der Regel entfettend und/oder reduzieren die Oberflächenspannung des Wassers. Doch auch ohne Spezialpräparat kann man sich am Wasser behelfen.
Kein Sinkmittel dabei? Ein Grashalm hilft
Ein einfacher Trick: Das ungefischte Vorfach vorsichtig durch einen gefalteten Grashalm ziehen und die angeknotete Fliege vor dem Einsatz mit etwas Speichel benetzen. Häufig reicht das bereits aus, damit Nassfliege oder Streamer zuverlässig auf Tauchfahrt gehen.
Auch der Haushalt bietet Alternativen: Eine kleine Menge Spülmittel in einem kleinen wasserdichten Behältnis lässt sich problemlos in Rucksack oder Watweste mitnehmen und kann zum Entfetten von Fliege und Vorfach eingesetzt werden.
Kieselgel: kleiner Beutel, viele Möglichkeiten
Die kleinen Beutel mit Kieselgel beziehungsweise Silikagel, die zahlreichen Verpackungen beiliegen, sollte man ebenfalls nicht wegwerfen. Für Fliegenfischer können sie erstaunlich nützlich sein.
Im Rutenrohr kann Kieselgel Restfeuchtigkeit aufnehmen und damit Schimmelbildung am Kork vorbeugen. In einer wasserdichten Fliegendose bindet es Kondenswasser und hilft so, Rost an den Haken zu verhindern. Und sogar für die Fliegen selbst gibt es eine Anwendung: Gemörsert und in einer kleinen Dose als Fly Shake eingesetzt, kann Kieselgel beim Trocknen von Trockenfliegen helfen.
Braucht der Fliegenfischer all diese Mittel?
Das Angebot an Pasten, Gels, Pulvern, Liquids und Tinkturen ist riesig. Sicherlich braucht man nicht alles – und manchmal leisten einfache Hausmittel ebenso gute Dienste.
Auch wenn viele Präparate als umweltverträglich gelten, sollten sie sparsam eingesetzt werden. Die Devise lautet deshalb: so wenig wie möglich, so viel wie nötig.
Welche Schwimmpräparate und Sinkmittel sinnvoll sind, was es bei Vorfächern und Fliegenschnüren zu beachten gibt und welche Tricks bei der Pflege von Ruten, Rollen, Wathosen, Watjacken und weiterer Ausrüstung helfen, zeigt Detlef Henkes ausführlich in seinem Beitrag.
Mehr erfahren Sie in FLIEGENFISCHEN 5/26.
Text und Fotos: Detlef Henkes
Auch interessant
- FliegenfischenFliegenfischen: So fängst Du mehr am Bergsee!










