Es ist Mai – die neue Raubfischsaison steht an. Und, wer erfolgreich auf Hecht angeln möchte, steht oft vor einer riesigen Auswahl an Equipment. Doch die Wahl der richtigen Spinnrute zum erfolgreichen Spinnfischen auf Hecht ist kein Zufallsprodukt: Sie richtet sich maßgeblich nach der Größe und dem Gewicht der verwendeten Köder.

Bild: F. Pippardt
Der erste Hecht der Saison ist im Netz – für solche kleinen Köder muss es dabei keine schwere Spinnrute sein.
Leichte Spinnrute auf Hecht – Viel Freude, wenig Gewicht
Welches Gerät man beim Hechtangeln einsetzt, richtet sich vor allem nach der Größe bzw. dem Gewicht der Köder. Wobbler mit 10-12 cm, Spinner, Chebus und Chatterbaits, sowie kleinere, wenig beschwerte Gummifische und Twister lassen sich oft noch an leichten 30g Ruten fischen. Das klingt für eine Hechtrute sehr leicht, aber moderne Spinnruten haben mehr als genug Power, um es mit einem Hecht aufzunehmen. Kombiniert mit einer 2000-2500er Rolle und feinem 0,12er Geflecht ergibt sich eine herrlich sensible Kombi, die beim Angeln viel Freude bereitet und auch nach einem ganzen Tag Werfen nicht für Muskelkater sorgt. Meist haben wir es mit den kleinen Köderformaten auch eher mit Durchschnittshechten zu tun. Dennoch hat man genug Reserven, um auch besseren Hechten Paroli zu bieten. Kleinere Hechtköder haben den Vorteil, dass man sich damit ebenfalls Chancen auf andere Räuber wie etwa Barsche eröffnet.

Bild: F. Pippardt
Mit einer leichten Spinnrute ist ein Hechtdrill großes Kino!
Die Allround-Klasse – Mehr Power für größere Wobbler, Gummis und Jerkbaits
Wenn die Köder schwerer werden, größere Haken haben und mehr Wasserwiderstand leisten, muss das Rückgrat und Wurfgewicht der Rute mitwachsen. Ist die Rute zu leicht, kommt kein vernünftiger Anhieb mehr zustande und bei zu hohen Ködergewichten besteht sogar die Gefahr eines Rutenbruchs im Wurf. Größere Wobbler, Gummifische oder Jerkbaits für die Spinnrute („Swim Jerks“) benötigen etwas schwereres Gerät als das eben genannte. Hierfür sind Spinnruten mit ca. 60g oder 80g Wurfgewicht mit passenden Rollen der Größe 3000-4000 und einer ca. 10kg-tragenden Schnur eine bessere Wahl. So eine mittlere „Allround-Hechtkombo“ deckt die meisten Köder im mittleren Spektrum von 10-18cm ab und eine solche Rute hat genug Rückgrat, um es ggfalls auch mit Kapitalen aufzunehmen.

Bild: S. Boer
Zum Spinnfischen auf Hecht passt für viele Fälle eine Rute mit ca. 60-80 g Wurfgewicht. Bei besonders großen Ködern darf es sogar noch mehr sein.

Bild: Ch. Chew
Auch größere (aber nur leicht beschwerte Gummis), z.B. am Shallow-Rig lassen sich an einer 80g-Rute noch anbieten.

Bild: F. Pippardt
Ebenfalls immer heiß für die mittlere Kombi: kleinere und mittlere Swim-Jerks, die schon beim Einkurbeln eine tolle Aktion entfalten.
Schweres Gerät – Big Baits für kapitale Hechte
Für Angler, die es gezielt auf große Hechte abgesehen haben und mit XXL-Ködern fischen, ist eine schwere Rute unverzichtbar. Für das Hechtangeln mit Big Baits eignen sich Ruten mit 100 g Wurfgewicht und mehr. Auch für die größten Köder am Markt gibt es spezialisierte Spinnruten (ab 2,40 Meter), die sogar Wurfgewichte von 150 g bis teils über 200 g problemlos bewältigen. Auch große Köder kann man übrigens mit der Stationärrolle fischen. Viele Big Bait Angler bevorzugen jedoch hierfür die Baitcaster. Die bietet eine bessere Kontrolle und verhindert das Überschlagen des Köders im Wurf. Auch zum Schleppen von großen Wobblern und amtlichen Swimbaits ist eine kräftigere Rute nebenbei top. Nicht nur stehen hier die Chancen auf Großhechte am besten, auch hilft ein härterer Stock, dass sich der Hecht beim Biss gegen die Rute besser hakt.

Bild: Ch. Chew
Bei voluminösen Swimbaits, schweren XL-Gummilatschen und großen Wobblern sind gewöhnliche Spinnruten oft schon überfordert, dann muss die spezielle Big Bait Rute ran!
Extratipp: Doppelt fischt besser!
Die Wahl der Hecht-Rute ist immer ein Kompromiss aus Köderkontrolle und Drillspaß. Wer seine Zielfischgröße und Köderpalette kennt, findet in der richtigen Gewichtsklasse schnell die ideale Rute. Am Ende muss jedoch jeder Angler und jede Anglerin selbst wissen, mit welchem Gerät das Handling am besten funktioniert und das Vertrauen am größten ist.
Eine gute Idee ist es auch, zwei verschiedene Ruten (z.B. eine leichte und eine mittlere Rute) am Wasser dabei zu haben. Am besten sind beide Ruten bereits fertig mit Köder montiert. So kann man blitzschnell zwischen dem Gerät wechseln und am selben Spot nacheinander zwei verschiedene Köderkategorien anbieten. Die Rute, die nicht gebraucht wird, stellt man derweil einfach kurz ab. Damit steigt die Chance, dass den Hechten eines der Köderformate gefällt und man spart sich die Zeit für Köderwechsel.

Bild: J. Müller
Zweigleisig fahren zahlt sich aus: An einer 30g-Rute ein kleiner Wobbler, an der schwereren 80g-Rute ein Gummifisch. So kann man den Hechten blitzschnell zwei verschiedene Köderformate und -Farben servieren ohne Zeit beim Köderwechsel zu verschwenden.
Wie aktuell Hechte gefangen werden sieht man an den Fangmeldungen bei www.angelmasters.de.
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