Schweres Angeln auf Lachsforelle im Sommer
Das Angeln auf Lachsforelle im Sommer ist alles andere als einfach. An warmen Tagen ziehen sich die Fische oft ins obere Mittelwasser oder an die Oberfläche zurück, werden träge und reagieren nur selten so, wie man es sich vorgenommen hat. Genau das durfte ich kürzlich im Angelpark Steinfeld am Lachsforellenteich erleben – und zwar gemeinsam mit dem zwölfjährigen Basti, der mich an diesem Tag begleitete.
Der Plan war eine Lachsforelle
Ursprünglich wollten wir ganz klassisch mit der Pose schleppen und jeweils eine zweite Rute still stehend anbieten. Paste und Bienenmaden standen auf dem Plan, geführt in verschiedenen Tiefen. Doch egal, wie wir variierten, die Lachsforellen ließen sich an diesem Tag im Sommer nicht locken. Auch Basti, der nach einiger Zeit voller Energie mit seinen Spoons loslegte, erlebte erst einmal eine ziemliche Ernüchterung: Die sonst so fängigen UL-Köder brachten ihm nur einen einzigen Biss ein, und damit stand er jetzt im Sommer nicht alleine da. Auch die anderen Angler am Teich schauten beim Spoonfischen auf Lachsforelle fast durchweg in die Röhre.
Bild: Kahlstadt
Basti Unnewehr mit der einzigen Lachsforelle, die auf Spoon gefangen wurde.
Der Schlüssel lag dicht am Ufer
Nach einigen erfolglosen Versuchen zeigte sich schließlich eine Spur: Dicht am Ufer, nur 30 bis 50 cm unter der Oberfläche, begann eine Lachsforelle zu rauben. Wahrscheinlich folgte sie einfach der Uferkante in einer bestimmten Tiefe. Wir stellten die Montagen um, ganz schlicht auf eine einzelne Bienenmade an der Pilotmontage. Der kleine Happen machte jetzt im Sommer den Unterschied: Mehrere Fische bissen genau auf diese unscheinbare Präsentation. Offenbar war in der Hitze des Tages ein kleiner, schwebender Köder deutlich attraktiver als eine große, zudem noch bewegte, Portion.
Bild: Kahlstadt
Eine 5 g Maracas macht beim Auftreffen auf dem Wasser wenig Lärm.
Kleine Gummis, im Sommer extrem langsam geführt
Neben der Made überzeugten an diesem Tag auch kleine Gummiköder. Mit den Omura Baits Hero in 4 und 5 cm Länge konnten wir 3 weitere Lachsforellen überlisten. Allerdings nur, wenn sie extrem langsam und hoch genug geführt wurden. Die entscheidende Rolle spielte dabei die Beschwerung: Eine winzige Tungstenperle von 2,8 mm (0,15 g) am Haken sorgte dafür, dass der Köder lange genug im Oberflächenbereich im Sichtbereich der Lachsforelle blieb. Schon ein Hauch mehr Gewicht ließ die Gummis zu schnell absinken, was eine schnellere Führung erzwungen hätte. Und darauf reagierten die Fische jetzt im Sommer überhaupt nicht.
Bild: Kahlstadt
Kleine Tungestenperle am Öhr, damit das Gummi nicht so schnell absinkt.
Kein Vertrauen in große oder schnelle Köder
Bemerkenswert war, wie konsequent die Fische große oder hektisch geführte Köder ignorierten. Egal ob Spoons, größere Gummis oder beschleunigte Einholbewegungen, alles wurde verschmäht. Außerdem führte erst der ständige Wechsel von Köder und Farbe zum anhaltenden Erfolg auf Lachsforelle. Während die Bienenmaden am Morgen und frühen Vormittag die Fische verführten, waren die Gummis in der Mittagszeit und am Nachmittag deutlich erfolgreicher. So ist das eben im Sommer.
Farbenspiel
Allerdings konnten wir immer wieder beobachten, dass die Fische im Sommer auf eine neue Farbe stark reagierten. Wurde die Farbe zu lange benutzt, erfolgte keine weitere Reaktion. Erst wenn die Farbe wieder gewechselt wurde, zeigten die Fische erneut Interesse. Dabei nahmen die Lachsforellen die Gummis immer nur kurz ins Maul, nur um sie, manchmal innerhalb von Se-kundenbruchteilen, wieder auszublasen. Geruchsstoffe, wie zum Beispiel Kadaveröl, sorgen dabei dafür, dass die eine oder andere Lachforelle den Gummiköder etwas länger im Maul behielten. Ohne Geruchsstoff schwammen sie häufig nur hinterher und bissen gar nicht zu.
Bild: Kahlstadt
Schwere, schwimmende Bombarden sollte man nur an großen Seen verwenden.
Mehrere Lachsforellen
Am Ende hatten Basti und ich 7 prächtige Lachsforellen mit einem Gesamtgewicht von etwa 15 kg im Kescher. Für Basti war es trotz der harten Arbeit ein echtes Erfolgserlebnis, auch wenn seine geliebten Spoons jetzt im Sommer nicht die Hauptrolle bei der Lachsforelle spielte. Für mich war es eine wertvolle Erinnerung daran, wie flexibel man gerade im Sommer beim Forellenangeln sein muss: Kleine Köder, langsame Führung und der Mut, immer wieder etwas Neues auszuprobieren, sind oft der Schlüssel zum Erfolg.
Bild: Kahlstadt
Sommerliche Pilotmontage mit Maracas.
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