Genetischer Unterschied zwischen „Jäger- und Sammler-Zander“?

Frage: Gibt es ihn wirklich, den genetischen Unterschied zwischen „Jäger- bzw. Sammler-Zander"?

Hallo Redaktions-Team,

Habe zu meiner Frage vor einiger Zeit einmal einen Artikel gelesen, wo die
Theorie zumindest diskutiert wurde, dass die „ Jäger“ unter den Zandern
in unseren Gewässern mit hohem (Gummi-)Befischungsdruck und hoher
Entnahmequote relativ gesehen durch ihre Neigung, dem Spinnangler an den
Haken zu gehen, einen Überlebensnachteil haben und so über die Zeit der
Genpool der „Sammler“-Zander überwiegt.
Hierdurch wäre  ggf. in manchem Gewässer ein Rückgang der Fänge zu
erklären.

Ist dies also nur eine von vielen Theorien, die wir Angler ja stets zu
gern diskutieren, insbesondere, wenn wir erklären wollen, warum wir
einmal wieder nichts gefangen haben oder habt Ihr hierzu belastbare
wissenschaftliche Erkenntnisse?

Mit freundlichen Grüßen
Thilo Jepsen

ANTWORT:

Sehr geehrter Herr Jepsen,

Einen genetischen Unterschied zwischen „Jägern“ und „Sammlern“ bei Zandern gibt es nicht. Es gibt nur eine Art Zander in unseren Breiten, und das ist „Sander lucioperca“ (Syn.: Stizostedion lucioperca). Gäbe es einen genetischen Unterschied, müsste man zumindest von 2 Unterarten ausgehen, doch alle Zander in unseren Breiten  haben denselben Genbestand.
Man kann vielleicht von „Jägern“ und „Sammlern“ sprechen, bei der es um die indviduelle Art und Weise des Nahrungeserwerbes geht. Die aber ist erlernt. Nicht durch das Vorbild der Elterntiere, sondern durch die Erfahrungen, die ein Zander macht und/oder durch die Möglichkeiten des Beutemachens im Gewässer. Solche erlernten Strategien werden aber nicht vererbt, somit kann auch durch entsprechendes Befischen des einen oder anderen „Jagdtypes“ dessen Genpool nicht ausgedünnt werden.

Der Rückgang der Zanderfänge in manchen Gewässern liegt fast immer in verstärktem Angeldruck. Andererseits aber durchlaufen die Zanderbestände auch regelmäßig starke Schwankungen. Die werden aber in erster Linie durch die Lebensbedingungen im Gewässer diktiert, als da wären: Nahrungsangebot, Menge der Fressfeinde, klimatische Veränderungen, Hochwasser usw..

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiter helfen.

Mit besten Grüßen
Thomas Pruß
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