Hallo liebes Angeln.de-Team,

hier ein Angelerlebnis, was jedenfalls für mich der „Extraklasse“ angehört.

Ich heiße Kay und bin 25 Jahre alt. Wohne wegen meines Studiums in Spanien. Genauer gesagt in Mérida, der Provinz Extremadura, sechzig Kilometer vor der Grenze zu Portugal. Am Stadtrand liegt ein kleiner Stausee mit dem Namen Proserpina. Wenn ich gerade Zeit und Lust habe packe ich meine sieben Sachen und mache mich auf den Weg um dort auf Karpfen anzusitzen. Recht Kapitale Fänge sind dort nicht selten. Ich packte also meinen alten Klappstuhl aus meinem noch viel älteren Passat, richtete mir meinen Platz mit Kescher und Verpflegung ein, montierte die Angeln mit Grundblei und Mais und machte es mir bei angenehmen 32°C gemütlich. Nach etwa einer dreiviertel Stunde kontrollierte ich die Haken. Mais noch dran und nicht einen einzigen Zupfer an der Schnur gehabt, was für dieses Gewässer eigentlich ungewöhnlich ist. Da sich in der nächsten ein einviertel Stunde immer noch nichts tat, machte es keinen Sinn, die Ruten im Wasser zu lassen und zog sie raus. Ich erinnerte mich daran, dass mir mal ein Spanier vor einiger Zeit gesagt hatte, dass es in diesem See auch „Black Bass“ gibt. Es sollen schon Exemplare von einem halben Meter und zwei Kilo Gewicht gesehen worden sein. Na ja, dachte ich mir. Das wäre ja mal eine alternative. Da ich bis zu diesem Tag noch keinerlei Erfahrungen mit „Micropterus Salmoides“ gemacht habe, wusste ich auch nicht so recht, wie ich den Räuber überlisten, bzw. überhaupt finden sollte. Ich richtete mir meine Minispin mit einem 8 cm langen Gummiwurm in glittergelb und dazu kam ein Haken der Größe 3/0. Das ganze wurde als Texas-Rig ohne Vorfach, direkt an die Hauptschnur montiert und ich lief am Ufer des Sees entlang. Da das Ufer teilweise sehr mit Kraut bewachsen und voll von junger Fischbrut ist, kam mir der Gedanke, dass sich die Räuber nicht allzu weit draußen aufhalten konnten. Ich sah dann auch einige, die aber grob geschätzt nicht länger als zwanzig Zentimeter waren. Nach wenigen Metern hinter einem Krautfeld sah ich dann einen Black Bass stehen. Vierzig Zentimeter hatte der locker. Jetzt kam die Frage. Wie kann ich ihn überlisten? Er stand nur zirka 2,5m vom Ufer weg. Das Wasser war an der Stelle ca. 0,8m tief. Ich warf aus. Weit über den Fisch. Ließ den Wurm etwas absinken und holte dann wieder gleichmäßig ein. Doch diese Methode schien „Micropterus Salmoides“ nicht besonders zu beeindrucken. So ließ ich dann den Wurm komplett absinken und „zupfte“ ihn vorsichtig vor seiner Nase vorbei. Jetzt wurde er aufmerksam und schwamm vorsichtig meinem Köder hinterher. Ich wiederholte das Ganze einige male und er kam immer wieder bis zu einer gewissen Stelle nach und drehte dann ab. Mittlerweile war ich schon etwa 10 Minuten mit dem Fisch beschäftigt, als er plötzlich sein Maul weit öffnete und halbwegs nach dem Wurm schnappte. Fehlbiss!!! Spätestens jetzt war es um mich geschehen. Ich war voll und ganz im „Raubfisch-Fieber“. Natürlich kenne ich große Mäuler. Allein schon das Prachtexemplar von Mr.Esox. Aber diese Größe im Vergleich zum Körper faszinierte mich. Erneut zupfte ich vorsichtig das Texas-Rig an dem „Großmaul“ vorbei. Mir schien, als hätte er auf einmal mehr Interesse. Nach etwa zehn weiteren Versuchen ging Señor Black Bass wieder in Stellung, kam näher, nur noch wenige Zentimeter bis zum Wurm. Er öffnete sein Maul und schnappte zu! Ein Ruck in der Rute! Anschlag! Haken sitzt! Die Bremse der Rolle kreischt, hammerharte Fluchtversuche, spektakuläre Sprünge über Wasser. Ein knallharter Drill. Einfach unglaublich, welche Kraft in ihm steckte. Nach sieben Minuten schien er ausgedrillt zu sein und ich zog ihn langsam Richtung Kescher, als er noch einen letzten Fluchtversuch startete, der allerdings auch für ihn recht Erfolglos blieb. Ich konnte den Black Bass dann sauber im Kescher landen. Mittlerweile hatte ich auch schon einige Zuschauer. Andere Angler und Spaziergänger beobachteten meinen Kampf mit dem „largemouth“. Ein Angler kam zu mir und staunte nicht schlecht als er den Fisch aus der nähe sah. Er gratulierte mir und sagte, dass ich darauf stolz sein könnte. So einen Brocken würde man hier nicht alle Tage fangen. Als ich ihn dann an die Waage hing und vermessen hatte war mir klar, was der Angler meinte. Ich hielt sie in den Händen. Die zwei magischen Grenzen bei Black Bass in der Extremadura. 50 cm und 2.0 KG!!!! (siehe Foto) Na wenn das mal nicht besser war, als einen Karpfen an Land zu ziehen!;-) Liebe Grüße aus Spanien Kay Viehl


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