Wie alt wird ein Hai?

Haie sind die größten Fische des Planeten – manche Arten erreichen wirklich gigantische Ausmaße. Doch wie alt wird eigentlich ein Hai?

Shark flats sandy bottom

Bild: Adobe Stock / Sebastian

Haie sind wirklich faszinierende Tiere – viele Arten erreichen dabei auch ein beeindruckendes Alter! So ist ein Hai das langlebigste Wirbeltier überhaupt.

Haie sind eine riesige Artenfamilie — insgesamt gibt es ca. 540 derzeit bekannte Haiarten. Fast alle davon leben im Salzwasser. Allen Haien gemeinsam ist, dass sie zur Klasse der Knorpelfische gehören. Sie haben kein Skelett im klassischen Sinne, sondern – wie der Name schon verrät – eines aus Knorpel. Mit Hilfe einer stark ölhaltigen Leber sind Haie durch das Fehlen schwerer Knochen im Wasser fast schwerelos.

Und ohne Schwimmblase machen ihnen auch größere Druckunterschiede nichts aus. Haie sind das Ergebnis von mehreren hundert Millionen Jahren Evolution. Der größte Fisch, der Walhai, erreicht Größen von ca. 20 m, bei einem Gewicht von bis zu 34 t. Doch bei weitem nicht jeder Hai ist ein Riese. Nur ca. 20% erreichen eine Länge von 2 m, die kleinsten Arten (wie der Zwerg-Laternenhai) erreichen gar nur 20 cm.

Walhai

Bild: Adobe Stock / crisod

Der Walhai ist mit bis zu ca. 20 m Länge der größte Fisch des Planeten. Er soll bis über 70 (manche sprechen sogar von 100) Jahre alt werden können. Leider ist er, obwohl er ein harmloser Planktonfresser ist, stark gefährdet.

Wie alt kann ein Hai werden? Es kommt auf die Art an!

Wenn es um das Höchstalter von Haien geht, zeigt sich eine enorme Bandbreite. Hai ist nicht gleich Hai, aber insgesamt werden Haie recht alt. Kleinwüchsige Arten leben manchmal „nur“ 15-25 Jahre. Größere Arten werden bereits deutlich älter (Weißer Hai ca. 40-70 Jahre, Tigerhai ca. 30-50 Jahre, Walhai vermutlich mehr als 70 Jahre).

Small Shark

Bild: Adobe Stock / Jeremy Francis

Nicht jeder Hai sieht aus wie ein Top-Räuber. Die meisten Arten – wie dieser Bullenkopf Hai – bleiben klein und haben oft auch eine kürzere Lebenserwartung als ihre größeren Verwandten.

Der Grönlandhai ist ein echter „Methusalem“ und gilt gar als das langlebigste Wirbeltier überhaupt. Die gemütlichen Räuber des Nordmeeres können ca. 400 Jahre alt werden! Im Gegenzug erreichen die sanften Riesen (Grönlandhaie werden fast 8 m groß!) erst im Alter von ca. 150 Jahren ihre Geschlechtsreife.

Bild: K. Rohde

Eishaie sind gemütliche Riesen – sie werden bis über 400 Jahre alt!

Altersbestimmung beim Hai

Wachtumsringe

Haie haben keine Knochen, sondern Knorpel. Trotzdem lagern sich in ihren Wirbeln Wachstumsringe ab – ähnlich wie Jahresringe bei Bäumen. Forschende schneiden, um das Alter zu bestimmen, einen Wirbel auf. Unter dem Mikroskop zählen sie helle und dunkle Ringe. Meist entspricht ein Ringpaar einem Jahr.

Hai Schädel/Gebiss

Bild: Adobe Stock / enginakyurt

Außer den Zähnen bestehen Haie eigentlich nur aus Knorpel – anhand der Wirbel kann man aber dennoch das Alter ablesen.

Radiocarbon-Datierung

Beim extrem langlebigen Grönlandhai funktioniert das Zählen von Ringen nicht zuverlässig. Stattdessen analysierte man die Linsenkerne in den Augen der Haie, die ungefähr bei der Geburt des Fisches gebildet werden. Die Forscher untersuchen dabei unter Anderem die Menge an radioaktiven Kohlenstoffisotopen C-14. Mit Hilfe der spezifischen Isotop-Signatur ließ sich das Alter der Haie schätzen. So konnte feststellen, dass manche Grönlandhaie wohl über 400 Jahre alt sind.

Markierung und Wiederfang

Das Bestimmen des Alters von pelagischen Hochseefischen, wie einigen Haien ist nicht einfach. Denn diese Hochseeräuber legen enorme Strecken zurück. Eine Möglichkeit ist die Markierung nach dem Fang eines Hais. Wird derselbe Hai Jahre später erneut gefangen, kann man sein Wachstum messen. Daraus lässt sich in Etwa das Alter hochrechnen.

Mako Shark

Bild: Adobe Stock / Xavier

Hochseehaie wie dieser Kurzflossen-Mako sind enorm schnell und im riesigen offenen Meer schwer (wieder)zufinden. Das macht die Altersbestimmung solcher Tiere nicht einfacher …

Gar nicht so trivial: Alterbestimmung beim Hai

Die Alterbestimmung ist bei Haien nicht so einfach wie bei anderen Fischen. Gründe dafür sind:

  • Haie wachsen in aller Regel langsam
  • Manche Arten können mehrere Jahrhunderte alt werden
  • Knorpel konserviert sich schlechter als Knochen
  • Haie haben keine Schuppen, die zur Alterbestimmung verwendet werden können (sondern Placoidschuppen, die auch als Hautzähnchen bezeichnet werden)
  • Um die Wachstumsringe am Knorpel zu bestimmen, muss der Hai getötet werden
  • Das Verfolgen und der Wiederfang pelagischer Hochseehaie gleicht der Suche nach einer Nadel im Heuhaufen

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