Blauflossen-Thunfisch: Bestände und Fangquoten steigen

Der Blauflossen-Thunfisch ist zurück in britischen Gewässern – und seine Zahl steigt deutlich. Höhere Fangquoten eröffnen neue Möglichkeiten für Berufsfischer und Freizeitangler. Doch Klimawandel, veränderte Nahrungsnetze und der Schutz der Bestände machen nachhaltiges Management wichtiger denn je.

Blauflossen Thunfisch im Wasser Deep Sea

Bild: Adobe Stock / Rob

Nach Jahrzehnten der Abwesenheit ist der Blauflossen-Thunfisch nun wieder regelmäßig in der Nordsee zu finden. Das bietet Chancen und Herausforderungen für Fischerei, Angelsport und Wissenschaft.

Der Atlantische Blauflossen-Thunfisch breitet sich zunehmend in britischen Gewässern aus. Wissenschaftler und Fischer arbeiten zusammen, um die Entwicklung der Bestände besser zu verstehen. Einst gab es eine gezielte Thunfisch-Fischerei in der Nordsee, doch das ändere sich schlagartig. Mitte der 1960er Jahre brach die Population vollständig ein. Laut Wissenschaftlerin Dr. Lucy Hawkes war der Grund vor allem die Überfischung juveniler Thunfische. Doch diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Heute berichten Angler und Skipper im Südwesten Englands von drastisch steigenden Sichtungen. Fischer Andrew Pascoe spricht von „Tausenden Thunfischen“ im Ärmelkanal.

Höhere Fangquoten und neue Möglichkeiten

Die Internationale Kommission zur Erhaltung der Thunfischbestände im Atlantik (ICCAT) erhöhte die britische Jahresquote für 2026 bis 2028 von zuvor 63 auf 230 Tonnen. Die britische Marine Management Organisation (MMO) verdoppelte die Zahl der kommerziellen Lizenzen von 15 auf 30. Zusätzlich wurden 145 Genehmigungen für Freizeitangler in England und sechs auf Jersey vergeben.

Die kommerzielle Fangmenge beträgt 2026 laut Umweltministerium Defra 120 Tonnen mit einem geschätzten Wert von 1,4 Millionen Pfund. Weitere 26 Tonnen entfallen auf wissenschaftlich begleitete kommerzielle Versuche.

Bluefin Tuna Food

Bild: Adobe Stock / Lsantilli

Als begehrte Delikatesse ist Blauflossen-Thunfisch eine sehr gefragte und wirtschaftlich relevante Fischart.

Blauflossen-Thunfisch: Wirtschaftliche Chancen und ökologische Herausforderungen

Für Fischer und Angelanbieter ist der Blauflossen-Thunfisch eine wirtschaftlich attraktive Perspektive. Die notwendige Ausrüstung für das Angeln auf Thunfische (z.B. Ruten, Rollen, Köder, Eis) kostet laut Pascoe etwa 7.000 bis 8.000 Englische Pfund (ca. 8.300–9.500€). Bei vollständiger Ausschöpfung der Quote seien Einnahmen von 50.000 bis 60.000 Pfund (ca. 60.000–70.000€) möglich.

Gleichzeitig verändern Klimawandel und steigende Wassertemperaturen die Artenzusammensetzung. Während in nördlichen Gefilden einige Bestände zurückgehen, kommen andere Arten – wie Oktopusse und Meerbrassen immer häufig vor. Auch das Wiederauftauchen der Thunfische ist eine Veränderung in der Artenzusammensetzung von der Küste Englands. Fischhändler Ian Perkes sieht darin auch Chancen für Küstenorte, weist jedoch darauf hin, dass Thunfische täglich große Mengen Fisch fressen. Jedoch erscheint das Vorhandensein von ausreichend Nahrung als einer der logischsten Gründe für die Rückkehr der Thunfische.

Verantwortungsvolles Angeln: Hand in Hand mit der Wissenschaft

Das Forschungsprojekt Thunnus UK markiert Thunfische, um ihre Wanderungen und Ökologie besser zu verstehen. Warum einzelne sehr große Tiere inzwischen auch in der Nordsee auftauchen, ist weitgehend ungeklärt. Denkbar sind Wanderungen aus kanadischen Gewässern oder Verbindungen zu Beständen im Ärmelkanal.

BFT Drill

Bild: S. Rose

Für Angler bedeutet der Blauflossen-Thunfisch vor allem eines: Heftige Drills!

Inhaber der Thunfisch-Lizenz müssen erstmals eine Schulung des Angling Trust absolvieren. Sie vermittelt Wissen zum sicheren Umgang, der geeigneten Ausrüstung, Release und der Datenerhebung im Zusammenhang mit den großen Zielfischen. Ziel ist, die wachsende Thunfischfischerei nachhaltig zu gestalten und langfristig zu sichern.

Für Angler bedeutet die Rückkehr der Thunfische einen neuen spannenden Zielfisch und die Chancen auf wahnwitzige Drills. Die Thunfische der Nordsee sind nämlich teilweise echte Giganten. Im August wurde vor der Küste von Yorkshire ein Thunfisch mit satten 338 kg Gewicht und einer Länge von unglaublichen 2,93 m gelandet. Es bleibt zu hoffen, dass die Thunfisch-Bestände in den kommenden Jahren sinnvoll und in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern gemanaged werden, sodass eine nachhaltige Bewirtschaftung und Angelfischerei auf diesen spannenden Fisch langfristig funktioniert.

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Quelle: BBC

 


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