Am liebsten möchtest du sicher sofort auf Korsika mit dem Angeln beginnen. Bevor Du dich an die Küsten Korsikas begibst, solltest Du aber einige Regeln kennen. Zunächst gibt es drei große Schutzgebiete auf Korsika. Zuerst gibt es die Meeresstraße von Bonifacio im äußersten Süden der Insel. Das Uferangeln wird dort häufig toleriert, und du wirst in der Regel keine Probleme bekommen, wenn du dort angelst. Das Angeln ist jedoch streng verboten am Fuß der Klippen sowie rund um die Lavezzi-Inseln in den Entnahmeverbotszonen. Auch Catch and Release ist hier nicht erlaubt! Am anderen Ende der Insel, im Norden am Cap Corse, befindet sich ebenfalls ein neueres Schutzgebiet. Dort darf geangelt werden, aber es ist verpflichtend, vorher eine Genehmigung über die App „CatchMachine“ zu beantragen.

Bild: B. Gierth
Bei allem Angelspaß bitte immer die Schutzgebiete beachten!
Schließlich gibt es im Westen ein weiteres Schutzgebiet nördlich des Golfs von Porto, das Naturreservat Scandola. Die vom Ufer aus gesperrten Bereichen sind relativ schwer zugänglich, und die vorhandene Beschilderung lässt keinen Zweifel am Angelverbot in diesen Zonen. Abgesehen von den Schutzgebieten sind einige Arten auf Korsika grundsätzlich vom Fang ausgeschlossen. Das gilt für Zackenbarsche aller Arten. Du wirst sehr wahrscheinlich dem Braunen Zackenbarsch begegnen, der dort sehr verbreitet ist. Diese Art wächst sehr langsam und wurde vor allem durch das Speerfischen im Mittelmeer leider enorm dezimiert. Außerdem gibt es den Adlerfisch, der durch ein Moratorium geschützt ist. Er ist seltener, muss aber im Falle eines unbeabsichtigten Fangs ebenfalls sofort zurückgesetzt werden.
Angeln auf Korsika: Neue App ist Pflicht
Seit Februar 2026 bist du verpflichtet, dich zu registrieren und deine Angelsessions in der App RECFISHING zu erfassen. Auf Korsika (und im Mittelmeer allgemein) müssen Aal, Wolfsbarsch, und Blauflossen-Thun gemeldet werden. Vom Ufer aus sind es wahrscheinlich nur Aal und Wolfsbarsch, die Du von diesen drei Arten fangen kannst. Andere Arten wie Dorade oder Goldmakrele können freiwillig gemeldet werden. Abgesehen davon ist das Angeln in Industriehäfen verboten, das Angeln wird jedoch in vielen Yachthäfen außerhalb der Sommersaison toleriert. Achte immer auf die Beschilderung in den Häfen. Auf Korsika, insbesondere im Sommer, kannst du zwischen verschiedenen Ansätzen wählen: vom Light Game, um möglichst viele Arten zu fangen und eine hohe Frequenz zu bekommen, bis hin zu schweren Methoden, um gezielt größere Meeresräuber zu beangeln.

Bild: Adobe Stock/Frédéric Prochasson
Nicht nur zum Angeln: Auch landschaftlich kann Korsika auf ganzer Linie überzeugen.
Korsika: Angeln auf die leichte Tour – Rockfishing und Light Game
Felsige Bereiche in der Nähe der Strände stecken voller Leben. Mit einem kleinen Gummifisch am Drop-Shot-Rig oder Mikro-Jigkopf, einem kleinen Casting Jig oder Wobbler kannst du zahlreiche bunte Fischarten fangen. Man findet Meerbrassen wie Spitzbrassen, Streifenbrassen, Sargo sowie kleine Dentex und Doraden. Auch Bandbrassen sind häufig und kämpfen hervorragend an leichtem Gerät. Sie reagieren sehr gut auf kleine Fischimitationen.
Kleine Felsenfische wie Schrift-, Ziegenbarsche und Lippfische und sind ebenfalls leicht zu fangen und bieten ein wahres Farbfeuerwerk. Rockfishing ist also auch super spaßig und interessant, wenn du mit der Familie angeln möchtest An Sandstränden ist es möglich, Petermännchen mit Kunstködern zu fangen. Vorsicht vor den Giftstacheln an Rückenflosse und Kiemendeckel! Solltest du gestochen werden, halte eine Wärmequelle (idealerweise ein Feuerzeug oder Zigarettenanzünder) nah an die Stichstelle, um das Gift zu zerstören. Diese Methode funktioniert sehr gut. Wenn sich nach zehn bis fünfzehn Minuten keine Besserung einstellt, solltest du aber besser einen Arzt aufsuchen.

Bild: M. Calu
Vorsicht vor den Giftfischen! Drachenköpfe (hier) und Petermännchen sollten immer mit Vorsicht behandelt werden.
Gegen Abend gehen Felsenfische wie Drachenköpfe, Großkopfgrundeln und andere Räuber wie Stöcker auf Jagd. Drachenköpfe verlassen ihre Verstecke, und man kann viele mit Gummifischen an Jigköpfen von 2 bis 4 Gramm fangen. Mit einer Stirnlampe erkennt man diesen Fisch schnell, da seine Augen dank der vielen Stäbchen im Augenhintergrund aufleuchten wie Katzenaugen im Scheinwerferlicht. Wie beim Petermännchen solltest du beim Umgang mit Drachenköpfen vorsichtig sein. Sie besitzen giftige Stacheln an der Rücken-, After- und Bauchflosse, sowie ungiftige Stacheln am Kiemendeckel. Im Falle eines Stichs ist genauso vorzugehen wie oben beschrieben. Stöcker sind pelagische Fische, und es ist nicht selten, sie beim Jagen kleiner Fische zu hören und zu sehen. Oft hört man sie an der Oberfläche. Mikro-Gummifische und kleine Wobbler sind an einer Ultralight-Rute sehr effektiv. Auch ein Herings-Paternoster kommt bei den Stöckern oft gut an.

Bild: M. calu
Tolle Beute für die leichte Spinnrute und nebenbei auch super auf dem Grill: ein Stöcker.

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Zackenbarsche gehören ebenfalls zur regelmäßigen Beute beim leichten Angeln nah der Felsen. Achtung aber: Diese Fische sollten besser zurückgesetzt werden.
Klasse Zielfische für die Spinnrute
Das Angeln auf kleine Fische ist unterhaltsam, aber auf Korsika kann man auch deutlich stärkere Meeresräuber mit Kunstködern fangen. Es gibt viele Mittelmeer-Barrakudas, die in der Dämmerung und nachts oft in Häfen jagen. Felsige Landspitzen sind ebenfalls hervorragende Plätze für diesen zahnbewehrten Räuber – generell überall dort, wo du tieferes Wasser in Wurfweite hast. Oberflächenköder, langgestreckte, Wobbler und Gummifische (z.B. Sandaal-Gummis) sind besonders effektiv. Natürliche, weiße oder phosphoreszierende Farben gehören zu den besten für Barrakudas.

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Vor allem in der Dämmerung und nachts werden die Barrakudas aktiv und beißen auf flachlaufende Wobbler und Gummifische.
Auch, wenn er zu blitzartigen Attacken fähig ist, sollte man wissen, dass 90 % der Barrakuda-Attacken in Pausen oder bei eher langsamer Köderführung erfolgen. Oft bringt es auch Bisse, den Wobbler etwas über die Rute zu schlagen, sodass er mehr Aktion bekommt und einfacher für die Fische zu orten ist. „Loup“ ist die französische Bezeichnung für den Wolfsbarsch. Für ihn sind Blinker, Wobbler, Gummifische oder Krebsimitationen äußerst effektiv. Viele Zanderköder eignen sich beispielsweise auch für den Wolfsbarsch sehr gut. Solche Köder imitieren Ährenfische oder kleine Meeräschen, die die Barsche lieben – oder Krabben, eine weitere Delikatesse für den Wolfsbarsch. Das gilt besonders in Häfen oder Flussmündungen. Auch Oberflächenköder sind manchmal effektiv – vor allem am frühen Morgen in Buchten und Flussmündungen.

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Vor Korsika ebenfalls immer öfter zu finden: Blaubarsche.
Korsika Angeln auf kampfstarke Räuber: Shore Jigging und Topwater
Einige Räuber, die eher aus (sub-)tropischen Regionen bekannt sind, haben seit etwa fünfzehn Jahren auch vermehrt die Gewässer Korsikas besiedelt. Blaubarsche und Goldmakrelen sind im Sommer mittlerweile sehr präsent. Die „Blues“ jagen in Häfen und Flussmündungen, vor Wellenbrechern und in Buchten. Die Goldmakrele ist eigentlich ein pelagischer Fisch, der tieferes Wasser liebt. Sie wird von felsigen Landspitzen aus gefangen und jagt vorbeiziehende Kleinfische, oft in kleinen Gruppen. Kleine Metalljigs sind die besten Uferköder. Man kann sie auch mit Oberflächenködern fangen. Große Wurfweiten helfen eine größere Fläche nach den Fischen abzusuchen. Achte darauf, diesen Fisch in der RecFishing-App zu melden. Außerdem löst sich die Goldmakrele leicht vom Haken. Das liegt auch daran, dass sie eine außergewöhnliche Kämpferin ist, die im Drill wild springt.

Bild: M. Calu
Über tiefem Wasser bestehen vor allem im Sommer sogar Chancen auf schöne Mahi Mahi (Goldmakrele).
Amberjacks: Geister bei der Jagd
Die unangefochtene Königin unter den Ufer-Zielfischen bleibt aber die Bernsteinmakrele. Diese Art kann auf Korsika überraschend groß werden und terrorisiert Meeräschen in Flussmündungen und an steilen Kanten. Man nennt die Bernsteinmakrele (Amberjack) auch den „Geist“, da man sie nur selten sieht, außer bei der Jagd. Die beste Methode ist das Angeln an der Oberfläche mit Popper und Stickbait. Beim Shore-Jigging mit Casting- und Speed-Jigs an steilen Uferkanten kann man ebenfalls auf Amberjacks hoffen. Dieser Fisch ist aber auch eine herausfordernde Mission: Nach Hunderten von Angelstunden habe ich selbst noch keine große Bernsteinmakrele gefangen (Ich hatte aber zwei Aussteiger und einen Schnurbruch). Nichtsdestotrotz ist sie ein echter Gral und ein Traumfisch, der auf Korsika gut etabliert ist. Jedes Jahr werden gute Exemplare gefangen, oft im Sommer.

Bild: M. Calu
Für die großen Räuber, wie Amberjacks, darf auch die Ködergröße ein Stück nach oben korrigiert werden.
Kopffüßer im Winter
In einem anderen Zusammenhang ist es im Winter möglich, mehrere Kopffüßerarten vom Ufer aus mit Kunstködern zu fangen. Das Angeln auf Kalmare ist ein echter Trend der letzten Zeit, und man kann vor allem im Winter abends gute Sessions erleben. Man sollte aber nach starken Regenfällen vermeiden zu angeln, da viele Schwebstoffe ins Wasser gelangen, was das effektive Angeln durch die Trübung erschwert. Beim langsamen Angeln am Grund findet man auch viele Sepien, die feine und sandige Böden bevorzugen. Auf Korsika gibt es viele Sepien, sie sind jedoch meistens eher klein. Schließlich gibt es viele Oktopusse und Moschuskraken. Man fängt sie oft auf Sicht. Achte darauf, den Köder so zu präsentieren, dass man sie von ihrem Versteck weglockt. Kraken sind nämlich wirklich kräftig, und wenn sie einen Felsen greifen oder sich zurückziehen, ist es fast unmöglich, diese Gesellen herauszuziehen.

Bild: M. Calu
Felsen sind oft eine gute Anlaufstelle. Man erreicht schnell tiefes Wasser oder kann direkt vor den Füßen beim feinen Rockfishing eine breite Palette an Meeresfischen an den Haken bekommen.
Angeln auf Korsika: Tackle und Fischarten
UL/Lightgame/Rockfishing:
- Ufernahes Angeln an Felsen und Stränden
- UL- oder sehr leichte Spinnrute, Rollen der 1000er Größe mit feinem Geflecht und 0,20mm Mono oder FC-Vorfach. Köder: Kleine Gummiköder, Wobbler und Jigs von ca. 2–5cm
- Zielfische: Meerbrassen, Drachenköpfe, Bastardmakrelen (Stöcker), Schriftbarsche, Petermännchen
Mittleres Spinnfischen:
- Von Klippen, Häfen, Molen und Wellenbrechern
- Mittlere Spinnrute (ca. 30-50g WG), passende Rolle mit ca. 8-10kg tragender Schnur und 0,30–0,40mm FC oder Monovorfach. Köder: schlanke Gummifische, Wobbler, Blinker und Oberflächenköder von 8–15cm
- Zielfische: Mittelmeer-Barrakudas und Wolfsbarsche
Schweres Spinnfischen/Shore Jigging:
- Angeln von Felsen, in Häfen; generell in der Nähe von tieferem Wasser
- Lange Spinnrute oder Shore Jigging Rute ab ca. 80g Wurfgewicht, passende Rolle mit ca. 10-15kg tragender geflochtener Schnur, Vorfach FC oder Mono ca. 0,40-0,50mm. Köder: Lange Wobbler, Oberflächenköder, Gummis und Jigs von 10-20cm.
- Zielfische: Blaubarsch, Amberjack, Goldmakrele
Angeln auf Kopffüßer:
- In der Nähe von Strukturen oder über Seegraswiesen
- Leichte Spinnrute oder spezielle Eging-Rute, mit passender Rolle und feiner geflochtener Schnur. Monofiles Vorfach von ca. 0,30mm. Spezialköder für Kopffüßer.
- Zielfische: Kalmare, Sepien und Kraken
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