Manche Angler begegnen der Makrele mit einer gewissen Geringschätzung. Wahrscheinlich liegt es an ihrem oft massenhaften Auftreten in vielen nordischen Revieren zur Sommer- und Herbstzeit. Dabei vereint die Makrele so viele positive Eigenschaften. Und wir im Norden haben sogar das Glück, dass wir teilweise echte Kracher-Makrelen fangen können. Fische von mehr als 40 Zentimetern sind in Norwegen, im Kattegat oder der Nordsee keine Seltenheit: echte Kraftpakete, die an der Spinn- oder Fliegenrute vehemente Kämpfer sind, kaum aufgeben und enorme Kräfte entwickeln.

Bild: Rainer Korn
Der Autor mit Ü40-Makrele vom Ufer.
Makrelen angeln: Schnelle Erfolge vom Ufer und Boot
Dass Makrelen oft so geballt auftreten, hat auch gute Seiten: Der anglerische Erfolg stellt sich schnell ein, ob vom Ufer oder Boot. Wer zusammen mit Kindern angelt, kann sich glücklich schätzen, wenn die Getigerten unterwegs sind. Die oft mangelnde Geduld der Kleinen wird dann nicht allzu hart auf die Probe gestellt. Natürlich kann die Makrelen-Masse auch mal hinderlich sein, etwa wenn man versucht, seine leichten Naturködermontagen zu Wittling und Co. auf Tiefe zu bringen. Meist gelangen die Montagen nur ein paar Meter unters Boot, dann haben sich bereits Makrelen daran gehakt. Ebenso werden Pilker kräftig attackiert – egal, wie groß sie sind!

Bild: Rainer Korn
Große Makrele scheuen auch vor großen Pilkern nicht zurück.
Makrelen angeln mit Spinnrute, Fliege und Paternoster
Makrelen ziehen häufig flach unter der Oberfläche. Das macht sie spannend fürs leichte Angeln, etwa mit der leichten Spinnrute oder der Fliegenrute. Wer mehrere Fische gleichzeitig fangen möchte, wählt das Makrelenpaternoster. Ich persönlich fange Makrelen am liebsten mit den typischen Meerforellen-Küstenblinkern um 20 Gramm und einer Spinnrute mit maximal 40 Gramm Wurfgewicht. Oder eben mit der Fliegenrute der Klasse 7. Beim Fliegenfischen funktionieren glitzernde Streamer wie der Juletrae oder kleine blitzende Fischimitationen wie Jig-Flies besonders gut.
Ein Kescher hilft beim sicheren Landen

Ein Kescher bringt vor allem beim Angeln von Stegen und Kaianlagen mehr Sicherheit beim Landen.
Vor allem beim Angeln von Stegen sollte ein Kescher immer griffbereit liegen. So lassen sich die Makrelen am besten und sichersten landen. Außerdem kann es immer mal passieren, dass eine Meerforelle den Köder nimmt – und dann ist ein Kescher zur Landung besonders wichtig. Tipp zum Landen: Am besten zu zweit agieren. Der Fänger hält das Vorfach straff, der Mitangler enthakt die Fische nacheinander. Besonders gut klappt das mit griffigen Garten-Gummihandschuhen aus dem Baumarkt. So verheddert sich das Makrelenvorfach nicht – denn das können die wie wild zappelnden Makrelen sehr gut.
Makrelen zubereiten: Vielseitig und lecker

Bild: Rainer Korn
Kaum ein anderer Fisch lässt sich so vielfältig in der Küche verwenden wie Makrelen. Hier grätenfrei filetiert und in der Pfanne gebraten.
Die Makrele, vor allem die superfrische, wie wir Angler sie fangen dürfen, ist ein fantastischer Gaumenschmaus. Dabei punktet sie mit ungeheurer Vielseitigkeit: ob geräuchert, gegrillt, gebraten, geflammt oder im asiatischen Stil in Sojasauce gegart – dieser Fisch lässt sich auf viele Arten zubereiten und schmeckt dabei oberlecker. Wer den Geschmack der Makrele nicht mag, tut mir leid – ihm entgeht ein echter Leckerbissen. Ehrlich: Ich bin ein Makrelen-Fan und freue mich wie Bolle, wenn ich im Sommer in Norwegen unterwegs bin und diese leckeren Fische fangen kann.
Makrelen als Top-Naturköder
Auch als Köder gibt die Makrele eine Top-Figur ab. Als Fischfetzen, als Flattermakrele, geteilt oder als ganzer Köderfisch zum Heilbuttangeln: Ein fetter Makrelenhappen ist für viele Raubfische äußerst verlockend. Wer im Hochsommer und Frühherbst dort unterwegs ist, wo viele Makrelen vorkommen, kann sich seine Köder oft direkt vor Ort fangen.

Bild: Rainer Korn
Makrelen sind auch ein super Köder – ob als Fischfetzen oder wie hier als Flattermakrele, bei dem der hintere Teil der Mittelgräte mit der Schwanzflosse herausgeschnitten wird.
Die Makrele im Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name: Scomber scombrus
- Familie: Makrelen und Thunfische (Scombridae)
- Verbreitung: Nordatlantik einschließlich Nordsee und Mittelmeer
- Lebensraum: Freiwasser; bildet große Schwärme, häufig nahe der Oberfläche
- Größe: Häufig um 30 cm, große Exemplare über 40 cm
- Erkennungsmerkmale: Stromlinienförmiger Körper, blaugrüner Rücken mit dunklen Querstreifen und silbriger Bauch
- Nahrung: Zooplankton und kleine Fische
- Besonderheit: Besitzt keine Schwimmblase
- Angelmethoden: Spinnfischen, Fliegenfischen und Makrelenpaternoster
- Geeignete Köder: Kleine Blinker, Pilker und glitzernde Streamer
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