Die Skjern Å und Varde Å gehören zu den bekanntesten Lachsflüssen Dänemarks. Neue Untersuchungen von DTU Aqua zeigen, dass es um viele Bereiche der beiden Flusssysteme ökologisch nicht gut bestellt ist.
Im Skjern-Å-System erreichen lediglich 10 Prozent der untersuchten Strecken eine gute oder hohe ökologische Qualität. Im Varde-Å-System sind es 14 Prozent. Immerhin hat sich der Anteil gegenüber den vorherigen Untersuchungen verbessert: In beiden Flusssystemen lag er zuvor lediglich bei fünf Prozent. Dennoch bleibt der Abstand zu den angestrebten Zielen groß.
Die Untersuchungen der Fischbestände wurden im Spätsommer und Herbst 2025 durchgeführt und bilden die Grundlage für die neuen dänischen „Planer for fiskepleje“. Sie dokumentieren den Zustand und die Entwicklung der Fischbestände und enthalten Empfehlungen für Maßnahmen, mit denen die Gewässer einen guten oder hohen ökologischen Zustand erreichen sollen.
Forellen zeigen, wie es den Flüssen geht
Eine wichtige Rolle bei der Bewertung der Gewässer spielen die vorhandenen Fischbestände. Besonders die Zahl der jungen Forellen gibt Hinweise darauf, ob geeignete Laich- und Aufwuchsgebiete vorhanden sind.
Auch hier zeigen sich deutliche Unterschiede. Im Skjern-Å-System wurden durchschnittlich 17 halbjährige Forellen pro 100 Quadratmeter festgestellt. Im Varde-Å-System waren es durchschnittlich 24 Forellen pro 100 Quadratmeter. Zum Vergleich: In den untersuchten Gewässern zwischen Mariager Fjord und Limfjord wurden durchschnittlich 124 junge Forellen pro 100 Quadratmeter gefunden.
Wie groß die Unterschiede zwischen den dänischen Gewässern sind, zeigt ein weiterer Vergleich: An der Villestrup Å erreichen 83 Prozent der untersuchten Abschnitte die ökologischen Ziele, an der Kastbjerg Å 73 Prozent. Dort wurden zugleich deutlich höhere Dichten junger Forellen festgestellt.
Viele Probleme für Lachs und Meerforelle
Die Ursachen für schwache Fischbestände sind vielfältig. Viele Flüsse und Bäche werden noch immer durch Wehre und andere Hindernisse unterbrochen. Hinzu kommen fehlende Laichplätze und Verstecke sowie Probleme durch Sand und Ocker, die insbesondere in westjütländischen Gewässern eine Rolle spielen.
Maßnahmen wie das Entfernen von Wanderhindernissen, die Anlage geeigneter Laichplätze und die Wiederherstellung natürlicher Gewässerstrukturen können die Bedingungen für Lachs und Forelle verbessern.
Dass solche Maßnahmen Wirkung zeigen, lässt sich auch an der Varde Å beobachten. Dort haben beseitigte Wanderhindernisse bereits zu Verbesserungen geführt – auch wenn das Flusssystem insgesamt noch weit von den ökologischen Zielen entfernt ist.
Es muss mehr für die Flüsse getan werden
Der Danmarks Sportsfiskerforbund sieht angesichts der aktuellen Ergebnisse weiteren Handlungsbedarf. Dabei geht es nicht nur um neue Maßnahmen. Der Verband will auch überprüfen, wie viele bereits in früheren Planungsperioden beschlossene Projekte tatsächlich umgesetzt wurden.
Gleichzeitig verweist der Verband auf die Arbeit der Angelvereine. Ehrenamtliche Helfer investieren jedes Jahr viele Stunden in die Renaturierung von Gewässern und bringen beispielsweise Laichkies ein. Nach Ansicht des Verbandes können die Vereine diese Aufgabe jedoch nicht allein bewältigen. Auch Staat und Kommunen müssten stärker dazu beitragen, die grundlegenden Probleme der Gewässer zu lösen.
Was bedeutet „guter ökologischer Zustand“?
Wie gesund ein Fluss oder Bach ist, wird unter anderem anhand seiner Fischbestände, Kleintiere und Wasserpflanzen beurteilt. Bei Forellengewässern ist beispielsweise ein guter Bestand an Jungfischen ein Hinweis darauf, dass die Fische erfolgreich laichen und geeignete Lebensräume finden. Die ökologische Qualität wird in fünf Klassen eingeteilt: hoch, gut, mäßig, unbefriedigend und schlecht. Ziel der EU-Wasserrahmenrichtlinie ist grundsätzlich mindestens ein guter ökologischer Zustand.
Auch interessant
- Angeln allgemeinAngeln in Dänemark: Regeln, Fische und die besten Hotspots
- Angeln allgemeinFamilien-Angelurlaub in Dänemark: Jeder Ferientag ein Angeltag!








