Cressbug – Erfolgsrezept für kalte Monate

Wir alle haben schon mit Flohkrebs-Imitationen gefischt, aber mit der Wasserassel…? Dabei gibt es mehr als einen Grund, vor allem jetzt im Winter, mit dem Cressbug zu fischen! Denn wenn Forellen die Löwen sind, dann sind die Wasserasseln die Zebras…

Fliegen des Monats Roman Mose Cressbug Fliege

Bild: R. Moser

Asellus aquaticus, englisch Sowbug, Hoglouse oder Cressbug, ist mit den Flohkrebsen, den Gammariden, eng verwandt. Sie besitzen auch ein terrestrisches Gegenstück, nämlich die allgemein bekannte Kellerassel, mit der sie auch die flache Körperform gemein haben. Der 5 bis 12 Millimeter lange graubraune Rückenpanzer ist segmentiert und mit einer melierten Zeichnung versehen. Die Beinchen ragen seitlich hervor und sind nicht zum Schwimmen, sondern nur zum gemächlichen Klettern geeignet. Die Bauchseite ist wesentlich heller gefärbt.

Nahrung und bevorzugter Lebensraum der Wasserassel

Die Nahrung besteht zum Großteil aus abgestorbenen Pflanzenteilen, daher sind sie auch vorrangig (wie der Gammarus) im „Unterwasserdschungel“ zu finden. Schnelle Strömung mögen sie gar nicht, und ihr aquatisches Umfeld sollte alkalisch, also kalkhaltig sein. Krautreiche Seen, kalte Quell- und Kreideflüsse, aber auch Sickerwassergräben und Druckwasserkanäle mit reichlich Pflanzenbewuchs sind ihr bevorzugter Lebensraum.

Kreideflüsse als Idealhabitat für Wasserasseln

Sogenannte Kreideflüsse („Chalk Streams“ oder „Lime Stone Spring Creeks“), wie auch schüttungsreiche Quellbäche haben dabei den Vorteil, auch bei Minusgraden eine konstante Wassertemperatur von 7 bis 8 Grad Celsius aufzuweisen. Im Sommer erreichen die Temperaturen maximal 11 Grad Celsius. Auch ist das Abflussregime nicht durch Eintrübung oder reißende Hochwässer geprägt. Der Reichtum an gelösten Nährstoffen und Mineralien bewirkt ein enormes Pflanzenwachstum und bildet somit den idealen Lebensraum für Fischnährtiere des Gewässers. Eine Regel besagt: Je mehr Zebras, umso mehr Löwen – die Wasserasseln sind die Zebras, und die Löwen, ja, das sind in diesem Falle die Salmoniden!

Manchmal verlieren sie den Halt an Pflanzenteilen und treiben hilflos ab. Und so gelangen sie in die Drift und in den Nahrungsaufnahmebereich der Fische. Oder aber sie werden, wie geschildert, gezielt von Unterwasserpflanzen oder vom Schlammuntergrund aufgelesen.

Cressbug richtig fischen – Dead Drift am Gewässergrund

Fischen sollte man die Imitation in der sogenannten Dead Drift, knapp über dem Boden. Also unbewegt, jedoch mit einem Bissanzeiger. Oder aber auf Sicht, wobei das Erkennen des „Nehmens“ und rechtzeitiges Setzen des Hakens doch etliches an Erfahrung verlangen.

Auch wenn diese Tiere in der Fliegenfischerei bislang ein Schattendasein führen, Sie sollten sie nicht unterschätzen: Asellus ist das ganze Jahr hindurch, also auch jetzt in der kalten Jahreszeit, als Fischnährtier vorhanden und für unsere Salmoniden verfügbar!

Die Wasserasseln sind mit den Flohkrebsen eng verwandt, sie schwimmen jedoch selten, sondern klettern bevorzugt in Wasserpflanzen umher. Sie lassen sich ähnlich wie ein Flohkrebs binden.

So wird der Cressbug von Roman Moser gebunden:

  1. Man bestreicht den Hakenschenkel mit etwas wasserfestem Superglue-Gel und windet den Bleidraht an.

 

  1. Mit einer Flachzange drückt man diese Windungen platt und bestreicht sie noch einmal mit flüssigem Superglue. Dann lässt man das Ganze trocknen.

 

  1. Mit einer stumpfen Schere werden die Bleiecken abgeschrägt und mit der Bindeseide das Ganze in Kreuzwicklungen gesichert. Gleichzeitig wird ein dünner Silberdraht eingebunden.

 

  1. Nun schneidet man einen Streifen Nymph Skin zusammen mit der Papierunterlage vom Blatt ab, wobei die Breite etwa den flach gedrückten Bleiwicklungen entsprechen sollte.

 

  1. Ein Ende des Nymph Skin wird zugespitzt, von der Papierunterlage gezogen und, mit der glänzenden Seite nach oben schauend, übers Öhr hinausstehend eingebunden. Nun wird der Körper vom Öhr her nach hinten gehend mit graubraunem Dubbing bedeckt und das Deckblatt zurückgeklappt.

 

  1. Die dünne Gummihaut unter Spannung halten und mit mehreren Windungen der Powersilk am Ende des Schenkels fixieren.

 

  1. Die Bindeseide nun nach vorne über den Körper und das Deckblatt rippen und beim Öhr mit einem halben Stich sichern.

 

  1. Das Gummiblatt hinten nicht zu knapp abschneiden und den Silberdraht genau in den Rippungen der Bindeseide verlaufend nach vorne winden, überfangen und abschließen.

 

  1. Mit der Velcro-Bürste (Klettband-Bürste) nun Dubbingfasern vorsichtig herauskämmen, diese imitieren die kleinen Beine, und anschließend…

 

  1. … zu lange Seitenfasern proportionsgerecht einkürzen. Wenn das Ergebniss so aussieht, ist er fertig, der Cressbug.

Materialliste Cressbug:

Bindeseide: Power Silk, Größe 10/0, gelb

Haken: Bead Head Haken, Größe 12 bis 18

Beschwerung: Bleidraht

Körper: Graubraunes Ghost Fiber Dubbing

Deckblatt: Marbled Nymph Skin, gelb

Rippung: Powersilk und feiner Silberdraht

Kleber: Superglue

 


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