Angeln in Hessen: Fliegenfischen an der Mümling

Die Mümling im Odenwald ist ein Traumgewässer für Fliegenfischer – und liegt gleich um die Ecke der Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Wer beim Angeln in Hessen Bachforellen und Äschen in einem abwechslungsreichen, anspruchsvollen Gewässer erleben möchte, findet zwischen Beerfelden und Bad König rund 15 Kilometer Fliegenfischerstrecke.

Angeln in Hessen

Bild: Arne Kusserow

Im Schatten der Bäume. Auch im Sommer wird das Wasser der Mümling nicht zu warm, denn das Blätterdach schützt sie an vielen Stellen vor einer direkten Sonneneinstrahlung.

Fliegenfischen an der Mümling im Odenwald

Die Mümling im Odenwald ist ein Traumgewässer, und dies ist „gleich um die Ecke“ der Metropolregionen Rhein-Main und Rhein-Neckar. Der hervorragende Bachforellenbestand der Mümling kann echte Sternstunden bescheren. Allerdings ist die Fischerei an dieser Strecke durchaus anspruchsvoll, denn wegen des dichten Uferbewuchses ist oft wenig Platz für Würfe. Die vielen Hindernisse aus Holz und Stein in und am Wasser zwingen einen schon mal zu akrobatischen Einlagen und das Backing wird man eher nicht sehen – dafür aber viele Forellen und spektakuläre Drills auf engem Raum!

Die ganz großen Bachforellen, die hier stattliche Größen erreichen, sind schwer zu überlisten. Wenn es aber gelingt, einen dieser wunderbaren Fische zu haken, wird man das so schnell nicht vergessen!

Der Bachforellenbestand ist sehr gesund

Die Mümling bringt ideale Voraussetzungen mit, um einen guten Bachforellenbestand zu ernähren. Alle Jahrgänge, von den Kleinsten aus dem vorhergehenden Jahr bis zu den ganz „Dicken“, sind vertreten. Ein Grund dafür könnte auch sein, dass die etwa 15 km lange Strecke des SF-V „Petri Heil“ Mümlingtal zwischen Beerfelden und Bad König der Fliegenfischerei vorbehalten ist. Dies verhindert, dass sich kleine Forellen an Naturködern mit schwerwiegenden Folgen verschlucken.

Wie bereits erwähnt: Es gibt wirklich große Bachforellen. Doch wie auch bei anderen guten Gewässern werden die großen Forellen mit zunehmendem Alter und Erfahrung immer schwieriger zu haken und noch schwieriger zu landen.

Wer jedoch neben dem Überkopfwurf einen anständigen Rollwurf und ein paar Trickwürfe im Repertoire hat, der wird sich an der Mümling gut zurechtfinden und erreicht mit seiner Fliege auch die Verstecke der großen Forellen.

Bachforelle Mümling Odenwald

Bild: S. und M. Theophel

Neben vielen jungen Bachforellen gibt es auch solche Exemplare. Der Bachforellenbestand der Vereinsstrecke ist hervorragend!

Arbeit zum Wohle der Äsche

Auch Äschen kann man fangen, die hier an geeigneten Stellen vorkommen. Der Bestand wird vom Verein gemeinsam mit den zuständigen Behörden gestützt und gepflegt. Wenn nötig durch Besatz mit Setzlingen, womöglich durch Verbesserung der Lebensbedingungen.

So werden zum Beispiel in einer derzeit stattfindenden Aktion mehrere Bereiche behutsam von zu dichten Gehölzbeständen befreit, um gute Standorte für Äschen entstehen zu lassen. Diese Maßnahmen sind darauf angelegt, den Äschenbestand zu stützen, ohne in den Bachforellenbestand einzugreifen.

Neben den Forellen und Äschen gibt es noch einiges zu sehen. Zum Beispiel den Eisvogel, dem begegnet man eigentlich immer. Auch die Wasseramsel kann man öfter beobachten. Die Spuren der Biber sind unübersehbar und in den Teilbereichen, die durch Wald oder Wiesen verlaufen, begegnen einem regelmäßig Füchse, Rehe und Dachse.

Fliegen und Ausrüstung für die Mümling

In der Mümling sind neben Eintagsfliegenlarven und Köcherfliegenlarven große Mengen an Bachflohkrebsen zu finden. Auch die eine oder andere Steinfliegenlarve gibt es. Je nach Jahreszeit gibt es Schlupfereignisse von verschiedenen Eintagsfliegenarten. Auch Köcherfliegen schlüpfen ab dem Spätsommer in größeren Mengen und bringen die Forellen zum Steigen.

Entsprechende Fliegenmuster und die Standards wie Rehhaar-Sedge, Adams, Klinkhammer, Goldkopfnymphen, Pheasanttail Nymphe und Bachflohkrebs-Imitate gehören daher ebenso in die Box wie einige Terrestials.

Streamer werden nicht unbedingt gebraucht, da immer mit Nymphe und Trockenfliege gefangen werden kann. Wer aber gerne mit dem Streamer fischt, der wird ebenfalls erfolgreich sein. Ein paar Forellenstreamer und Woolly Bugger können nicht schaden.

Und welche Ausrüstung brauche ich?

Die Grundregel: Je kürzer die Rute, desto besser kommt man an bewachsenen Stellen klar, denn die Wege zu den guten Stellen führen auch durch Unterholz und Dickicht. Ruten zwischen 6 und 8½ Fuß Länge und den Schnurklassen 4 bis 6 eignen sich am besten.

Ich fische meist eine 8½ Fuß lange 5/6er Rute mit kurzer 5er WF-Keule mit beschwerter Nymphe oder Trockenfliege. Mit 7 Fuß kommt man aber auch zurecht. Einige der Vereinsmitglieder fischen auch beschwerte Nymphen an längeren, 9 Fuß langen Ruten, andere bevorzugen 6 Fuß Klasse 5 Ruten für Streamer. Solches Gerät ist ausreichend, um mittelgroße, beschwerte Nymphen über die 10 bis 15 Meter Distanz zu befördern, die hier benötigt wird. Will man trocken fischen, ist eine 5er oder 4er Rute eine gute Wahl.

Eine kapitale Forelle an diesem Gerät ist ein Erlebnis, das einem lange in Erinnerung bleibt! Apropos: Als Vorfachspitzen ist 0,16er zu empfehlen, fischen Sie nicht dünner!

Angeln in Hessen: Was muss ich sonst über die Mümling wissen?

Zunächst einmal: Im Gegensatz zu manch überlaufenen Gewässern im Einzugsbereich der großen Städte Frankfurt, Hanau, Offenbach, Heidelberg oder Mannheim findet man hier Ruhe. Es ist hier eben eher freundlich, idyllisch, ruhig und sanft als spektakulär.

Die Strecke ist insgesamt etwa 15 km lang und in 12 Abschnitte eingeteilt. Der obere Abschnitt reicht von den Quellbereichen der Mümling bei Beerfelden bis zum Zulauf, der vom Marbachsee herabkommt. Dieser Zulauf bis hoch zur Staumauer kann ebenfalls befischt werden. Es handelt sich um 1 bis 2 Meter kleine Wiesenbäche, die auch mal durch Gehölzbereiche führen. Mit der Fliege sind sie zwar schwer zu befischen, weisen aber gute Fischbestände auf. Wer öfter an kleinen Bächen fischt, wird hier mit einer kurzen Rute viel Freude haben!

Von Erbach über Michelstadt flussabwärts

Dem Bachlauf abwärts folgend an der Eisenbahnbrücke bei der Ortseinfahrt von Erbach bis zum Hammerwehr am Ortsausgang Michelstadt fließt die Mümling durch Ortschaften, man bekommt aber nicht sehr viel davon mit, wenn man sich watend im Wasser bewegt. Die Uferbereiche sind breit genug, die Böschung recht hoch und gut bewachsen. Im unteren Teil dieses Bereichs führt die Strecke durch die Parkanlagen des Schlosses Fürstenau, dieser Bereich darf nicht befischt werden.

Weiter stromab ab Asselbrunn darf sich die Mümling ihr Bett seit vielen Jahren wieder frei gestalten und hat dafür auch genügend Platz. Die meisten Befestigungen wurden auf Initiative des Vereins nach und nach zurückgebaut. Inzwischen zum Flüsschen angewachsen, sprudelt das Gewässer munter über Sandsteinfindlinge, mäandert durch Wiesen und Wald, umspült die Wurzeln großer Weiden und Schwarzerlen und hat sich mal tiefer, mal weniger tief eingegraben.

Zwar verläuft ein Fuß- und Radweg entlang des Gewässers, der Weg ist aber weit genug entfernt, damit man ungestört bleibt. Da hier auch das Totholz im und am Wasser liegen bleibt, wie es fällt, kann die Fischerei recht sportlich werden. Watschuhe mit Spikes sind aufgrund der zum Teil hohen rutschigen Böschungen sowie Astwerk und Steinen im Flussbett zu empfehlen. Zusammen mit dem untersten Abschnitt findet man hier die besten Bedingungen zum Fliegenfischen!

Das Ende der Vereinsstrecke

Offenere Bereiche mit gutem Wasserpflanzenbewuchs wechseln sich mit Rauschen und ruhigeren, tieferen Zügen ab. Ab der Brücke am Möbel Kempf (Zell) beginnt der letzte Abschnitt des Vereins. Die Vereinsstrecke endet an einer kleinen Holzbrücke kurz vor dem Ort Bad König, die den Fuß- und Radweg über das Gewässer führt.

Übrigens findet man wenige Meter neben der gerade genannten Brücke das Kaffee Orth, in dem man sich ein Stück Kuchen gönnen sollte. Und einen Biergarten gibt es ebenfalls, nur wenige hundert Meter weiter. Auch dies sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie an unserer Mümling fischen …

Quelle: A. Kusserow

Angeln in Hessen: Das sollten Sie wissen

Hessen bietet Fliegenfischern eine überraschend große Auswahl an Flüssen und Bächen. Gerade die Mittelgebirgsregionen mit Odenwald, Rhön und nordhessischem Bergland bieten interessante Reviere für Forellen- und Äschenfischer. Wer in Hessen angeln möchte, benötigt einen gültigen Fischereischein. Für das jeweilige Gewässer ist zusätzlich eine entsprechende Angelerlaubnis beziehungsweise Gastkarte des Fischereirechtsinhabers oder Pächters erforderlich.

Da Preise, Ausgabezeiten, Schonbestimmungen und Entnahmeregeln von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich sind und sich ändern können, sollten sich Gastangler vor der Anreise immer direkt beim jeweiligen Verein oder Bewirtschafter über die aktuellen Bedingungen informieren.

Die Mümling im Odenwald ist dabei ein besonders reizvolles Ziel für Fliegenfischer: naturnahe Abschnitte, Bachforellen und Äschen sowie die Nähe zu den Ballungsräumen Rhein-Main und Rhein-Neckar machen sie auch für einen Tagesausflug interessant.

Auch interessant


12 x Blinker

+ Fanatik Köderbox

Cover der AngelWoche 16/2026: Barsch geht ab!

AngelWoche

AngelWoche ist die aktuellste und meist verkaufte Angelzeitung auf dem deutschen Markt. News aus der Industrie, aktuelles von den Angelgewässern, reich bebilderte, kurz und verständlich gehaltene Artikel, verbunden mit einer großen Themenvielfalt charakterisieren die AngelWoche.

Ihre FliegenFischen Ausgaben

in einem einzigartigen Nachschlagewerk

JETZT SAMMELN!

 

Sammeln Sie Ihre Ausgaben zu einem einzigartigen Nachschlagewerk!

Next Prev
Blinker
AngelWoche
FliegenFischen
Kutter & Küste