Neuseeland: Spürhunde suchen invasive Fischarten

In Neuseeland sind Wels und Koi-Karpfen eine Plage. Wissenschaftler wollen jetzt Hunde einsetzen, um diese Schädlingsfische aufzuspüren und damit die Gewässer zu schützen.

Die Spürhunde, die für dieses Projekt ausgewählt worden sind, sind gewöhnliche Haushunde. (Symbolbild) Foto: Unsplash / Jay Wennington

Bild: Unsplash/Jay Wennington

Die Spürhunde, die für dieses Projekt ausgewählt worden sind, sind gewöhnliche Haushunde. (Symbolbild)

Wissenschaftler der Universität Waikato im Neuseeland wollen Spürhunde darauf abrichten, Fische wie Koi und Wels im Wasser zu erschnüffeln. Beide Arten gelten in Neuseeland als invasiv und bedrohen dortige Ökosysteme. Bisherige Methoden zur Aufspüren von Schädlingen sind teuer und ungenau. Die Forscher wollen deswegen jetzt mit der feinen Nase unserer tierischen Freunde diesem Problem Abhilfe verschaffen.

Spürhunde als Alternative zu teurer Technik

Dr. Clare Browne ist verantwortlich für dieses Projekt. Sie und ihr Team wollen die Hunde, ähnlich wie ein Suchtmittelspürhunde, darauf abrichten, kleinste Spuren von Koi-Karpfen oder Welsen in Wasserproben zu erschnüffeln. Die hündische Nase sei dabei in der Lage, einen Koi-Karpfen in der Wassermenge von sechs olympischen Schwimmbecken zu erkennen. Besonders für tiefere Gewässer könnten Hunde so eine kostengünstigere Alternative zu der Auswertung von „Environmental DNA“ (zu deutsch: Umwelts-DNS) sein, also Spuren von Organismen in Luft und Wasser.

Koikarpfen und Wels sind Schädlinge in Neuseeland

In Neuseeland ist der Schädlingsstatus dieser fremden Spezies unumstritten. In Seen, in denen zwei oder mehr Spezies von invasiven Arten aufzufinden sind, sei eine durchschnittliche Verringerung der Wasserklarheit von 53% zu messen. Außerdem verdrängen diese Tiere heimische Arten, indem sie zu großen Wettbewerbsdruck auf Futter ausüben oder heimische Arten erbeuten.

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Ein Arbeitstag als Laborhund

Die ausgewählten Spürhunde werden an einem Gebäude etwas außerhalb des Campusgeländes trainiert. Dafür ist ein Raum mit einem Probenkarussell und einem elektronischen Futterautomaten eingerichtet, der per Knopfdruck Leckerlis als Belohnung ausgibt. Durch ein Loch in einer Trennwand können die Tiere dann ihre Schnauze in das Abteil des Karussells stecken, um die Probe zu riechen. Erschnüffeln sie den Geruch von Schädlingsfischen, dann halten sie ihre Schnauze in dem Abteil und erhalten ein Leckerli. Ist dem nicht der Fall, ziehen die Hunde sie wieder heraus und betätigen einen Hebel, um das Karussell weiterzudrehen. Per Kamera können die Wissenschaftler die Hunde kontrollieren.

Das Spürhund-Projekt soll bis Mitte 2022 laufen

Das Projekt des neuseeländisches Teams hat 2018 von der Regierung einen Zuschuss in Höhe von einer Millionen neuseeländischen Dollar bekommen. Demnächst sollen die Hunde bereit sein Wasserproben, von überall aus dem Land zu prüfen. Das Ende für das Projekt ist zur Zeit Mitte 2022. Wie es danach damit weitergeht, ist dann von den Ergebnissen abhängig. Wenn sie sich als zuverlässigere und günstigere Variante herausstellen, dann hofft Dr. Browne auf weitere Finanzierung.

Quellen: stuff.co.nz, waikato.ac.nz

Die neuesten Kommentare

02.09.2021 02:19:09
Lustiger Artikel, bekloppte Forschung!Wenn die Hunde in der Lage sind anhand von Wasserproben den "Feind" zu erschnüffeln - wie geht es dann weiter? Dutzende Angler einladen oder eine Dynamitladung im Gewässer zünden?
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