Kanada: Vertuschungs-Affäre um Forellen schockt British Columbia

Mehrere kanadische Medien berichteten über den Fall. Der Vorwurf: Die kanadische Regierung soll wissenschaftliche Erkenntnisse über die Gefährdung der Steelhead-Forellen vertuscht haben, um die kommerzielle Befischung der Salmoniden nicht zu blockieren.

Bild: Jake Hills / Unsplash

Hat die kanadische Regierung verschwiegen, wie es wirklich um die bedrohten Steelhead-Forellen steht? (Symbolbild)

Kanadas Fischereibehörde steht unter Beschuss – und die Beschuldigungen wiegen aus Sicht von Anglern und Naturschützern schwer: Die nationale Fischereibehörde DFO (Fisheries and Oceans Canada) soll bewusst wissenschaftliche Erkenntnisse über den Gefährdungszustand von Steelhead-Forellen vor der Öffentlichkeit zurückgehalten haben. Einer der lautesten Kritiker ist dabei der Geschäfstführer der B.C. Wildlife Federation, Jesse Zeman. Er behauptet, die Regierung habe schon lange wissenschaftliche Gutachten vorliegen, die eindeutig belegen, dass die Steelhead-Forelle (eine Unterart der Regenbogenforellen) in British Columbia vom Aussterben bedroht sei. Dabei kämen die Gutachter zu dem klaren Schluss, dass ein Fischereiverbot ausgesprochen werden müsse, um die Art vor dem Aussterben zu schützen. Konkret geht es dabei um die Bestände im Thompson River, im Chilcotin River sowie im berühmten Fraser River.

Anzahl der Steelheads auf historischem Tief

Schon seit Jahren warnen Naturschutzgruppen und Experten vor einem möglichen Aussterben der Steelheads. In dem jährlichen Bericht des Forstministeriums von British Columbia heißt es, dass die Population der Forellen in den drei Gewässern auf einem historischen Tiefpunkt ist. Demnach sollen im Thompson River 104 und im Chilcotin River bloß 19 Tiere ihre Laichgründe erreichen. Ein besorgniserregender Zustand. Des Weiteren machen Naturschützer auf die prekäre Situation der Steelheads im Fraser River aufmerksam – wo sie ebenfalls vom Aussterben bedroht sein sollen.

All das hätte man im Ministerium gewusst – und dennoch nicht gehandelt, so Jesse Zeman. Die DFO bestreitet die Vorwürfe vehement: „Natürlich ist die DFO sehr bemüht, Informationen im Rahmen unserers wissenschaftlichen Prozesses weiterzugeben“, sagt Andrew Thompson in einem Fernseh-Interview mit CBC.

„Es gibt ein Problem mit der Transparenz“

Zeman wurden der Zugriff auf die Dokumente verwehrt. Ein Antrag seinerseits auf die Veröffentlichung der Ergebnisse und eine entsprechende Bewertung des Erholungspotenzials wurde abgelehnt. Damit er die Dokumente einsehen kann, muss er die Regierung nun verklagen. „Wir wissen, dass das DFO gute wissenschaftliche Arbeit leisten kann, aber wir wissen auch, dass die Wissenschaft des DFO der Öffentlichkeit nicht gezeigt wird“, sagte er in der CBC-Sendung Daybreak Southund geht noch einen Schritt weiter: „Es gibt eine echte Sorge um die Transparenz.“

Unterstützung bekommt Zeman von Eric Taylor, Professor für Zoologie an der University of British Columbia (UBC). Er hat Jahrzehnte die Entwicklung der Steelhead-Population in B.C. erforscht – und kommt zu demselben Schluss wie Zeman: „Technisch gesehen ist das wirklich wissenschaftlicher Betrug. Wenn der Bericht nicht völlig sauber, ehrlich und einwandfrei ist, wird die Glaubwürdigkeit des gesamten Prozesses beeinträchtigt.“

Die DFO wird sich in den kommenden Wochen und Monaten noch einigen kritischen Fragen stellen müssen. Fest steht jedoch: gewinnt Zeman den Prozess, dann werden die Berichte veröffentlicht werden müssen. Dann könnte es in der Tag eng werden für die nationale Fischereibehörde.

Quelle: CBC News 


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