Forscher aus China züchten Fisch ohne Gräten

Wer gern Fisch mag, aber ihn lieber ohne Gräten essen würde, hat Grund zur Freude: Im Labor sind grätenlose Karauschen gezüchtet worden.

In Europa kennt man die Karausche nicht als beliebten Speisefisch. In Asien ist ihr Fleisch dagegen sehr gefragt. Foto: Archiv

Bild: Archiv

In Europa kennt man die Karausche nicht als beliebten Speisefisch. In Asien ist ihr Fleisch dagegen sehr gefragt.

Hatten Sie auch immer Probleme beim Fischessen, weil da die fiesen Gräten sind? Vielleicht kann Ihnen geholfen werden: Forscher aus China haben im Labor einen Fisch ohne Gräten gezüchtet. Dabei haben sie den genetischen Code einer Art bewusst manipuliert, um das Wachstum der Knochen zu beeinflussen.

Fisch ohne Gräten: Forscher entfernen ein Schlüsselgen

Wissenschaftler in China haben herausgefunden, wie man die Grätenzahl in Fischen minimiert. Und auf diesem Weg gelang es Wissenschaftlern des Heilonggjiang Fishery Research Institute, eine grätenlose Karausche zu züchten. Der Grund dafür? Man soll sie leichter essen können und Fischzuchten sollen effektiver werden.

Im Gegensatz zur westlichen Welt werden Karauschen in China als Speisefische sehr geschätzt. Deshalb haben die Wissenschaftler das Gen bmp6 isoliert. Dieses Schlüsselgen ist für das intermuskuläre Wachstum entlang der Wirbelsäule verantwortlich. Sie waren in der Lage, dieses Gen aus dem Fisch zu entfernen, ohne das Fischwachstum oder seine Reproduktionsfähigkeit einzuschränken. 2022 konnten sie 20.000 Karauschen ohne intermuskulare Knochen züchten. Bei allen Fischen bildeten sich keine Gräten aus, die Erfolgsquote lag also bei 100 Prozent. Die Chinesen behaupten, dass es jetzt möglich sei, Fische ohne Gräten gezielt zu züchten. Der Rest des Knochenskeletts bleibt dabei intakt.

Die Fische unterscheiden sich nur innerlich voneinander: Links der Fisch mit, rechts ohne Gräten. Foto: Heilongjiang Fishery Research Institute

Bild: Heilongjiang Fishery Research Institute

Die Fische unterscheiden sich nur innerlich voneinander: Links der Fisch mit, rechts ohne Gräten.

Karauschen sehen aus wie ihre natürlichen Verwandten

Die genmäßig veränderten Fische unterscheiden sich äußerlich nicht von ihren grätenreichen Verwandten. Allerdings steht noch nicht fest, was passieren würde, wenn die modifizierten Fische in Naturgewässer gelangen sollte.

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Li Shaow, einer der Wissenschaftler des Instituts, sieht in dieser Entwicklung großes Potenzial. Fische ohne Gräten „können die globale Ernährungskultur und Essgewohnheiten sehr verändern, und sie haben einen großen Einfluss darauf, den Verzehr von aquatischen Produkten in der Zukunft zu unterstützen“, erklärte der Forscher. „Die genetische Verbesserung der Karausche ohne Gräten ist ein effektiver Weg, das Problem einer großen Produktion mit geringer Wirtschaftlichkeit zu lösen.“ Karauschen gelten im asiatischen Raum als Delikatesse, während sie in Europa kaum als Speisefisch genutzt werden.

Quelle: Field & Stream


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