Fast 700 Delfine und Grindwale an einem Tag getötet

Auf den Färöer-Inseln sind nach Angaben der Meeresschutzorganisation OceanCare am 27. Mai bei drei Treibjagden insgesamt fast 700 Grindwale und Delfine getötet worden. Die Organisation kritisiert zudem eine kurz zuvor beschlossene Änderung des färöischen Tierschutzgesetzes, die die Wal- und Delfinjagd betreffen soll.

Wal Jagd Faeroeer Inseln

Bild: www.oceancare.org

Am Mittwoch, dem 27. Mai, hat sich das Meer erneut rot gefärbt: An einem einzigen Tag wurden auf den Färöern fast 700 Delfine getötet — so viele wie seit Jahren nicht mehr. Die Grindwale und anderen Delfine wurden in drei separaten Treibjagden getötet — nur Stunden nachdem das färöische Parlament einstimmig beschlossen hatte, die Wal- und Delfinjagd aus dem Schutzbereich des Tierschutzgesetzes herauszunehmen.

Meer färbt sich rot: Fast 700 Delfine und Grindwale getötet

Auf den Färöer-Inseln sind nach Angaben der Meeresschutzorganisation OceanCare innerhalb eines Tages fast 700 Grindwale und Delfine getötet worden. Die Tiere wurden demnach bei drei Treibjagden in verschiedene Buchten getrieben und dort erlegt.

In der Bucht von Sandagerði nahe der Hauptstadt Tórshavn wurden laut OceanCare 402 Grindwale getötet. Hinzu kamen rund 150 Weißseitendelfine in Skálafjørður sowie weitere 132 Tiere in Streymnes. Einige Meeressäuger strandeten nach Angaben der Organisation außerhalb der vorgesehenen Jagdbereiche.

Gesetzesänderung kurz zuvor beschlossen

Brisant: Nur einen Tag zuvor hatte das färöische Parlament einstimmig eine Änderung des Tierschutzgesetzes beschlossen. Nach Angaben von OceanCare gelten die bisherigen Bestimmungen künftig nicht mehr für die traditionelle Jagd auf Wale und Delfine.

Hintergrund der Gesetzesänderung war demnach ein laufendes juristisches Verfahren. Dabei sollte geklärt werden, ob die bisherigen Tierschutzvorschriften auch für die sogenannte Grindwaljagd („Grindadráp“) gelten. Noch vor einer gerichtlichen Entscheidung wurde das Gesetz angepasst.

Kritik an der Jagdpraxis

Grindwale gehören trotz ihres Namens zur Familie der Delfine. Die Tiere leben in engen sozialen Verbänden und gelten als besonders intelligent.

Die traditionelle Grindwaljagd wird auf den Färöer-Inseln seit Jahrhunderten praktiziert und von ihren Befürwortern als Teil des kulturellen Erbes betrachtet. Tierschutzorganisationen kritisieren die Jagd dagegen seit Jahren.

Die jüngsten Ereignisse gelten als „Rückschritt für den Meeressäugerschutz im Nordatlantik“, so die Organisation und fordert die färöischen Behörden auf, die Gesetzesänderung zurückzunehmen und die Jagdpraxis neu zu bewerten. Zudem ruft sie die internationale Gemeinschaft dazu auf, politischen Druck auf die Verantwortlichen auszuüben.

Wo liegen die Färöer-Inseln?

Die Färöer bestehen aus 18 Inseln im Nordatlantik zwischen Island und Schottland. Die autonome Inselgruppe gehört zum Königreich Dänemark und zählt rund 55.000 Einwohner. Die Jagd auf Grindwale hat dort eine jahrhundertealte Tradition. Nach Angaben verschiedener Quellen werden jährlich mehrere Hundert Tiere erlegt.

Quelle: OceanCare

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