Gedanken zum Winterangeln

Als die Specimen Hunting Group Dortmund die ersten Berichte über das Angeln im Winter veröffentlichte, insbesondere über das Winterangeln auf Friedfische, wurde das Thema Winterangeln….

…in der Anglerszene sehr kontrovers diskutiert. Unserer Meinung nach hat sich daran nicht übermäßig viel geändert. Wir sind sehr oft im Winter unterwegs und stellen fest, dass wir wenige Kollegen treffen. Sicher hat das Karpfenangeln ein paar Angler mehr ans Wasser gebracht, man trifft aber häufiger den versierten Raubfischangler – soweit es die Schonzeiten zulassen. Hat Petrus dem Winter einen milden, sonnigen Tag spendiert, lockt das schöne Wetter vorübergehend ein paar Petrijünger mehr ans Wasser. Wenn es richtig kalt wird, Frost und Schnee herrschen, also richtig Winter ist, wird es am Wasser still. Aber genau das ist die Zeit, die wir so schätzen. Der Erfolg gibt uns Recht, es sind nicht wenige Fischarten, die man im Winter fangen kann! Das Winterangeln betreiben wir aber nicht, um der Angelwelt zu beweisen, dass es möglich ist, Fische auch im Winter zu fangen. Wir schätzen diese Jahreszeit wegen ihrer unglaublichen Ruhe, die über die Natur einen Hauch von Unschuld legt. Man könnte dabei fast dem Glauben verfallen, dass die Welt immer so ist. Es ist eine wunderbare Sache, wenn man in dieser Zeit morgens an das Gewässer kommt: Es hat geschneit, eine einheitliche Schneedecke zeigt ein Stück unberührter Natur. Es ist still, schon fast unheimlich still. Das Schreien der Krähenvögel in den hohen Bäumen ist weit zu hören, jeder Schritt, den man geht, knarrt im Schnee. Gute Kleidung, spezielle Handschuhe und Schuhe sind Voraussetzung dafür, dass man nicht verfroren am Wasser ankommt und das Gerät sicher montiert werden kann. Es macht reichlich Mühe, die Rutenhalter in die Erde zu bringen. Aber da man gut vorbereitet ist, liegt die Rute bald in Position. Geduldig sitzt man warm eingepackt bei einem heißen Getränk und wartet auf den Biss. Schüchtern bringt ein kleiner Vogel leise ein paar Töne im nahe gelegenen Buschwerk heraus, kommt vorsichtig näher und schielt in die Madendose – auch die Natur weiß, wo noch Nahrung zu holen ist. Da, ein leichtes Zittern in der Rutenspitze, sie wird noch einige Zentimeter nach vorne gezogen. Anschlag, das Knarren der Bremse hallt durch die Winterruhe. Während des Drills vereisen die Rutenringe, es macht Mühe, den Fisch sicher zu drillen und anschließend zu keschern. Doch die Freude über jeden gefangen Fisch ist groß und lässt die strapaziösen Umstände schnell vergessen. Der Unterfangkescher ist zu einem bizarren Gebilde gefroren, die vereisten Rutenringe werden frei gepult. Frisch beködert wird die Montage neu ausgeworfen. Entspannt setzt man sich in den Anglersitz, ein Taschenofen spendiert den etwas kalt gewordenen Fingern wohlige Wärme – warten auf den nächsten Biss. So kann ein Angeltag im Winter aussehen – und so sieht er bei uns tatsächlich aus. Was vielleicht ein wenig poetisch klingt, ist aber im Ergebnis die Summe jahrzehntelanger Winterangelzeit. So harmonisch und effizient war es nicht immer. So sind wir anfangs schon in besorgniserregender Naivität zum Winterangeln gegangen. Dementsprechend dauerte es nicht lange, bis wir durchgefroren, ohne einen Fisch gefangen zu haben, nach Hause gefahren sind. Der Winter hatte uns eine Schlappe erteilt, und zwar in allen Bereichen. Fortan wurde jedes Teil, das zum Angeln benutzt und verwendet wurde, auf den winterlich harten Einsatz hin untersucht. Das gestaltete sich beim Gerät, das für das Angeln direkt benutzt wird, wie Ruten, Rollen und Schnüre und so weiter noch einfach, da hier nur Detailveränderungen in der Zusammenstellung erforderlich wurden. Anders dagegen sah es bei der Peripherie aus, die im eigentlichen Sinne das Urproblem war: Die Kleidung, das Schuhwerk, Sitzgelegenheit am Wasser, Wetterschutz, Thermoskannen. Das sind nur einige Dinge, die das Angeln im Winter zum Verhängnis werden lassen können. Mit dem Glauben an den „Flachmann“ in der Tasche lässt sich kein Winterangeln bestehen. Derartige Ambitionen sollte man als Angler gleich außen vor lassen. Oberstes Gebot ist es, in zweckmäßige Kleidung und Schuhwerk zu investieren. Man muss sich wohl fühlen, aber gleichzeitig muss es möglich sein, sich am Wasser ungehindert zu bewegen und die Angel zu bedienen. Der Anglersitz ist auch nicht unproblematisch. Es herrschen frostige Minusgrade, da sollte der Sitz die Körpertemperatur reflektieren und nicht verschlingen. Wie man auszugsweise bei diesem Themen erkennt, haben wir nichts unversucht gelassen und in viele Richtungen gedacht, um die Komponenten für das Winterangeln optimal aufeinander abzustimmen. Nach dem wirklich kalten Winter von 1979 waren wir fast am Ziel. Spätestens seit Anfang der 80er Jahre waren wir dann soweit, ein ansprechendes und komfortables Winterangeln durchzuführen. So lange dauerte es, bis die Angelindustrie entsprechende Produkte allmählich auf den Markt gebracht hatte. Dass wir das Winterangeln auch heute noch als ein ganz „besonderes Angeln“ ansehen, findet den Ursprung sicherlich in unserem leidenschaftlichem Engagement zum Angeln sowie der Zuneigung für diese Jahreszeit. Winterangeln muss man wollen! Bericht von der Specimen Hunting Group Dortmund


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