Herbst am Forellensee: Die Forellen kommen zurück!

Im Herbst beginnt für Michael Kahlstadt wieder die Zeit, in der am Forellensee aktive Köder und wechselnde Tiefen die Forellen an den Haken bringen.

Herbstforelle

Bild: Kahlstadt

Herbst-Lachsforelle aus dem Angelparadies Hochmoor.

Wieder mehr Forellen

Wenn Ende September die Nächte länger und vor allem wieder kühler werden, freue ich mich jedes Jahr auf einen ganz bestimmten Moment: Endlich beginnt an vielen kleinen Forellenteichen wieder das richtige Forellenangeln! Im Hochsommer sah das anders aus: Kleine und flache Teiche haben sich so stark erwärmt, dass ein vernünftiger Forellenbesatz kaum möglich war. Viele Betreiber wichen deshalb auf Afrowelse, Störe oder andere wärmeliebende Fische aus. Doch jetzt im Herbst, wo die Nächte wieder kühler werden, ändert sich die Situation am Forellensee. Das Wasser verliert seine Sommerwärme und die Forellen kommen zurück.

Saibling

Bild: Kahlstadt

Auch Saiblinge werden erst wieder besetzt, wenn das Wasser kühler ist. Also jetzt!

Die kühlen Nächte zählen

Dabei muss es tagsüber noch gar nicht richtig herbstlich sein. Selbst im September sind Temperaturen von 25 Grad und mehr keine Seltenheit. Entscheidend sind zunächst die Nächte. Zeigt das Thermometer morgens plötzlich nur noch 10 oder 12 Grad, wirkt sich das gerade auf kleine Teiche erstaunlich schnell aus. Das merkt man auch den Forellen an. Im Hochsommer standen sie häufig in bestimmten Ecken, an Zuläufen oder anderen Stellen mit kühlerem und sauerstoffreicherem Wasser. Jetzt im Herbst verteilen sie sich im Forellensee wieder stärker und beginnen zu ziehen. Für mich heißt das gleichzeitig: Die aktive Angelei beginnt wieder.

Erst einmal suchen

Zu Beginn eines Angeltages im Herbst möchte ich möglichst schnell herausfinden, wo und vor allem in welcher Tiefe die Fische im Forellensee unterwegs sind. Deshalb schaue ich zunächst aufs Wasser. Springende Forellen sind kaum zu übersehen, aber auch einzelne Ringe, kleine Wirbel oder Bugwellen verraten mir ziehende Fische. Sehe ich nichts, greife ich gerne zur Spoonrute. Damit kann ich schnell viel Wasser und unterschiedliche Tiefen absuchen. Dabei beginne ich eher flach und arbeite mich anschließend nach unten. Mit der Count-Down-Methode lässt sich das gut kontrollieren: Nach dem Auftreffen des Spoons auf dem Wasser zähle ich beispielsweise bis 2, 4 oder 6, bevor ich mit dem Einholen beginne. Kommt der Biss bei „4“, kann ich diese Tiefe beim nächsten Wurf gezielt wieder anbieten.

Jetzt darf wieder Bewegung ins Spiel

Im Sommer war langsames Angeln häufig der Schlüssel. Im beginnenden Herbst sieht das am Forellensee zunehmend anders aus. Die Forellen schwimmen mehr und reagieren wieder stärker auf bewegte Köder. Deshalb darf auch mein Spoon lebhafter laufen. Kleine Beschleunigungen, kurze Stopps und Richtungswechsel bringen häufig den Biss. Dabei übertreibe ich es allerdings nicht. An einem sonnigen Septembernachmittag kann sich ein kleiner Teich weiterhin ordentlich erwärmen. Was morgens hervorragend funktioniert hat, kann wenige Stunden später schon wieder zu schnell sein.

Forelle

Bild: Kahlstadt

Durchlaufblinker machen besonders viel Druck, perfekt für den Saisonstart im frühen Herbst.

Pose und Paste nicht vergessen

Auch wenn ich jetzt im Herbst gerne aktiv mit Spoons oder kleinen Gummis suche, gehört für mich am Forellensee die klassische Posenrute dazu. Besonders geschleppter Forellenteig ist im frühen Herbst eine hervorragende Alternative. Der große Vorteil: Ich kann damit sehr kontrolliert verschiedene Tiefen ausprobieren. Ich verstelle meine Pose lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Schon 20 oder 30 cm können an kleinen Teichen einen erstaunlichen Unterschied machen. Habe ich mit dem Spoon beispielsweise mehrere Kontakte im Mittelwasser bekommen, stelle ich meine Posenmontage entsprechend ein. So ergänzen sich beide Methoden perfekt: Mit der aktiven Rute suche ich die Forellen, anschließend kann ich die gefundene Tiefe gezielt befischen.

Gummis für die Vorsichtigen

Gerade an gut besuchten Teichen haben die Forellen nach einigen Stunden bereits unzählige Spoons gesehen. Dann beobachte ich häufig, dass Fische meinen Spoon verfolgen, kurz davor abdrehen oder nur noch danach schlagen. Spätestens jetzt wechsele ich gerne auf kleine Gummiwürmer. Sie lassen sich langsamer und unauffälliger führen. Modelle um 5 cm sind für mich eine gute Wahl. Auch bei den Farben werde ich im Herbst am Forellensee zurückhaltender. Braun, Schwarz oder dunkles Grün können genau richtig sein, wenn die Forellen von auffälligen Ködern bereits genug haben.

Nicht gleich Herbst spielen

Nur weil morgens die Jacke wieder angenehm ist, angle ich ab Ende September nicht automatisch so, als wäre bereits November. Der Frühherbst ist eine Übergangszeit. Eine kalte Nacht kann hervorragende Bedingungen bringen, 3 sonnige Tage können einen kleinen Teich aber ebenso schnell wieder aufheizen. Deshalb orientiere ich mich im Herbst weniger am Kalender als an dem, was ich am Forellensee sehe. Ziehen die Forellen schnell und zeigen sich regelmäßig, angle ich aktiv. Werden sie im Tagesverlauf ruhiger, reduziere ich Geschwindigkeit und Ködergröße und suche erneut nach der richtigen Tiefe. Nach den heißen Sommerwochen ist diese Zeit für mich jedes Jahr etwas Besonderes. Noch ist es kein richtiger Herbst, aber die schwierigste Zeit an den kleinen Forellenteichen liegt hinter uns. Die Forellen sind wieder da, und für mich kann eine der schönsten Zeiten am Forellensee beginnen. Mehr dazu gibt es auf meinem Youtube-Kanal MikesBigTrouts.

Regenbogenforelle

Bild: Kahlstadt

Spätsommer-Lachsforelle, gefangen von Ricarda Langius auf eine geschleppte Bienenmade.

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