Bootsunglück vor Averøy: Suche nach vermissten Anglern in Mittelnorwegen

Ein schweres Bootsunglück erschüttert die Meeresangler-Szene in Norwegen. Vor der Küste der Insel Averøy in der Provinz Møre og Romsdal geriet am vergangenen Wochenende ein offenes Motorboot mit vier Angler in Seenot. Eine großangelegte Suchaktion der norwegischen Rettungskräfte brachte traurige Gewissheit: Ein Mann konnte nur noch tot geborgen werden, drei weitere Besatzungsmitglieder gelten weiterhin als vermisst.

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Bild: KI_Symbolbild

Die vier Männer im Alter zwischen Ende 50 und Anfang 60 gehörten zu einer Reisegruppe aus Tschechien. Sie brachen am Freitag zu einer Angeltour auf den Atlantik auf. Als das rund sechs Meter lange Mietboot am Abend nicht wie vereinbart in den Heimathafen zurückkehrte, schlugen die Angehörigen Alarm. Die norwegische Rettungsleitstelle leitete umgehend eine Rettungsaktion ein.

Großaufgebot auf See und in der Luft

An der Suche beteiligten sich zwei Rettungshubschrauber, Einheiten der norwegischen Seenotrettung sowie das Küstenwachschiff KV Barentshav. In der Nacht zum Samstag entdeckten die Einsatzkräfte das verlassene Boot treibend auf offener See. Trotz des schnellen Einsatzes der Rettungskräfte schwand die Hoffnung auf Überlebende rasch. Die Wassertemperaturen im Nordatlantik lassen im Falle einer Kenterung nur ein extrem enges Zeitfenster. Die Polizei von Møre og Romsdal stellte die aktive Lebensrettung inzwischen ein und führt den Einsatz als Suche nach Vermissten fort. Das Seegebiet rund um Averøy und die unmittelbar angrenzende Hustadvika gilt unter Seeleuten als eines der anspruchsvollsten Küstenreviere Norwegens. Tückische Untiefen, wechselnde Gezeitenströmungen und abrupte Wetterumschwünge fordern selbst erfahrene Kapitäne heraus. In Norwegen entfacht das Unglück nun erneut die Diskussion über strengere Sicherheitsauflagen für Bootsverleiher und Urlauber.

Experten-Tipp: Sicherheit auf dem offenen Nordatlantik

Wer in Norwegen offshore angelt, muss sich bewusst sein, dass er auf dem Nordatlantik unterwegs ist. Die See verzeiht keinen Leichtsinn, und kein Fisch der Welt ist Dein Leben wert. Achte daher auf diese drei Punkte:

Erstens: Respektiere das Revier und den Wetterbericht. Vor Averøy und der berüchtigten Hustadvika genügen oft dreißig Minuten, damit aus einer leichten Brise eine unberechenbare Kreuzsee entsteht. Dreht der Wind gegen die Gezeitenströmung, bauen sich steile Wellenberge auf, die selbst sechs Meter lange Boote schnell in Probleme bringen. Beobachte daher ständig den Horizont, nicht nur Dein Echolot, und brich die Ausfahrt im Zweifel frühzeitig ab.

Zweitens: Schutzkleidung gehört lückenlos an den Körper. Eine Rettungsweste mit mindestens 275 Newton Auftrieb ist Pflicht, reicht im kalten Meerwasser allein aber nicht aus. Ohne einen hochwertigen, geschlossenen Floating-Anzug oder Trockenanzug führt der Kälteschock binnen weniger Minuten zu Muskelversagen. Schließe stets den Schrittgurt Deiner Weste, denn nur so hält sie Deinen Kopf verlässlich über Wasser.

Drittens: Meldeketten und Notfalltechnik retten Leben. Trage ein wasserdichtes Handfunkgerät oder einen persönlichen Notsender (PLB) direkt an Deiner Weste und niemals lose im Bootskasten.

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