Angler stehen freiwillig zu Zeiten auf, zu denen andere Menschen nicht einmal an Frühstück denken. Japanische Forscher haben nun einen möglichen Grund dafür gefunden: Fisch am Morgen hängt offenbar mit einem früheren Schlafrhythmus zusammen.
Für die Studie wurden die Ernährungs- und Schlafdaten von 5.975 Erwachsenen aus Japan ausgewertet. Die Teilnehmer dokumentierten über eine App, welche Lebensmittel sie zum Frühstück, Mittagessen, Abendessen oder als Snacks zu sich nahmen. Die Forscher untersuchten dabei besonders den Verzehr von Fisch und den darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA.
Das Ergebnis: Wer zum Frühstück vergleichsweise viel Fisch beziehungsweise Omega-3-Fettsäuren aufnahm, hatte einen etwa 19 bis 21 Minuten früheren Schlafmittelpunkt. Das bedeutet: Die Mitte der jeweiligen Schlafphase lag bei diesen Teilnehmern im Tagesverlauf etwas früher. Außerdem fiel ihr sogenannter sozialer Jetlag um rund fünf bis sechs Minuten geringer aus. Damit ist der Unterschied zwischen dem Schlafrhythmus an Arbeits- und freien Tagen gemeint.
Fischbrötchen statt Schlummertaste?
Am deutlichsten zeigte sich der Zusammenhang beim Frühstück. Fisch zum Mittagessen war ebenfalls, aber schwächer mit einem frühen Tagesrhythmus verbunden. Beim Abendessen ließ sich dagegen kein eindeutiger Zusammenhang mit dem Chronotyp feststellen.
Ob Makrele, Hering oder Lachs am Morgen tatsächlich aus Langschläfern muntere Frühaufsteher machen, können die Forscher jedoch nicht sagen. Bei der Untersuchung handelt es sich lediglich um eine Beobachtungsstudie. Zudem wurden weder die genauen Uhrzeiten der Mahlzeiten noch der Koffeinkonsum erfasst. Ebenso gut ist denkbar, dass Menschen, die ohnehin früh aufstehen, häufiger Fisch zum Frühstück essen.
Die Forscher vermuten zwar, dass die Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA biologische Prozesse beeinflussen könnten, die an der Regulation der inneren Uhr beteiligt sind. Ob das auch beim Menschen tatsächlich der Fall ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Für Angler dürfte das Ergebnis trotzdem ein willkommener Anlass sein, vor dem morgendlichen Ansitz nicht nur Kaffee einzupacken. Vielleicht bringt das Fischbrötchen ja den entscheidenden Vorsprung gegenüber der Schlummertaste. Und falls nicht, passt es wenigstens thematisch zum geplanten Tagesprogramm.
Die Studie erschien im Journal of Nutritional Science and Vitaminology. Zwei der beteiligten Wissenschaftler arbeiteten für den japanischen Fischerei- und Lebensmittelkonzern Nissui, der die Untersuchung auch finanziell unterstützte.
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