Ein Riesenhai in der Ostsee ist schon an sich eine außergewöhnliche Beobachtung. Anfang August wurde ein etwa 4,70 Meter langes Exemplar mehrfach im flachen Küstenwasser bei Ålbæk im Norden Dänemarks gesichtet. Wenige Tage später fand man das Tier tot am Strand.
Bei dem Hai handelte es sich um ein Weibchen mit einem geschätzten Gewicht von rund 500 Kilogramm. Fachleute gehen davon aus, dass das Tier etwa 10 bis 15 Jahre alt war und damit für einen Riesenhai noch vergleichsweise jung war.
Riesenhai wurde mehrere Stunden untersucht
Im Nordsøen Oceanarium in Hirtshals nahmen acht Fachleute den außergewöhnlichen Fund genauer unter die Lupe. Die Untersuchung dauerte mehrere Stunden, dabei wurden unter anderem Haut, Organe, Magen und Darm begutachtet und zahlreiche Proben für weitere Analysen entnommen.
Eine eindeutige Todesursache konnten die Wissenschaftler bislang nicht feststellen. Bemerkenswert: Nach den ersten Ergebnissen befand sich der Hai offenbar in einem recht guten Zustand. Auch im Magen wurden noch Nahrungsreste gefunden. Hinweise darauf, dass das Tier verhungert oder stark geschwächt war, ergaben sich zunächst nicht.
Im und am Körper fanden die Forscher verschiedene Parasiten. Ob diese etwas mit dem Tod des Hais zu tun haben könnten, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Ein gewisser Parasitenbefall ist bei großen Meerestieren allerdings keineswegs ungewöhnlich.
Warum schwamm der Riesenhai in der Ostsee?
Auch die Frage, weshalb sich das Tier überhaupt so lange in den flachen Gewässern der dänischen Ostseeküste aufhielt, ist bislang offen.
Riesenhaie leben vor allem im Nordatlantik. Sie können mehrere Meter lang werden und gehören zu den größten Fischen der Welt. Trotz ihrer imposanten Größe sind sie für Menschen ungefährlich: Die Tiere ernähren sich überwiegend von Plankton, das sie beim Schwimmen aus dem Wasser filtern.
Dass Riesenhaie in dänischen Gewässern auftauchen, ist selten. Nach Angaben aus Dänemark wurden seit dem Jahr 2000 lediglich rund zehn Sichtungen dokumentiert. Das Auftauchen des jungen Weibchens bei Ålbæk bietet Wissenschaftlern deshalb eine seltene Gelegenheit, mehr über diese Art und ihre Wanderungen zu erfahren.
Bis die Laborergebnisse der entnommenen Proben vorliegen, bleibt jedoch sowohl die Todesursache als auch der ungewöhnliche Ausflug des Riesenhais in die Ostsee ein Rätsel.
Quellen: Nordsøen Oceanarium; ntv.de; BILD
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