Magnetangler in Berlin ziehen Handgranaten aus Kanal

In Berlin-Neukölln fischten zwei Magnetangler keine alten Fahrräder, sondern hochexplosive Kriegsmunition aus dem Wasser. Der Fund löste sofort einen Großeinsatz aus.

Magnetangeln

Bild: Adobe Stock / Remy

Mit solchen Magneten suchen Magnetangler nach Metallfunden im Wasser – in Berlin-Neukölln wurden dabei drei Handgranaten entdeckt.

Beim Magnetangeln weiß man nie, was am Ende am Magnet haftet – meistens ist es Schrott, manchmal ein alter Tresor. Was zwei Magnetangler in Berlin-Neukölln aus dem Schlamm eines Kanals zogen, sorgte allerdings für sofortigen Herzstillstand und einen großräumigen Polizeieinsatz: Am starken Magneten hingen gleich drei alte, verrostete Handgranaten. Die alarmierten Einsatzkräfte fackelten nicht lange, sperrten den betroffenen Bereich sofort weiträumig ab und riefen die Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) sowie den Kampfmittelräumdienst zur Hilfe. Die Experten übernahmen die professionelle Bergung, um die Handgranaten für eine anschließende Entschärfung oder eine kontrollierte Sprengung vorzubereiten.

Wenn der Magnet zum Sicherheitsrisiko wird

Während rostige Fahrräder, Werkzeuge oder Einkaufswagen völlig harmlos sind, zählen Munitionsteile und Sprengkörper aus den Weltkriegen zu den gefährlichsten Altlasten in unseren Gewässern. Der Vorfall in der Hauptstadt zeigt einmal mehr, dass unter der Wasseroberfläche unberechenbare Risiken lauern. Viele unterschätzen, dass auch Jahrzehnte alte Munition im Schlick chemisch reagieren kann. Durch Erschütterungen oder das bloße Abreißen vom Magneten können die Zünder selbst nach über 80 Jahren im Wasser noch immer blockieren oder urplötzlich auslösen.

Rechtliche Grauzone und strikte Verhaltensregeln

Neben der Lebensgefahr bewegen sich Magnetangler ohnehin oft auf dünnem Eis: In vielen Bundesländern ist das Suchen mit Magneten ohne entsprechende Denkmalschutz- oder Ordnungsbehörliche Genehmigung streng verboten oder stark reglementiert. Wer dennoch loszieht und auf verdächtige, metallische Gegenstände stößt, muss sich an eine eiserne Kette von Sicherheitsmaßnahmen halten. Die oberste Regel der Experten lautet hier ganz klar: Den Gegenstand unter keinen Umständen weiter bewegen, nicht reinige und sofort den Notruf der Polizei (110) wählen.

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