Schlange oder Fisch? Der geheimnisvolle Riemenfisch

Sie wirken wie riesige Seeschlangen und tauchen nur äußerst selten auf: Riemenfische aus der Tiefsee sorgen aktuell an mehreren Stränden für Staunen. Die meterlangen Kreaturen gehören zu den längsten Knochenfischen der Welt – und geben Forschern bis heute Rätsel auf.

Riemenfisch Weltuntergangsfisch

Bild: KK/Jahr-Media

Der Riemenfisch kann mehrere Meter lang werden und gilt als längster Knochenfisch der Welt – Berichte von Seefahrern über Seeschlangen könnten laut Forschern auf Sichtungen dieser Tiefseeart zurückgehen.

Ein ungewöhnlicher Fund sorgt an der Küste Kaliforniens immer wieder für Staunen bei Urlaubern und Forschern. Seltene Riemenfische werden gelegentlich an Stränden entdeckt. Mit ihrem langen, schlangenartigen Körper wirken die Tiere fast wie Meeresmonster – tatsächlich handelt es sich jedoch um einen der faszinierendsten Bewohner der Tiefsee.

Die längsten Knochenfische der Welt

Riemenfische zählen zu den längsten Knochenfischen der Erde. Einzelne Exemplare können mehr als neun Meter lang werden. Historische Berichte sprechen sogar von Tieren mit einer Länge von bis zu 17 Metern, auch wenn solche Größen nur selten bestätigt werden konnten.

Für Aufsehen sorgte beispielsweise ein Fund vor Kalifornien, bei dem ein rund 5,4 Meter langer Riemenfisch entdeckt wurde.

Leben in der dunklen Tiefsee

Normalerweise leben Riemenfische weit entfernt vom Menschen. Ihr Lebensraum liegt meist in Tiefen zwischen etwa 200 und 1000 Metern unter der Meeresoberfläche. Deshalb werden lebende Tiere nur selten beobachtet oder gefilmt.

Ihr Körper ist lang, bandförmig und silbrig glänzend. Auffällig ist eine rote Rückenflosse, die direkt über den Augen beginnt und sich fast über den gesamten Körper zieht. Mit wellenartigen Bewegungen dieser Flosse bewegen sich die Tiere durchs Wasser – manchmal sogar senkrecht statt waagerecht.

Warum tauchen Riemenfische an Stränden auf?

Wenn ein Riemenfisch in Küstennähe auftaucht, steckt häufig ein Problem dahinter. Forschende gehen davon aus, dass viele Tiere geschwächt, verletzt oder krank sind, wenn sie an die Oberfläche gelangen oder an Land gespült werden.

Legenden um den „Weltuntergangsfisch“

Der ungewöhnliche Fisch hat über Jahrhunderte zahlreiche Legenden hervorgebracht. In Japan gilt er teilweise als Vorzeichen für Naturkatastrophen wie Erdbeben oder Tsunamis. Einen wissenschaftlichen Beleg für einen solchen Zusammenhang gibt es allerdings nicht.

Trotz seines furchteinflößenden Aussehens ist der Riemenfisch für Menschen harmlos. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Plankton, Krill und kleinen Krebstieren. Jede Sichtung gilt für Forschende als wertvoll, denn die geheimnisvollen Tiefsee-Bewohner gehören zu den am seltensten beobachteten großen Fischen der Welt.

10 Fakten über Riemenfische

1. Der längste Knochenfisch der Welt

Der Riemenfisch (Regalecus glesne) gilt als längster Knochenfisch der Erde. Verlässlich dokumentierte Exemplare erreichen bis zu etwa 8–11 Meter Länge.

2. Berichte über noch größere Tiere

Historische Berichte sprechen von bis zu 15–17 Metern Länge, allerdings sind solche Größen nicht eindeutig wissenschaftlich bestätigt.

3. Bewohner der Tiefsee

Riemenfische leben meist in Tiefen zwischen etwa 200 und 1000 Metern. Sie gehören zu den sogenannten mesopelagischen Tiefseefischen.

4. Extrem selten zu sehen

Lebende Riemenfische werden nur selten beobachtet. Erst 2008 gelang eine der ersten Videoaufnahmen eines lebenden Tieres in freier Wildbahn im Golf von Mexiko.

5. Ungewöhnliche Körperform

Der Körper ist bandförmig, stark seitlich abgeflacht und silbrig glänzend. Diese Form lässt den Fisch oft wie eine Seeschlange erscheinen.

6. Auffällige rote Rückenflosse

Die lange Rückenflosse beginnt über den Augen und zieht sich fast über den gesamten Körper. Die ersten Flossenstrahlen bilden einen roten, kammartigen „Kopfschmuck“.

7. Senkrechte Schwimmhaltung

Riemenfische bewegen sich häufig vertikal im Wasser, also mit dem Kopf nach oben. Dabei treiben sie langsam und bewegen sich mit wellenartigen Bewegungen der Rückenflosse.

8. Nahrung aus Plankton

Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von Krill, Plankton, Quallen und kleinen Krebstieren, die sie aus dem Wasser filtern.

9. Strandfunde sind meist ein schlechtes Zeichen

Wenn Riemenfische an der Oberfläche oder an Stränden auftauchen, sind sie häufig krank, verletzt oder durch Strömungen geschwächt.

10. Mythos vom „Weltuntergangsfisch“

In Japan wird der Riemenfisch „Ryūgū no tsukai“ (Bote des Drachenpalasts) genannt. Manche glauben, sein Auftauchen kündige Erdbeben oder Tsunamis an. Wissenschaftliche Belege dafür gibt es jedoch nicht.

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