Blauflossen-Thunfisch: Wird ihm das Mittelmeer bald zu warm?

Die Einflüsse des Klimawandels sind bereits heute überall zu spüren. Auch große Meeresräuber wie der Blauflossen-Thunfisch bleiben von den Veränderungen nicht verschont, wie eine aktuelle, wissenschaftliche Studie aus Spanien zeigt.

BFT in der Wildnis

Bild: Adobe Stock / antoine

Der Blauflossen-Thunfisch ist der größte Vertreter der Thunfische. Sein Verbreitungsgebiet hängt mit der Wassertemperatur und Beute zusammen – beides könnte sich im Zuge des Klimawandels deutlich verändern.

Eine aktuelle, internationale Studie unter Leitung des spanischen Meeresforschungszentrums AZTI zeigt: Der Blauflossen-Thunfisch (Thunnus thynnus) wandert infolge der Ozeanerwärmung zunehmend nach Norden. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Fish and Fisheries veröffentlicht. Die Studie verdeutlicht, wie stark der Klimawandel die Verbreitung, Laichgebiete und Fangmöglichkeiten einer wirtschaftlich extrem bedeutenden Art verändert.

Prognose für den Blauflossen-Thunfisch: Hitze führt zu Habitatverlust

Die Forschenden prognostizieren, dass steigende Wassertemperaturen im Verlauf des 21. Jahrhunderts traditionelle Lebensräume des Blauflossen-Thunfisches in tropischen und gemäßigten Regionen zunehmend unattraktiv machen. Gleichzeitig könnten neue geeignete Habitate in nördlicheren Breiten entstehen – etwa in Nordeuropa, rund um Grönland und im Nordostatlantik.

Für Angler und die Fischerei bedeutet das eine potenzielle Verschiebung von Fanggebieten. Besonders kritisch ist die Entwicklung in den zentralen Laichgebieten: dem Mittelmeer und dem Golf von Mexiko. Unter einem pessimistischen Emissionsszenario könnte die Habitat-Eignung im Mittelmeer um 27 % sinken – im weiter südlich gelegenen Golf von Mexiko sogar um bis zu 70 %! Das gefährdet langfristig den Fortpflanzungserfolg des Thunfisch-Bestands.

Bluefin Tuna High Society

Bild: Adobe Stock / karelnoppe

Der Blauflossen-Thunfisch ist ein enorm gefragter und teurer Speisefisch, daher ist der Fortbestand dieser Art auch von großem finanziellen Interesse.

Räuber und Beute im Wandel

Parallel verschieben sich auch wichtige Beutefische für die Thunfische wie Sardine, Makrele und Tintenfisch in kühlere, nördlichere Regionen. Dort entstehen neue Überlappungszonen zwischen Räuber und Beute – sogenannte „Klima-Refugien“. Diese Gebiete könnten künftig Hotspots für den Blauflossen-Thunfisch darstellen.

Die Studie basiert auf kombinierten Umwelt-, Bestands- und Fischereidaten sowie verschiedenen Klimaszenarien bis 2100. Die Autoren fordern ein flexibles, klimaangepasstes Fischereimanagement. Nur wenn Klimaprojektionen systematisch in die Bewirtschaftung einfließen, lassen sich Nachhaltigkeit, Biodiversität und die wirtschaftliche Zukunft der Thunfisch-Fischerei sichern.

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Quelle:

Erauskin-Extramiana, M., Valle, M., Cruz, L., Muhling, B., Fernandes-Salvador, J. A., Pozo Buil, M., Ortuño Crespo, G., Brodie, S., Hazen, E. L., Bograd, S. J., Arrizabalaga, H., Merino, G., & Lezama-Ochoa, N. (2026). Navigating future waters: The resilience of the Atlantic bluefin tuna under climate change. Fish and Fisherieshttps://doi.org/10.1111/faf.70061


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