Den „Lip-Grip“, der übersetzt Lippen-Griff heißt und auch Maul-Griff oder Barsch-Griff genannt wird, haben europäische Angler von amerikanischen Schwarzbarsch-Anglern übernommen. Schwarzbarsche werden in den USA grundsätzlich im Maul gehalten. Der Griff ist nicht nur sicher und völlig ungefährlich, sondern auch ganz einfach: Der Fisch wird im Prinzip nur mit Daumen und Zeigefinger am Unterkiefer gehalten.
Sicherer Griff
Für den Lip-Grip wird der Daumen ins Maul vom Barsch gesteckt und dort gegen den angewinkelten Zeigefinger gedrückt, der sich außen unterhalb des Unterkiefers befindet. Bei dieser Fingerhaltung hat man ausreichend Kraft, um selbst zappelnde Fische sicher zu fixieren. Da sich die feinen Zähne selbst bei größeren Exemplaren höchstens wie raues Schmirgelpapier anfühlen, besteht durch die Zähne keinerlei Verletzungsgefahr. Es gibt nicht einmal Kratzer auf der Haut.

Bild: Portrat
Der Barsch wird hängend mit dem Lip-Grip präsentiert. Nichts wird dabei überstreckt.
Vorsicht vorm Haken!
Außerdem wird beim Lip-Grip das Risiko minimiert, dass man sich an den spitzen Stacheln vom Barsch verletzt! Wichtig ist natürlich, dass sich kein Haken im Maul des Fisches befindet! Wenn man mit dem Daumen ins Maul greift und da irgendwo noch ein Einzelhaken oder sogar ein Drilling hängt, kann’s nämlich gefährlich werden! Ins Maul sollte man einem Barsch also immer nur dann greifen, wenn der Haken bereits gelöst ist! Oder wenn das Maul des Fisches groß genug ist und man gut sehen kann, dass der Haken nicht im Unterkiefer hängt. Sobald auch nur das geringste Verletzungs-Risiko besteht, darf der Daumen nicht ins Maul!
Vorsicht vor Kieferbruch!
Wenn ein Barsch beim Lip-Grip mit Daumen und Zeigefinger am Unterkiefer hängend gehalten wird, hat er eine normale Maulstellung. Dann ist alles in Ordnung. Man kann ihn so ganz bequem mit einer Hand halten und mit der anderen Hand den Haken lösen. Um den Fisch zum Fotografieren in eine waagerechte Position zu drehen, drücken viele Barschangler nur den Zeigefinger nach oben und den Daumen weiter nach hinten. Dadurch kommt der Fisch zwar sofort in die gewünschte waagerechte Position.

Bild: AW
OK: Bei kleineren Barsch kann man die Hand so drehen, dass die Faust den Bauch des Fisches stützt.
Beim Lip-Grip nicht überstrecken!
Allerdings wird der Unterkiefer vom Barsch beim Lip-Grip extrem nach unten überstreckt und kann dabei mit Pech sogar brechen. Und mal ehrlich: Wenn der Unterkiefer so unnatürlich weit nach unten überstreckt wird, sieht der eigentlich so attraktive Barsch doch nicht mehr schön aus. Außerdem ist es auch nicht gut für den Barsch. Leider machen das trotzdem sehr viele Angler! Um das Maul nicht zu überstrecken, sollte der Barsch deshalb am besten mit der zweiten Hand unterm Bauch gestützt werden.

Bild: Ceb
PERFEKT
Der große Barsch wird mit einer Hand im Maul gehalten und mit der anderen Hand unterm Bauch gestützt. Das Maul ist nicht überstreckt und sieht absolut natürlich aus.
Den Lip-Grip mit der Hand unterstützen
Bei einem kleineren Barsch würde es theoretisch auch ausreichen, wenn man beim Lip-Grip bei der im Maul haltenden Hand einfach die Faust zur Unterstützung unter den Bauch des Barsches hält. Fazit: Der Maulgriff ist super, weil sich hängende Barsche damit ganz entspannt mit nur einer Hand präsentieren lassen. Wenn ein großer Barsch aber waagerecht präsentiert wird, MUSS der Barsch auch unterm Bauch gestützt werden! Wie gut aktuell große Barsche gefangen werden, könnt Ihr sehr gut bei den Fangmeldungen der AngelMasters verfolgen.

Bild: AW
SCHLECHT – Der große Barsch wird in waagerechter Position nur mit der einen Hand gehalten: Das Maul dabei extrem weit überstreckt und sieht nicht mehr natürlich aus.
Auch interessant
- Angeln allgemeinAngelWoche: Die Rekordfische des Jahres 2025
- Angeln allgemeinDie Ergebnisse der AngelMasters 2025
- RaubfischangelnPotentieller Schwarzbarsch Rekord: Am Ende des Regenbogens
- Angeln allgemeinRekordfische: Die längsten Fische der AngelMasters 2025










