19 Haie als schwimmende Forschungshelfer: Ein Team um die Wissenschaftlerin Laura H. McDonnell stattete im Nordwestatlantik 18 Blauhaie und einen Kurzflossen-Mako mit Satellitensendern aus. Die Geräte erfassten Wassertemperatur und Tauchtiefe. Insgesamt übermittelten die Tiere mehr als 8.200 Temperatur-Tiefen-Profile – einzelne Messungen stammten aus fast 2.000 Metern Tiefe. npj Climate and Atmospheric Science
Haidaten machen Prognosen genauer
Einen Teil der Messdaten speisten die Forscher in ein saisonales Klimamodell ein. Anschließend verglichen sie rückblickend berechnete Vorhersagen mit und ohne die zusätzlichen Haidaten. Das Ergebnis: In bestimmten dynamischen Meeresregionen sank der Vorhersagefehler für die Wasseroberflächentemperatur um bis zu 40 Prozent. Besonders deutlich waren die Verbesserungen über dem Kontinentalschelf und am Übergang zur Tiefsee. npj Climate and Atmospheric Science
Messdaten aus der Tiefe
Haie bewegen sich über große Entfernungen und durch unterschiedliche Wasserschichten. Dabei suchen sie auch Strömungsfronten und Wirbel auf – Gebiete, in denen herkömmliche Beobachtungssysteme häufig zu wenige Messwerte liefern.
Die Tiere könnten deshalb helfen, Lücken im Messnetz zu schließen. Ihre Sensoren ergänzen Daten von Satelliten, Bojen und anderen Messsystemen. Die Studie zeigt das Potenzial dieser Methode; ein flächendeckender Einsatz für reguläre Vorhersagen ist damit noch nicht erreicht.
Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „npj Climate and Atmospheric Science“ veröffentlicht. Woods Hole Oceanographic Institution
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