Die Bilanz der zweimonatigen Aktion zeigt, wie drängend das Problem der Geisterfischerei weiterhin ist. An insgesamt 276 Stationen – von Ålesund im Süden bis hinauf nach Hopen in der arktischen Svalbard-Zone – holten die Einsatzkräfte rund um die Uhr verloren gegangene Fanggeräte aus der Tiefe. Das Ziel: Den Meeresboden von herrenlosem Gerät zu befreien, bevor es über Jahre hinweg unkontrolliert weiterfischt.

Bild: © Norwegian Directorate of Fisheries (Fiskeridirektoratet)
Fast zwei Monate lang war das gecharterte Spezialschiff M/S „Vikingbank“ im Dauereinsatz.
Die Bilanz der Bergungsfahrt in Zahlen
Bei der Bergungsaktion holten die Einsatzkräfte erstaunliche Mengen an Müll und Fischereigerät an die Oberfläche:
1.471 Stellnetze und 1.517 Reusen/Körbe
66.500 Meter Tauwerk sowie 33.000 Meter Langleinen
7.350 Meter Snurrewad-Tauwerk und 5.750 Meter Schleppnetzkabel
Mehrere komplette Schleppnetze, Netzteile, Bojen, Anker sowie Schuhe und Plastikmüll
„Das Ergebnis zeigt, dass der Bedarf für diese Arbeit weiterhin groß ist und dass dies ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung von Meeresverschmutzung und Geisterfischerei ist“, erklärt Expeditionsleiter Gjermund Langedal.
Tausende Krabben befreit – aber auch Verluste bei Säugern
Verlorenes Fanggerät wird in den Meeren zur tödlichen Falle. In den geborgenen Netzen und Körben registrierte das Bergungsteam rund 22.500 Lebewesen – allen voran tausende Schneekrabben und Königskrabben sowie Kaisergranat und verschiedene Fischarten.

Bild: © Norwegian Directorate of Fisheries (Fiskeridirektoratet)
Die Geisternetze fischen über lange Zeit unkontrolliert weiter – viele der darin gefangenen Fische waren bereits verwest.
Neben den Fischen und Krustentieren wurden auch Verluste bei größeren Meeresbewohnern festgestellt: Die Helfer entdeckten 6 Schweinswale, 2 Robben und 2 Buckelwale, die sich in den verlassenen Geräten verfangen hatten und verendet waren. Seevögel wurden bei der diesjährigen Aktion keine registriert.

Bild: © Norwegian Directorate of Fisheries (Fiskeridirektoratet)
Für Meeresbewohner – wie hier einen Schweinswal – endet die Gefangenschaft in Geisternetzen oft tödlich.
Ausrüstung im Wert von Millionen Euro an Fischer zurückgegeben
Nicht jedes Geisternetz landet auf der Deponie. Das Fiskeridirektoratet bemüht sich intensiv darum, funktionsfähige Ausrüstung ihren rechtmäßigen Eigentümern zurückzugeben. In diesem Jahr konnte intaktes Gerät im Gesamtwert von mehreren Millionen norwegischen Kronen an die Fischer übergeben werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Berufsfischer den Verlust ihrer Ausrüstung umgehend elektronisch melden und vorher eigenständige Suchversuche unternommen haben.
Auch interessant
- Angeln allgemeinKI richtig eingesetzt: WWF spürt Geisternetze auf







