Und es gibt sie doch noch!

Grossdorsche der Ostsee“

Allen Unkenrufen zum trotz lief MS FORELLE unter Kapitän Bernhard Mielitz am 09.02.2003 auch in diesem Jahr aus…

…um gezielt auf Grossdorsch zu angeln. Die Erfolgserie der vergangenen Jahre mit guten Fängen im Frühjahr sollte fortgesetzt werden. Ziel der Ausfahrt waren die Dänischen Inseln. Bei schwachem Wind aus Südost und sonnigem Winterwetter schienen die Vorraussetzungen ideal zu sein. Als das Schiff mit 22 Anglern die ersten Fangplätze gegen 10.00 Uhr erreichte, hatte der Wind auf 5-6 Stärken zugenommen. Die ersten Angler beförderten ihr leckeres Gratis-Frühstück in hohem Bogen als Fischfutter über Bord und die Wenigsten bekamen bei einer Driftgeschwindigkeit von 2 Knoten überhaupt Grundkontakt. Also mussten andere Fangplätze in windgeschützteren Seegebieten gesucht werden. War der Traum vom Grossdorsch für heute vorbei? Es wurden gezielt die Fangplätze nach den begehrten Fischen jenseits der 20-Pfundmarke abgesucht. Bereits an der zweiten Position verriet das Echolot deutliche Dorschanzeige über einer Erhebung am Grund. Bei den ersten beiden Driften wurden mehrere Fische um 10 Pfund an Deck befördert, was bei immer noch 16 Knoten Strom alles andere als einfach war. Bei der dritten Drift hatte Dierk Dreyer aus Pinneberg an der Backbordseite mittschiffs den ersten starken Fisch am Haken. Es war jedoch die Zudriftseite, so dass sein Fisch nach kurzer Zeit unter dem Schiffsrumpf gedrillt werden musste. Da gleichzeitig noch mehrere andere Angler ihre Fische drillten, konnte der Kapitän das Schiff nicht wenden, um den Fisch unter dem Rumpf herauszubekommen. Es sah schlecht aus für Dierk, der mittlerweile schon über 10 Minuten mit seinem Fisch kämpfte. Plötzlich war von der Steuerbordseite aufgeregtes Geschrei nach dem Gaff zu hören. Decksmann Mathias war sofort mit dem Haken zur Stelle und hievte einen Brocken von 105 cm an Bord, während sich Dierks Gesicht von Anspannung in Resignation wandelte. Seine Schnur war unter dem Schiffsrumpf durchgescheuert und gerissen. Es dauerte einen guten Moment, bis Dierk die Frage nach der Farbe seines Pilkers und Vorfachs überhaupt wahrnahm. Der Fisch von gegenüber war von aussen gehakt und hatte aber den rotschwarzen Pilker an blauer Vorfachschnur im Maul…. von Dierk!!! Erst als schon der Fisch an Bord lag, war die Schnur gerissen. Erschöpft aber überglücklich nahm Dierk den grössten Fisch seines Lebens von 27 Pfund 350 Gramm in Empfang, bevor er bei einem Bier und einer Zigarette an der frischen Seeluft erst einmal wieder Kräfte sammelte – und die sollte er noch nötig brauchen….. Die nächsten Driften brachten einige gute Dorsche bis ca. 14 Pfund an Deck und mehrere grosse Fische gingen im Drill verloren. Inzwischen hatte Dierk sein Vorfach neu montiert und war wieder mit im Rennen… und nicht lange ohne Erfolg: Ein Dorsch von guten 15 Pfund hatte seinen Japanroten Twister genommen und wurde sicher in der Abdriftseite des Kutters gelandet. Immerhin wurde der kleine Hügel am Grund angesteuert und Fische von 10 bis 16 Pfund landeten auf den Planken. Auf der Backbordseite zeigte wieder die weisse Rutenspitze ins aufgewühlte, blaugrüne Wasser und folgte den kräftigen Schlägen eines starken Fisches… die Rute von Dierk! Wie ein Treibanker setzte der grosse Fisch seinen Körper quer zur Strömung und zog Schnur von der Rolle. Die Einstellung der Bremse ist bei Fischen dieser Grösse entscheidend über den Erfolg oder die Enttäuschung des Anglers. Dierk hatte mittlerweile wohl Nerven wie Drahtseile. Mit viel Gefühl drillte er den Fisch ans Schiff, wo er sicher vom Kapitän gegafft wurde. Weitere 104 cm Dorsch mit einem Gewicht von 27 Pfund 100 Gramm landeten in Dierks Fischkiste, die mittlerweile mit drei Fischen von einem Gesamtgewicht von 70 Pfund deutlich überfordert war. Auch dieser Fisch hatte auf den japanroten Twister gebiss en. Die nächsten Driften brachten noch einige gute Dorsche, doch diese Stelle war eindeutig abgefischt. Es wurden noch andere Hotspots angesteuert, die heute jedoch nur noch einige Dorsche „normaler“ Ostseegrösse preisgaben. Die Zahl der gefangenen Fische dieser Tour war sicher nichts Besonderes, aber die mühsame Suche über eine reine Fahrtstrecke von 150 km an diesem Angeltag nach den Grossdorschen hatte sich dennoch nicht nur für Dierk gelohnt. Ein herzliches Dankeschön an den Beamten der Zollstelle Laboe, der vom Kapitän von See aus angerufen wurde und sich bereiterklärte, die abendliche Zollabfertigung ausnahmsweise von 16.30 Uhr auf 19.00 Uhr trotz Dienststellenschluss zu verschieben. Angelfahrten auf der MS FORELLE ab Hafen Heikendorf an der Kieler Förde können unter Tel.: 0431/24407 gebucht werden. Bürozeiten: Montag bis Freitag von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr. Wenn die Wetterlage es zulässt, wird auch weiterhin die Ostsee nach Dickdorschen abgesucht, wenn die Angler lieber „Klasse statt Masse“ angeln möchten. Meeresangler aufgepasst: Achtet darauf, dass ihr nur hochwertige Haken, Schnüre, Wirbel und Sprengringe verwendet! Und eins noch: Dorschangeln und Tauziehen sind zwei grundverschiedene Sportarten… Deshalb stellt die Bremse eurer Rolle so ein, dass der Grossdorsch wirklich Schnur nehmen kann, denn ihr müsst in drillen wie jeden anderen grossen Fisch in eurem heimischen Gewässer auch. www.angeln.de hat einen neuen Partner! Kuttertouren mit Bernhard Mielitz und seiner MS Forelle Immer Samstags geht es mit dem Bus ab Dortmund (Abfahrt ca. 0.30 Uhr – Ankunft Kiel ca. 6.30 Uhr) 10 Stunden verbringt das Angelteam dann auf dem Schiff. Die Rückfahrt ist dann gegen 17.00 Uhr. Maximal 46 Personen können bei einer Tour teilnehmen. Preis pro Person 59,90 Euro Vormerkungen und Buchungen können ab sofort über uns gemacht werden: Telefon: 0231/445647 (Angel Ussat) E-Mail: [email protected] Bericht von Rüdiger Stahl

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